{"id":5911,"date":"2024-01-10T21:35:09","date_gmt":"2024-01-10T20:35:09","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5911"},"modified":"2024-01-10T21:35:09","modified_gmt":"2024-01-10T20:35:09","slug":"filter-the-algorithm-golden-robot-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/filter-the-algorithm-golden-robot-records-2023\/","title":{"rendered":"Filter \u2013 The Algorithm \u2013 Golden Robot Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Filter-The-Algorithm.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Filter-The-Algorithm.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5912\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (10.01.2024)<br><br>30 Jahre Filter! Und weil sich manche Genres irgendwann aufbrauchen und gestrig wirken, biegt Richard Patrick, Bruder des Terminator-Darstellers Robert Patrick, seinen Neunziger-Industrial-Metal US-amerikanischer Art vom Elektronischen mehr in Richtung Metal, beh\u00e4lt aber den Pop im Ohr. Man hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass der einstige Gitarrist von Nine Inch Nails sein Projekt nach sieben Jahren vermeintlicher Pause \u00fcberhaupt reaktivieren w\u00fcrde, da erscheint das achte Album \u201eThe Algorithm\u201c, an dem auch Filter-Mitgr\u00fcnder Brian Liesegang nach 25 Jahren wieder mitwirkte. Es hat einige H\u00e4rten, unerwartete Effekte und anhaltende Hymnen \u2013 und wirkt trotz des Schubs in Richtung h\u00e4rterer Rockband etwas veraltet und reichlich auf Breitenwirksamkeit getrimmt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Auch mit den verstreuten Groovemetal- und Gitarren-Kreisch-Attacken in den Songs l\u00e4sst sich nicht verhehlen, dass es Patrick um Eing\u00e4ngigkeit geht. \u201eThe Algorithm\u201c bietet Popmusik im Gitarrengewand, mit klassischer Strophe-Refrain-Strophe-Struktur, sich einpr\u00e4gsam wiederholenden Gesangsmelodien, Mitklatschstellen, hymnischen Momenten, die von kontrastreich brutalen Stellen begleitet, unterbrochen, umrahmt sind. Das ist heavy Rock\u2019n\u2019Roll mit Electrosprengseln, der Formatradioh\u00f6rer einerseits bedient und andererseits abschreckt. Und damit die Metal-H\u00f6rer ebenfalls, nur andersherum.<br><br>Das Album wirkt zu kalkuliert, mehr angepasst als angepisst, und wenn Patrick in \u201eFace Down\u201c den Glamrock-Rhythmus auspackt, denkt man sogar an den ohnehin drittklassigen Marilyn Manson. Die wummernden Percussion-Effekte in \u201eBe Careful What You Wish For\u201c klaute Patrick zudem beim Saafri Duo. Zum Schluss bietet Patrick auch noch zweimal lupenreinen Pop, die etwas kitschigen \u201eBurn Out The Sun\u201c und \u201eCommand Z\u201c sind s\u00e4mtlicher H\u00e4rte beraubt und kn\u00fcpfen offensichtlich an den Zufallserfolg \u201eTake A Picture\u201c vom zweiten Album \u201eTitle Of Record\u201c aus dem Jahr 1999 an. Und wenn man sich diesem nicht zufriedenstellenden Amalgam aus Gef\u00e4lligkeit und Gitarre erstmal eine Weile ausgesetzt hat, geht einem Patricks hohe, rauhe Stimme alsbald leidlich auf den Keks; sie passt nicht immer und klingt oftmals zu pathetisch. Sobald er zur\u00fcckgenommener und tiefer singt, f\u00fcgt sich sein Organ besser in die Musik.<br><br>Nun ist \u201eThe Algorithm\u201c doch gar nicht so sehr ein Album nach einer Pause, denn nachdem Liesegang, der bereits nach dem Deb\u00fct \u201eShort Bus\u201c ausgestiegen war, 2018 zu Filter zur\u00fcckkehrte, planten Patrick und er, via Pledge das Quasi-Nachfolge-Album \u201eReBus\u201c zu finanzieren, was jedoch an der Pleite von Pledge scheiterte. Einige Songs aus den Sessions sollen sich nun auf \u201eThe Algorithm\u201c wiederfinden, indes nicht alle: Die beiden Singles \u201eThoughts And Prayers\u201c und \u201eMurica\u201c aus dem Jahr 2020 sind nicht enthalten. Liesegang \u00fcberdies ist inzwischen auch nicht mehr dabei, hatte aber an einigen Songs auf \u201eThe Algorithm\u201c seine H\u00e4nde im Spiel. Zudem ist die L\u00fccke zwischen \u201eCrazy Eyes\u201c und \u201eThe Algorithm\u201c gar nicht die erste gr\u00f6\u00dfere in der Discografie von Filter: Zwischen \u201eThe Amalgamut\u201c 2002 und \u201eAnthems For The Damned\u201c 2008 formierte Patrick mit den beiden DeLeo-Br\u00fcdern Robert und Dean von den Stone Temple Pilots und dem Korn-Schlagzeuger Ray Luzier das kurzlebige Projekt Army Of Anyone.<br><br>Die jetzige Band Filter besteht abseits des Bandchefs nur aus Leuten, die nach 2011 im Gef\u00fcge auftraten \u2013 zumindest erstmals, denn sowohl Gitarrist Jonathan Radtke als auch Schlagzeuger Elias Mallin sind R\u00fcckkehrer, lediglich Bassist Bobby Miller ist seit 2014 kontinuierlich dabei, wenn auch zun\u00e4chst als Keyboarder. Daf\u00fcr gibt\u2019s auf dem Album noch G\u00e4ste, darunter Zach Munowitz, Sam Tinnesz, Ian Scott (nicht der andersrumme), Mark Jackson sowie Seth Mosley von der christlichen Rockband Me In Motion. Und weil es so sch\u00f6n ist, sei abermals erw\u00e4hnt, dass Richard Patrick der zehn Jahre j\u00fcngere Bruder von Robert Patrick ist, dem T-1000 aus \u201eTerminator 2\u201c und dem Special Agent John Doggett aus \u201eAkte X\u201c.<br><br>Braucht man 2023 noch Musik, die nach 1995 klingt? Wer wei\u00df, vielleicht ist dieser Sound in einigen Jahren ja auch ein Fall f\u00fcr Retromanien, wie es der Siebziger-Rock ja seit Ewigkeiten wieder ist, der Neunziger-Indierock findet au\u00dferdem zurzeit eine Reanimation. Noch jedoch l\u00e4sst sich im Falle von Filter auch beim Wiederh\u00f6ren der alten Alben feststellen: Fr\u00fcher waren sie besser. Wie man in W\u00fcrde im Industrial-Metal altert, belegen die Erfinder dieses Genres: Es gibt von The Young Gods kein einziges schlechtes oder gar peinliches Album, zudem sind die alten in Qualit\u00e4t gereift.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (10.01.2024) 30 Jahre Filter! 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