{"id":5914,"date":"2024-01-10T21:37:45","date_gmt":"2024-01-10T20:37:45","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5914"},"modified":"2024-01-10T21:37:45","modified_gmt":"2024-01-10T20:37:45","slug":"was-meine-freundin-gerne-hoert-die-musikkolumne-conrad-schnitzler-sauerkraut-nicht-amaranth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/was-meine-freundin-gerne-hoert-die-musikkolumne-conrad-schnitzler-sauerkraut-nicht-amaranth\/","title":{"rendered":"Was meine Freundin gerne h\u00f6rt \u2013 die Musikkolumne: Conrad Schnitzler: Sauerkraut nicht Amaranth"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Was-meine-Freundin-gerne-Logo-111.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Was-meine-Freundin-gerne-Logo-111.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4578\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Onkel Rosebud<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Musik zirpt, blubbert und tiriliert, wenn sie zwitschert, ziept und quiekt, wummert und stampft, dann ist das heute ohne das Verm\u00e4chtnis des Conrad Schnitzler in Betracht zu ziehen nicht vorstellbar. Denn bis heute wird Schnitzler (geboren am 17. M\u00e4rz 1937 in D\u00fcsseldorf, gestorben am 4. August 2011 in Berlin an den Folgen einer Magenkrebserkrankung) weltweit als ein Vorreiter der elektronischen Musik verehrt, obwohl er selbst gar keine Musik machen wollte und die kommerzielle Vermarktung seiner Arbeiten strikt ablehnte. Der gelernte Maschinenbauer und Sch\u00fcler von Joseph Beuys gr\u00fcndete 1969 die Band Kluster, die mit ihm zwei Jahre existierte, und war 1970 Mitglied der zweiten Formation von Tangerine Dream. Er besorgte Kraftwerk den ersten Synthesizer, einen tragbaren Synthi-A der Firma EMS, bekannter unter dem Namen VCS 3.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Inspiriert von John Cage, Karlheinz Stockhausen und Krzysztof Penderecki gr\u00fcndete Schnitzler 1968 mit dem \u201eZodiak\u201c den ersten Undergroundclub Westberlins. Er gilt als die Geburtsst\u00e4tte des Krautrocks. Es fanden Happenings, Freejazz-Konzerte und fluxusinspirierte Aktionen statt. Entgegen der zeittypischen Raumgestaltung mit Ornamenten und bunten Batiken strich Conrad Schnitzler einen Raum wei\u00df, den anderen schwarz: Bauhaus statt Flower-Power. Conrad Schnitzler war definitiv ein Anti-Hippie.<\/p>\n\n\n\n<p>In der alten BRD wurde Krautrock als selbstironische Bezeichnung f\u00fcr die eigene Musik verwendet, um damit auszudr\u00fccken, dass man sich f\u00fcr ein popkulturelles Entwicklungsland hielt. Der eher abwertende Begriff geht auf das Wort \u201eSauerkraut\u201c und die Bezeichnung \u201eKrauts\u201c f\u00fcr die deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg zur\u00fcck. R\u00fcckblickend kommt dem Krautrock eine gro\u00dfe pop-historische Bedeutung zu, auch wenn dies seinerzeit weder beabsichtigt noch absehbar gewesen ist. Metal, Hip Hop, Techno und Indierock sind undenkbar ohne dessen Einfl\u00fcsse. Und erst recht nicht ohne Conrad Schnitzler.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang der 80er tat er sich mit Wolfgang Seidel zusammen, einem Gr\u00fcndungsmitglied der Band Ton Steine Scherben. Danach agierte er \u00fcberwiegend als Solok\u00fcnstler, als Musiker und Komponist f\u00fcr haupts\u00e4chlich elektronische Musik und machte Videoinstallationen. Von den fr\u00fchen Cluster-Zeiten gibt es keine Fotos, keine Zeitungsausschnitte, keine Poster, keine Eintrittskarten. Nur zwei Schallplatten: \u201eKlopfzeichen\u201c und \u201eKluster Zwei Osterei\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Von damals ist von Conrad Schnitzler folgendes Zitat \u00fcberliefert: \u201eWenn ich die Hand aufmache und da ist nichts drin, dann ist das schon Intermedia. Die Luft, die ich atme, ist schon ein Ereignis, und die T\u00f6ne, die ich mache, l\u00f6sen sich in Luft auf.\u201c Das nenne ich Selbstbewusstsein.<\/p>\n\n\n\n<p>Onkel Rosebud<\/p>\n\n\n\n<p>P.S.1: Der Titel der Kolumne ist eine Anspielung auf den Namen des Samplers \u201eSauerkraut Nicht Sushi (Let&#8217;s Forget All About This&#8230;)\u201c, der auf dem Label L&#8217;Age D&#8217;Or 1999 erschienen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>P.S.2: Anspieltipp f\u00fcr His Schnitzleress ist der Song \u201eElektroklang\u201c aus dem Album \u201eAuf Dem Schwarzen Kanal\u201c von 1980, der auch 2023 auf dem ziemlich duften Sampler \u201eSilberland \u2013 Vol. 2 \u2013 The Driving Side Of Kosmische Musik 1974-1984\u201c (vom Label Bureau B aus Hamburg) wiederver\u00f6ffentlicht wurde. Auch der Vorg\u00e4nger \u201eSilberland \u2013 Vol. 1 \u2013 The Psychedelic Side Of Kosmische Musik 1972-1986\u201c sei hiermit in eine kratzende Wolldecke voller Empfehlung eingewickelt. Dass es damals in dem Zodiak-Umfeld Bands mit Namen \u201ePopul\u00e4re Mechanik\u201c oder \u201eDeutsche Wertarbeit\u201c, die Songs mit Titeln wie \u201eStrahlsund\u201c, \u201eBockwurst \u00c0 La Ma\u00eetresse\u201c oder \u201eBis die Blaue Blume bl\u00fcht\u201c elaborierten, ist an Bereicherung nicht zu \u00fcberbieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Onkel Rosebud Wenn Musik zirpt, blubbert und tiriliert, wenn sie zwitschert, ziept und quiekt, wummert und stampft, dann ist das heute ohne das Verm\u00e4chtnis des Conrad Schnitzler in Betracht zu ziehen nicht vorstellbar. 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