{"id":6005,"date":"2024-01-22T20:42:45","date_gmt":"2024-01-22T19:42:45","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6005"},"modified":"2024-01-22T20:42:45","modified_gmt":"2024-01-22T19:42:45","slug":"sleaford-mods-west-end-girls-rough-trade-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/sleaford-mods-west-end-girls-rough-trade-2023\/","title":{"rendered":"Sleaford Mods \u2013 West End Girls \u2013 Rough Trade 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sleaford-Mods-West-End-Girls.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sleaford-Mods-West-End-Girls.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6006\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (22.01.2024)<br><br>Yeah! Yeah!!! Mies gelaunt und angepisst huldigen die beiden Polit-R\u00fcpel von den Sleaford Mods ihren ebenfalls nicht unpolitischen Synthiepophelden Pet Shop Boys: Aus Charity-Gr\u00fcnden covern sie deren fast 40 Jahre alte Deb\u00fctsingle \u201eWest End Girls\u201c. Die Musik belassen sie weitgehend bei, damit auch Tempo und Melancholie, und da das Original bereits mehr oder weniger ein Rap war, liegt diese Adaption hier gar nicht so fern, nur dass die Sleaford Mods r\u00e4udiger rappen. Und auf der 12\u201c-Version auch dirty. Gr\u00f6\u00dfter Schulterschlag ist, dass die Pet Shop Boys dieser Version nicht nur zustimmten, sondern sie auch gleich remixten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Jede noch so aufkeimende Melodie aus dem originalen Vortrag von Neil Tennant rotzt Jason Williamson beiseite. Andrew Fern, f\u00fcr die Musik der Mods zust\u00e4ndig, \u00fcbernimmt die Basistracks von Chris Lowe so ziemlich unangetastet. Ein \u00dcberhit sowieso, in allen Versionen, die es zwischen 1984 und 1986 von dem Song gab, von Bobby \u201eO\u201c wie von Stephen Hague produziert, dessen Version der Mods-Ausgabe zugrundeliegt. Leicht verschlepptes Tempo, relativ dunkle Synthies, eine Atmosph\u00e4re zwischen Hoffnungslosigkeit und Aufbruch, der die Mods mit ihrer Stimme zus\u00e4tzlich ein Aufbegehren verleihen. Und Dreck, der nur auf der 12\u201c (und separiert auf diversen Streaming-Plattformen) erh\u00e4ltliche \u201eDirty Mix\u201c ist im Grunde kein Mix, sondern textlich angepisst angepasst, also mal mit einem eingestreuten \u201efuckin\u2018\u201c drin. Was lustiger und \u00fcberzeugender ist als die regul\u00e4re Variante.<br><br>Wie muss es f\u00fcr die Pet Shop Boys sein, eine Coverversion ihres eigenen Songs zu remixen? Remixen sie sich nicht eigentlich selbst, erstellen sie nicht vielmehr einen neuen Backingtrack f\u00fcr die Stimme von Williamson, angereichert mit eigenen Backing-Vocals? Diese neue Version orientiert sich stark an den Pet Shop Boys der Gegenwart, was auch bedeutet, dass da leicht cheesige Synthiesounds drin sind zum flotten Upbeat. Ihr alter Hit ist nun beschleunigt und kompakt, geht gut ins Bein, bekommt Opulenz, verliert zwar etwas von seiner Seele, macht aber Laune. Erfreulich ist, dass die Londoner der Bearbeitung durch die Nottinghamer \u00fcberhaupt zustimmten \u2013 nur wenige Wochen zuvor beklagten sie sich noch \u00fcber den Meme-Rapper Drake, der f\u00fcr seinen \u2013 ziemlich miesen \u2013 Track \u201eAll The Parties\u201c ungefragt Ausz\u00fcge aus \u201eWest End Girls\u201c verwurstete, die das St\u00fcck leider nicht mal besser machten. Freundlich geklopft, nicken die Boys den Mods hingegen wohlwollend zu, so einfach kann das sein. Und die freuen sich wie Schneek\u00f6nige, wer w\u00fcrde das nicht.<br><br>Ebenso beschleunigt wie der Remix der Pet Shop Boys ist die Acid-House-Version von Hifi Sean Dickinson, der damit eine Electro-Spielart der Achtziger ins Spiel f\u00fchrt, die es zum Zeitpunkt der Erstver\u00f6ffentlichung von \u201eWest End Girls\u201c noch gar nicht gab, an der sich die Pet Shop Boys dann aber sehr wohl austobten. Der hier verwendete Basslauf ist zudem mehr Achtziger, als der Song selbst es seinerzeit war. Im Sound n\u00e4her an der Variante von Bobby \u201eO\u201c ist die Bearbeitung von Extnddntwrk aka Extendednetwork, bei dem es sich schlicht um Fearn selbst handelt, der also doch noch einen eigenen musikalischen Beitrag zu dieser EP leisten darf, obschon er sich beim Ur-Original bedient. Er jagt die Stimme seines Mitmods durch den Vocoder, dass davon nix Charakteristisches mehr \u00fcbrig bleibt und das St\u00fcck kurioserweise trotzdem funktioniert.<br><br>\u201eWest End Girls\u201c ist nicht die erste Bearbeitung eines Achtziger-Hits durch die Mods: 2021 machten sie sich an \u201eDon\u2019t Go\u201c von Yazoo zu schaffen, da ver\u00e4nderten sie auch die Musik, minimalisierten sie und rotzten den Text gewohnt vor sich hin, \u201edon\u2019t go!!!\u201c. Die Erl\u00f6se aus dem Verkauf der \u201eWest End Girls\u201c-EP gehen \u00fcbrigens an die Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation Shelter, die sich in Gro\u00dfbritannien f\u00fcr Mieterrechte einsetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (22.01.2024) Yeah! Yeah!!! 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