{"id":6001,"date":"2024-01-20T13:32:14","date_gmt":"2024-01-20T12:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6001"},"modified":"2024-01-21T21:03:29","modified_gmt":"2024-01-21T20:03:29","slug":"sleater-kinney-little-rope-sleater-kinney-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/sleater-kinney-little-rope-sleater-kinney-2023\/","title":{"rendered":"Sleater-Kinney \u2013 Little Rope &#8211; Sleater-Kinney 2024"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sleater-Kinney.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"600\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sleater-Kinney.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6002\" srcset=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sleater-Kinney.jpg 600w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sleater-Kinney-300x300.jpg 300w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sleater-Kinney-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (20.01.2024)<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Namen her sind Sleater-Kinney (\u00fcbrigens \u201eSl\u00e4iter&#8220; ausgesprochen und nicht \u201eSlieter\u201c) das us-amerikanische Gegenst\u00fcck zu Halstenbek-Krupunder oder Hann. M\u00fcnden-Hedem\u00fcnden, denn sie haben sich nach einer Autobahnausfahrt benannt.Die Musik dieser unglaublichen Band um die beiden Gitarristinnen und S\u00e4ngerinnen Carrie Brownstein und Corin Tucker (seit dem Ausstieg der Schlagzeugerin Janet Weiss im Jahr 2019 sind es auch die einzigen Bandmitglieder) verehre ich nun schon seit 27 Jahren, also mehr als mein halbes Leben lang. Hatte ich damals immer gerne Punk und Postpunk von M\u00e4nnern geh\u00f6rt, \u00f6ffneten mir Team Dresch, Sleater-Kinney und Bikini Kill (in genau der Reihenfolge) die Augen, Ohren und vor allem den Verstand, dass es die Welt um ein Vielfaches besser macht, wenn man Punk mit Feminismus kombiniert. \u201eDig Me Out\u201c von 1997 war da erste Werk von Sleater-Kinney, das ich h\u00f6rte, und seitdem hat mich keine Ver\u00f6ffentlichung der Band aus Olympia, Washington, jemals entt\u00e4uscht. Nach \u201eDig Me Out\u201c kaufte ich mir erstmal die erste und zweite LP der Band (\u201eSleater-Kinney\u201c und \u201eCall The Doctor&#8220;) und kriegte mich erstmal vor Begeisterung kaum wieder ein. Damals hatte ich weniger Alben als heute und h\u00f6rte sie dementsprechend \u00f6fter, die Zeit bis \u201eThe Hot Rock\u201c im Jahr 1999 dauerte f\u00fcr mich ewig, ich feierte das Album und ebenso \u201eAll Hands On The Bad One\u201c ein Jahr sp\u00e4ter. Dann verlor ich die Band aus den Augen und stieg 2005 mit \u201eNo Cities To Love\u201c wieder ein, wieder voller Begeisterung. Und seitdem finde ich, dass die Band von Album zu Album immer gro\u00dfartiger wird.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eLittle Rope\u201c ist das Werk zweier Frauen um die 50, denen seit \u00fcber einem Vierteljahrhundert im Bereich des Indie-Rock niemand etwas vormacht und die es nicht n\u00f6tig haben, Fahrr\u00e4der oder den Rock\u2019n\u2019Roll neu zu erfinden, und was machen Brownstein und Tucker? Die gehen bei und hauen einen vierunddrei\u00dfigmin\u00fctigen Tontr\u00e4ger raus, der musikalisch meiner Meinung nach alles in den Schatten stellt, was S-K bislang ver\u00f6ffentlicht haben. Zun\u00e4chst sind da die Stimmen der beiden Musikerinnen, die sich nie besser angeh\u00f6rt haben als auf dem aktuellen Album. Dann die H\u00e4rte des Ganzen \u2013 Sleater-Kinney entfachen in manchen Songs einen wundervollen Krach, der nicht irgendwie nach \u201eabgebr\u00fchte alte Indierockstars lernen die jungen Leute mal, wo Barthel den Hammer hingeh\u00e4ngt hat\u201c klingt, sondern einfach so sein muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits der Opener \u201eHell\u201c begeistert mich \u2013 \u201eHell don&#8217;t have no worries, hell don\u2019t have no past, hell is just a signpost when you take a certain path. Hell needs no invitation, hell don&#8217;t make no fuss. Hell is desperation and a young man with a gun\u201c, hei\u00dft es zu dezenter Gitarrenbegleitung. Und dann bricht ein Inferno los, \u201eYou ask why like there&#8217;s no tomorrow\u201c, dann wieder eine ruhige Strophe und dann wieder dieses H\u00f6llenrefraininferno. Dieses Album hat mich jetzt schon gepackt.Und es geht immer besser immer weiter: \u201eNeedlessly Wild\u201c enth\u00e4lt diese typischen, vom bollernden Bass getragenen, quietschenden Gitarrenriffs, die mich schon immer bei Sleater-Kinney begeistert haben. \u201eSay It Like You Mean It\u201c besticht mit einem Gesang, der mich genau an das erinnert, was mich damals auf \u201eDig Me Out\u201c gefesselt hat, und gleichzeitig klingt dieser Gesang, als w\u00fcrde Stevie Nicks jetzt in einer Punkrockband singen. Hammer!<\/p>\n\n\n\n<p>Auf \u201eHunt You Down\u201c ert\u00f6nt ein elektronisch verzerrter Bass, der Refrain ist dann wieder 100% S-K aus den 90ern \u2013 hier hat eine Band ihren unverwechselbaren Sound gefunden und auf eine Weise weiterentwickelt, dass ich irgendwie gerade nicht genug davon kriegen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gebe zu, dass mich einige Alben von Sleater-Kinney trotz aller Originalit\u00e4t und Energie an einigen Stellen gelangweilt haben \u2013 \u201eLittle Rope\u201c tut das an keiner Stelle. Auf \u201eSix Mistakes\u201c wird dann der Sound auf einmal auch sehr altmodisch \u2013 das St\u00fcck poltert vor sich hin, die Instrumente klingen wie auf jahrzehntealtem Equipment eingespielt und auf einmal ert\u00f6nt ein warm klingendes und trotzdem schr\u00e4g klingendes Gitarrensolo und ein Noise-Gewitter bricht \u00fcber die H\u00f6renden herein, Sekunden sp\u00e4ter wird dann wieder das altmodische Gepolter vom Anfang des St\u00fccks aufgegriffen. Gro\u00dfartig.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier k\u00f6nnte das Album meinetwegen auch gerne enden und ich w\u00fcrde es sofort wieder von vorne abspielen, aber mit \u201eCrusader\u201c, \u201eDress Youself\u201c und \u201eUntidy Creature\u201c folgen noch drei klasse Songs, vor allem das zur\u00fcckgenommene \u201eDress Yourself\u201c ist ein wiederholtes H\u00f6ren mehr als wert, und \u201eUntidy Creature\u201c am Schluss bietet mit seinem polterndem Schlagzeug und den hallenden Gitarren-Intermezzi dem Gesang eine tolle B\u00fchne. Ohne die vorherigen Ver\u00f6ffentlichungen von S-K jetzt nochmal gegengeh\u00f6rt zu haben, versteige ich mich zu der Behauptung, dass die Band auf \u201eLittle Rope\u201c ihre in den letzten Jahrzehnten erlernten Trademarks souver\u00e4n weiterentwickelt und das Songwriting dabei noch verbessert hat. Irgendwie hat mich noch kein Album der Band so sehr begeistert wie dieses.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (20.01.2024) Vom Namen her sind Sleater-Kinney (\u00fcbrigens \u201eSl\u00e4iter&#8220; ausgesprochen und nicht \u201eSlieter\u201c) das us-amerikanische Gegenst\u00fcck zu Halstenbek-Krupunder oder Hann. 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