{"id":6058,"date":"2024-02-11T22:09:19","date_gmt":"2024-02-11T21:09:19","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6058"},"modified":"2024-02-11T22:09:19","modified_gmt":"2024-02-11T21:09:19","slug":"ja-panik-dont-play-with-the-rich-kids-bureau-b-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ja-panik-dont-play-with-the-rich-kids-bureau-b-2024\/","title":{"rendered":"Ja, Panik \u2013 Don\u2019t Play With The Rich Kids \u2013 Bureau B 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ja-Panik-Dont-Play-With-The-Rich-Kids.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ja-Panik-Dont-Play-With-The-Rich-Kids.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6059\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (11.02.2024)<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn meinem Schritt lie\u00df ich D\u00e4monen wohnen?\u201c W\u00e4h? OK, nein, nochmal genauer hingeh\u00f6rt: \u201eIn meinen Schritten\u201c singt Andreas Spechtl auf \u201eLost\u201c, dem ersten St\u00fcck des neuen Albums der innerhalb s\u00e4mtlicher Texte nicht nervig, sondern irgendwie in sich logisch zwischen Deutsch und Englisch hin- und herspringenden Burgenl\u00e4nder mit Wohnsitz in Berlin. Das beruhigt mich, und auch Anneliese Braun, Agathe Bauer und Lady Mondegreen atmen h\u00f6rbar erleichtert aus und auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wieder einmal mehr habe ich mir mal wieder mehr Einleitungen ausgedacht als andere Textbausteine, daher hier gleich die zweite:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Seit sich Tocotronic vor Jahrzehnten vom Krach entfernt haben und ruhigen Indierock mit kryptischen Texten machen, halte ich sie zwar immer noch f\u00fcr eine hervorragende Band, h\u00f6re sie aber nicht mehr ganz so gerne wie fr\u00fcher. Umso sch\u00f6ner, dass es Ja, Panik gibt. Die beschreiten nach meinem Daf\u00fcrhalten seit mittlerweile auch schon Jahrzehnten (in zwei Jahren werden es zwei) exakt den Weg, den ich mir f\u00fcr Tocotronic gew\u00fcnscht h\u00e4tte: Indierock zwischen fast schon Pop und immer wieder Krach, eine wiedererkennbare, dezent punkinfizierte Stimme und Texte, bei denen sich das Hinh\u00f6ren immer lohnt. Teils auf Deutsch mit \u00f6sterreichischem Dialekt (\u201ewovor soll ich mich f\u00fcrchten\u201c mit einem \u201ech\u201c wie in \u201eKrach\u201c) und teils auf Englisch und immer beides in fast jedem Song.<\/p>\n\n\n\n<p>Und da seri\u00f6se Studien bewiesen haben, dass man auf zwei Beinen nicht stehen kann, hier die dritte Einleitung:<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Lesenden, kennen Sie noch Diskurspop? Cpt. Kirk &amp;., Blumfeld, Huah!, Goldene Zitronen ab \u201eDas bisschen Totschlag\u201c? Sowas gibt es noch und es muss nicht aus Hamburg kommen, Ja, Panik aus dem Burgenland (und seit Jahrenden von Berlin aus operierend) beweisen das seit nunmehr 2006. Nach dem von mir sehr gefeierten \u201eDie Gruppe\u201c von 2021 legen Ja, Panik mit \u201eDon\u2019t Play With The Rich Kids\u201c nochmal eine ordentliche Sch\u00fcppe obendrauf. Musikalisch abwechslungsreich zwischen Depri-Folk (\u201eTeuferl\u201c) und allen Arten des Indierock zwischen Postpunk und Postgrunge und textlich h\u00f6chst ergiebig entwickelt sich das Album nach und nach zu einer meiner Lieblingsneuerscheinungen des an Monaten noch jungen Jahres.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich mich \u00fcber die vermeintlichen D\u00e4monen im Schritt auf \u201eLost\u201c wieder eingekriegt habe, nehme ich mal die Musik unter die Lupe: Viel Akustikgitarre gibt es, vor allem zur Einleitung, so auch auf \u201eLost\u201c. Lost in Berlin, lost in Vienna, lost in Mexico City und wo man sonst noch \u00fcberall lost sein kann (\u201ewherever I been\u201c). Nach einer Minute legen Ja, Panik dann verhalten los. Eine knarzende Gitarre, ein Chor, ein donnerndes Schlagzeug untermalen immer noch dieselbe Melodie und als H\u00f6rende\/r f\u00fchlt man sich bereits jetzt prima angekommen in dem Album.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMama Made This Boy\u201c beginnt ebenfalls mit Aktustikgitarre, diese bleibt jedoch nur kurz allein und dann wird routiniert, aber nicht langweilig indierockig losgeschrammelt. \u201eEin bisschen Angst, ein bisschen fear, aber die Coolness von dir\u201c \u2013 Spechtl versteht es zu texten, dass man sich bisweilen an den Kopf fasst, aber peinlich oder belanglos wird es nie, und dazu diese Stimme, das passt alles prima.<\/p>\n\n\n\n<p>Eins meiner Oberhighlights auf einem an Highlights nicht eben armen Album ist \u201eHey Reina\u201c. Das St\u00fcck dr\u00f6hnt midtempo und melancholisch vor sich hin, der Gesang ist l\u00e4ssig und beinhaltet Welt-Zeilen wie \u201eWir schei\u00dfen auf den Tod und seine Freunde tonight\u201c, zwischendurch liefern sich die Gitarren wundersch\u00f6n quietschende L\u00e4rm-Duelle, dann wird es wieder beinahe ruhig, dann Ende.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n ist, dass es keinen einzigen entt\u00e4uschenden Song gibt auf \u201eDon\u2019t Play With The Rich Kids\u201c, daf\u00fcr aber sch\u00f6ne Songtitel wie \u201eFascism Is Invisible (Why Not You?)\u201c oder \u201eDie Angst des Archivars vor der Sichtung der Welt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eEvery Sun That Shines\u201c erreichen Krach und Dynamik ihren H\u00f6hepunkt, zu stadiontauglichen Zeilen wie \u201eDein Gestern ist so tot, dein Morgen ist so gro\u00df, im Mond spiegelt sich Dein Gesicht und Deine Sonnen scheinen nur f\u00fcr Dich\u201c, unterlegt mit Stefan Pabsts einfachem, aber effektivem und umso beeindruckenderem Basslauf und Sebastian Janatas hektisch galoppierendem Schlagzeug lassen Spechtl und Laura Landergott die Gitarren jaulen und die Letztgenannte gibt mittendrin auch an den Keyboards nochmal alles. Das ruhige Finale des Songs (wieder mal Akustikgitarre) l\u00e4sst vermuten, dass das Album nun endet, aber das tut es nicht, sondern h\u00e4lt mit dem knapp zw\u00f6lfmin\u00fctigen \u201eUshuaia\u201c noch einen m\u00e4chtig gewaltigen Trumpf im \u00c4rmel parat.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch dieses beginnt mit der vielbesungenen Akustikgitarre, ein wenig Gefl\u00fcster im Hintergrund und einem gesprochenen Gesang, der eine Art Roadmovie erz\u00e4hlt. Irgendwo im Hintergrund ert\u00f6nt dann auf einmal ein J-Mascis-verd\u00e4chtiges Gitarrensolo im Hintergrund und das Schlagzeug setzt ein. Und auch hier wieder sch\u00f6ne Keyboards und mit \u201eSing me to sleep\u201c eine, wie ich meine, Smiths-Referenz. Ab knapp vor Minute 5 wird dann wieder sch\u00f6\u00f6n krachig soliert, wobei aber die Meldodie nicht au\u00dfer Acht gelassen wird, das Gitarrensolo steigert sich unaufgeregt in ein beeindruckendes Gegniedel hinein, derweil Bass und Schlagzeug erst unaufgeregt f\u00fcr Ruhe und Gleichf\u00f6rmigkeit sorgen, bis Janata dann wieder richtig losballert, ohne dabei auch nur ann\u00e4hernd am ruhigen Tempo des St\u00fccks zu kratzen. Was f\u00fcr 1 Finale, was f\u00fcr 1 Album, was f\u00fcr 1 Band.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (11.02.2024) \u201eIn meinem Schritt lie\u00df ich D\u00e4monen wohnen?\u201c W\u00e4h? 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