{"id":6038,"date":"2024-02-05T21:12:08","date_gmt":"2024-02-05T20:12:08","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6038"},"modified":"2024-02-05T21:12:08","modified_gmt":"2024-02-05T20:12:08","slug":"jaufenpass-clouds-eye-jaufenpass-shimmering-moods-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jaufenpass-clouds-eye-jaufenpass-shimmering-moods-records-2023\/","title":{"rendered":"Jaufenpass \u2013 Cloud\u2019s Eye \u2013 Jaufenpass\/Shimmering Moods Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Jaufenpass-Clouds-Eye.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Jaufenpass-Clouds-Eye.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6039\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (05.02.2024)<br><br>Mein Teekesselchen zieht \u00fcber den Himmel, mein Teekesselchen speichert Daten: Aus der sprachlichen Vieldeutigkeit der Cloud macht der anonyme italienische Musiker mit dem Pseudonym Jaufenpass ein Album, auf dem er musikalisch beide Bedeutungen miteinander verwischt. Weitestgehend handelt es sich bei \u201eCloud\u2019s Eye\u201c um Ambient. Zumeist ist die Musik abstrakt, Beats gibt es keine, Takte ergeben sich maximal dadurch, dass Jaufenpass die aus der Cloud heruntergeregneten Daten bisweilen hinreichend wiederkehrend loopt, ansonsten besteht das Album aus sanften Drones, warmen Soundscapes, gesampelten Einzelt\u00f6nen, behutsamen Noises und anderen Verfremdungen. Damit, so das k\u00fcnstlerische Ziel, wird Organisches mit Digitalem in Verbindung gesetzt. Selbst wenn dies beim H\u00f6ren ohne diese Info nicht klar wird, bekommt man ein kunstvolles Ambient-Album, das entspannt, \u00fcberrascht und herausfordert.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u00dcber weite Strecken kn\u00fcpft Jaufenpass aus den Daten, die er aus seiner Cloud holt, sie \u2013 teilweise zuf\u00e4llig gesteuert und sich wie Wolken ver\u00e4ndernd \u2013 digital oder analog behandelt, wieder in die Cloud l\u00e4dt und abermals herunterl\u00e4dt, um sie zu verfremden, einen fl\u00e4chigen Teppich, dezent durchsetzt von anderen Sounds. Melodien generiert Jaufenpass nicht, er verzichtet sogar weitgehend darauf, die T\u00f6ne wenigstens wiederkehrend die Akkorde wechseln zu lassen, wie es beim Ambient nicht selten \u00fcblich ist. Auch verzichtet er darauf, die Quellen seiner Sounds erkennbar zu halten: Es sind T\u00f6ne, die Jaufenpass unterschiedlich verwandelt, sie abstrahiert, und die er neu zusammensetzt, zu Miniaturen, die ihre eigenen Atmosph\u00e4ren ergeben. Diese T\u00f6ne k\u00f6nnen, wie in \u201eCloud #2\u201c, auch mal beinahe schrill sein, wie ein Piano, das sich f\u00fcr ein Glockenspiel h\u00e4lt und meint, einen Horrorfilm mit Suspense-Sounds unterlegen zu m\u00fcssen, doch in der Regel sind die Sounds vertr\u00e4glich, warm, sogar sch\u00f6n, und das trotz aller Abstraktion.<br><br>An mancher Stelle erkennt man, auf welche Weise Jaufenpass zuwege ging. In \u201eLeg\u00e9r\u201c kann man ermitteln, dass die T\u00f6ne r\u00fcckw\u00e4rts abgespielt sind. Andere tragen einen Glitch in sich, solches l\u00e4sst sich wohl am ehesten digital generieren. Kurios ist \u201eLaf\u00e0vi\u201c kurz vor Schluss: Da erklingt pl\u00f6tzlich ein Vogelzwitschern, als bef\u00e4nde man sich am echten Jaufenpass und betrachte die Wolken. Und im Rauswerfer \u201eParanoie\/Altra\u201c begleitet ein chillig jazzendes, improvisiertes Blasinstrument die dezenten Glitches, das zun\u00e4chst an so etwas wie eine Oboe erinnert und bald nach Trompete klingt. Oder Klarinette? In der Bio des K\u00fcnstlers steht, dass er in jungen Jahren ebenjenes Instrument studierte.<br><br>Mehr erf\u00e4hrt man \u00fcber den K\u00fcnstler Jaufenpass indes nicht, da h\u00e4lt er sich bedeckt, um mal das von ihm gew\u00e4hlte Wolken-Bild zu verwenden. Aus Italien komme er, gibt er preis, da wundert man sich, dass er vom S\u00fcdtiroler Jaufenpass den deutschen Namen verwendet, nicht Passo di Monte Giovo, aber so geht es eben zu in S\u00fcdtirol. Mit etwas Google findet man via casertanews.it heraus, dass der K\u00fcnstler hinter Jaufenpass Nicola Giuseppe Coppola hei\u00dft und aus Caserta kommt, aus der Region Kampanien, also rund 900 Kilometer s\u00fcdlich des Jaufenpasses. Deutlich mehr erf\u00e4hrt man \u00fcber den K\u00fcnstler, der das Cover gestaltete: Resli Tale kommt aus Neapel, der Hauptstadt der Region Kampanien, und erstellte mithilfe des Celiometers, einem Instrument, mit dem man Wolken misst, was auch immer das bedeutet, 70 Monotypien, von denen er 25 f\u00fcr das Cover ausw\u00e4hlte. Damit ergibt sich ein Gesamtkunstwerk aus Ton und Bild, und wahrhaftig, bei \u201eCloud\u2019s Eye\u201c l\u00e4sst es sich leicht von Kunst sprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.02.2024) Mein Teekesselchen zieht \u00fcber den Himmel, mein Teekesselchen speichert Daten: Aus der sprachlichen Vieldeutigkeit der Cloud macht der anonyme italienische Musiker mit dem Pseudonym Jaufenpass ein Album, auf dem er musikalisch beide Bedeutungen miteinander verwischt. 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