{"id":5916,"date":"2024-01-14T21:02:35","date_gmt":"2024-01-14T20:02:35","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5916"},"modified":"2024-01-14T21:02:35","modified_gmt":"2024-01-14T20:02:35","slug":"echofield-echofield-ep-headstrong-music-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/echofield-echofield-ep-headstrong-music-2023\/","title":{"rendered":"Echofield \u2013 Echofield EP \u2013 Headstrong Music 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Echofield-Echofield-EP.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Echofield-Echofield-EP.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5917\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide und Matthias Bosenick (13.01.2024)<br><br>Klar, \u201eEP\u201c steht f\u00fcr \u201eExtended Play\u201c, und extended ist alles \u00fcber sagen wir mal drei Minuten. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Und so nimmt es nicht wunder, dass das Deb\u00fct der braunschweigischen Progrockband Echofield als EP betitelt wird und sagenhafte 44 Minuten Spielzeit aufweist. \u201eDas trifft auf die \u201aThe Power Of Lard\u2018-EP genauso zu\u201c, raunt mir mein innerer Matthias Bosenick ins Ohr, und ich will kontern mit \u201eJahaa! Aber nicht mit nur vier St\u00fccken!\u201c, und dann f\u00e4llt mir ein, dass Lard seinerzeit nur drei St\u00fccke gebraucht hatten. \u201eJahaahaaaaa!!! Aber bei Echofield ist der letzte Song nicht 32 Minuten lang!\u201c, br\u00fclle ich meinem inneren Matthias Bosenick hinterher, aber der sitzt schon l\u00e4ngst wieder in seinem Auto und rast gen Riddagshausen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>So brutal wie Lard sind Echofield au\u00dferdem nicht. Nicht mal im Ansatz. Der Progrock, den das Trio hier pr\u00e4sentiert, ist stellenweise watteweich wie \u201eDark Side Of The Moon\u201c oder \u201eThe Wall\u201c, die Gitarre ist so klar wie die von den Marillion mit Fish (die danach h\u00f6rt doch niemand) und daher vermutlich auch wie bei Genesis mit Peter Gabriel (die h\u00f6rt der \u00e4u\u00dfere Matthias Bosenick nicht \u2013 eine L\u00fccke in der Sammlung, ja); es ist somit eher Artrock als Progrock, bestenfalls Neoprog.<br><br>Progressiv sind Echofield n\u00e4mlich eher auf Strecke, nicht auf Verschachtelung: Sie tragen ihre Ideen in die L\u00e4nge, nicht in die Komplexit\u00e4t. Sie lassen die Songs wirken, sich aufbauen, sich entwickeln, sie haben keinen Stress dabei, ihre musikalischen Ideen unterzubringen, sondern bringen sie in einen Fluss, der so traumwandlerisch m\u00e4andert, dass man die L\u00e4nge der Songs \u2013 zwischen neuneinhalb und fast 13 Minuten \u2013 nicht anmerkt. Dabei vermeiden sie das \u00fcbliche Proggewichse, das eher Leistungsschau ist als zweckdienlich f\u00fcr die Ausgestaltung der Songs. Das Logo der Band zeigt drei gekr\u00fcmmte Balken in rot-blau-gr\u00fcn, also wie beim TV \u2013 wom\u00f6glich ist diese EP so aufzufassen, wie das Fernsehen ein Echo der Realit\u00e4t ist.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Still und leise gleiten Echofield per Keyboard in \u201eTMC\u201c, den Opener der EP. Ein dunkles, elektronisch verfremdetes Sprachsample generiert dazu eine beklemmende Stimmung. Das passt zu den Inhalten, Echofield singen davon, wie der Mensch die Erde zugrunde richtet, doch bekommt die Musik dazu eine andere Note: melancholisch zwar, doch freier, quecksilbriger, klarer, transparenter. Zum Schluss bekommt die Intensit\u00e4t eine Druckerh\u00f6hung, die Gitarre soliert, alles wird kraftvoller. Dabei bleibt das Schlagzeug, obschon es h\u00f6rbar agil zur Sache geht, auf der EP eher im Hintergrund,<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEpic\u201c, auf der EP mit 10:30 Minuten Spielzeit gut eine Minute k\u00fcrzer als das Demo auf Soundcloud, beginnt mit Gitarrenharmonien und \u2013effekten wie U2 1984, \u201eThe Unforgettable Fire\u201c. Mitten im Song holt die Band einige Male das St\u00fcck aus der wohligweichen Watte heraus, wird ungest\u00fcm, begehrt auf, aber nur kurz, dann setzt sie den eingeschlagenen Weg jeweils wieder fort. Erst zum Schluss steigert sie einmalig das Tempo und rockt, um dann abermals in die Watte aus Keyboard und Gitarre zu sinken.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\u201eOrient Express\u201c ist ein sch\u00f6ner instrumentaler Achtziger-Radio-Poprock, gef\u00fchlvoll, ein Bisschen Frumpy, Europa-H\u00f6rspielmusik von Carsten Bohn, nach der H\u00e4lfte Sprachsamples und Gitarrensolo, ein My mehr Wucht, die Stimmung kippt f\u00fcr einen winzigen Moment etwas ins Unwohlsein, doch der Song holt das Angenehme schnell wieder zur\u00fcck und bleibt auch dabei.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Zum Anfang von \u201eThe Waiting List Of Evermore\u201c will man noch \u201eRiders On The Storm\u201c von The Doors zu singen ansetzen, dann setzen traurige Military Drums ein, bevor das St\u00fcck nach einiger Zeit als \u2013 nach Ewigkeiten erstmals wieder auch gesungener \u2013 Song im reduzierten Tempo startet. Die klare Marillion-Gitarre bleibt erhalten. Zur H\u00e4lfte h\u00e4utet sich die Band, das St\u00fcck wird schneller, rauher, rockiger als alles, was man zuvor zu h\u00f6ren bekam, beinahe Punkrock. Ein synthetischer Chor setzt ein f\u00fcr noch mehr Atmosph\u00e4re, dann schalten Echofield wieder zur\u00fcck in den Song, wie er vorher war, nur um zum Abschluss etwas Polyrhythmik und komplexe Riffs abzufeuern; man meint zuletzt, einen Gary Moore aus der Zeit um \u201eStill Got The Blues\u201c an der Gitarre solieren zu h\u00f6ren.<br><br>Echofield machen zu dritt die Arbeit von vier Leuten, weil einer zus\u00e4tzlich zum klassischen Gitarre-Bass-Schlagzeug-Format noch das Keyboard bedient. Das ist Bandchef Christian \u201eChris\u201c Schweyda, der unter anderem auch von Bands wie Maxx Reebo, Alien Power (mit Wumme alias Wolfgang Sch\u00f6nberg), Carbid! (mit Kui von Salem\u2019s Law) und Colorful (mit Schepper) bekannt ist. Am Schlagzeug sitzt Boris Borreck, vormals bei Porterra sowie in Bremen bei Boys\u2019n\u2019Witches. Schwer zu googeln indes ist Bassist Michael \u201eFritz\u201c Schmidt \u2013 sicher ist, dass er nicht von den Fantastischen Vier ist. M\u00f6glicherweise w\u00e4chst das Trio dereinst zum Quartett an: Es ist in diesem Internet zu lesen, dass die Band einen zus\u00e4tzlichen Keyboarder sucht.<br><br>Laut Info ergab sich die Bandgr\u00fcndung aus einem Soloprojekt des Multiinstrumentalisten Schweyda, der 2017 f\u00fcr die Live-Umsetzung seines Solo-Albums \u201eInsight\u201c Mitmusiker suchte, sie in Borreck und Schmidt fand und mit ihnen kurzerhand nicht nur Echofield gr\u00fcndete, sondern auch gleich neue Songs entwickelte. Die etwas classic-rockigeren Demo-St\u00fccke \u201eJust Like You\u201c, \u201eWhat Can I Know\u201c und \u201eMoney\u201c, die die Band im Oktober 2017 auf Soundcloud ver\u00f6ffentlichte, sind auf der EP nicht enthalten.<br><br>Das Album gibt\u2019s bei der Band sowie beim Mailorder justforkicks.de als CD sowie fast \u00fcberall im Stream.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide und Matthias Bosenick (13.01.2024) Klar, \u201eEP\u201c steht f\u00fcr \u201eExtended Play\u201c, und extended ist alles \u00fcber sagen wir mal drei Minuten. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. 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