{"id":5850,"date":"2023-12-13T22:05:50","date_gmt":"2023-12-13T21:05:50","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5850"},"modified":"2023-12-13T22:05:50","modified_gmt":"2023-12-13T21:05:50","slug":"neil-young-before-and-after-reprise-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/neil-young-before-and-after-reprise-records-2023\/","title":{"rendered":"Neil Young \u2013 Before And After \u2013 Reprise Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Neil-Young-Before-And-After.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Neil-Young-Before-And-After.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5851\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (13.12.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Hier schlie\u00dft sich ein Kreis: \u201eUnplugged\u201c war 1993 eins der ersten Neil-Young-Alben, die ich mir (nach \u201eHarvest\u201c und \u201eFreedom\u201c) als junger Erwachsener zulegte, und damals war ich \u00fcberw\u00e4ltigt davon, was Young allein mit Stimme, Gitarre und Harmonium auf die Beine stellt. Das war vor 30 Jahren, und mit \u201eBefore And After\u201c legt der Pate des Grunge nun wieder ein rein akustisches Livealbum vor, diesmal auch ohne Publikumsger\u00e4usche. \u201eMr. Soul\u201c (im Original vom Buffalo-Springfield-Album \u201eBuffalo Springfield Again\u201c von 1968) brachte mich damals dazu, zum Buffalo-Springfield-Fan zu werden, und zahlreiche andere Klassiker wie \u201eThe Old Laughing Lady\u201c, \u201ePocahontas\u201c sowie das damals noch recht neue \u201eHarvest Moon\u201c veranlassten mich zu einer eingehenden Besch\u00e4ftigung mit Youngs \u00fcbrigem Werk. Wie schon damals ist auch auf dem aktuellen Album die Hitdichte nicht sehr hoch (und Young k\u00f6nnte mehrst\u00fcndige Konzerte geben, ohne auch nur einen einzigen Nicht-Hit zu spielen, aber das macht er nicht), und weiland wie heute steht das den beiden Alben sehr sehr gut. Und dem Guardian war \u201eBefore And After\u201c gleich zwei Rezensionen wert, eine am 08. und eine am 10. Dezember erschienen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eBefore And After\u201c beginnt mit \u201eI\u2019m The Ocean\u201c, dem (wie ich damals fand) besten St\u00fcck des gemeinsam mit Pearl Jam eingespielten Albums \u201eMirror Ball\u201c von 1995. Im Original ein zur\u00fcckgenommenes Gitarreninferno von mehr als 10 Minuten L\u00e4nge, schafft Young es allein mit der Akustikgitarre immerhin auch noch auf knapp 7 Minuten und reduziert dabei das St\u00fcck in ganz hervorragender Art und Weise auf Atmosph\u00e4re und Melodie. Weiter geht es mit einer Mundharmonika und \u201eHomefires\u201c, das meines Wissens irgendwann aus den fr\u00fchen 70ern stammt und bisher nur 2020 auf einem der Archives-Alben ver\u00f6ffentlicht wurde. Wundersch\u00f6ner Folk, dessen Mundharmonika am Ende ansatzlos in \u201eBurned\u201c (vom 1966er Buffalo-Springfield-Deb\u00fctalbum) \u00fcbergeht. Bei dem Song staune ich, in welchen H\u00f6hen Youngs Stimme auch in der zweiten H\u00e4lfte seines achten Lebensjahrzehnts noch stattfindet. Und weiter geht es mit Buffalo Springfield: \u201eOn The Way Home\u201c stammt von deren letzem Album \u201eLast Time Around\u201c (1968) und hat seitdem nichts an seiner zeitlosen Sch\u00f6nheit eingeb\u00fc\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach beinhaltet das Album ein tolles Kuriosum: \u201eIf You Got Love\u201c, seinerzeit f\u00fcr das Elektro-Album \u201eTrans\u201c (wir erinnern uns, das mit dem Vocoder-Gesang) geschrieben, aber dort dann nicht mit draufgenommen. Jetzt k\u00f6nnen wir das St\u00fcck hier h\u00f6ren und ich w\u00e4re saugespannt, zu h\u00f6ren, wie es seinerzeit gedacht war. In der aktuellen Fassung kommt es mit Harmonium und klarem, hohen Gesang daher, der im Refrain so lieblich klingt, dass man Young am Liebsten in den Arm nehmen m\u00f6chte. Ein sehr ber\u00fchrendes St\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss \u00fcbernimmt ein sehr lieblich klimperndes Klavier die F\u00fchrung \u2013 klar, so wie auf \u201eA Dream That Can Last\u201c klang Young im Jahr 1994 auf \u201eSleeps With Angels\u201c. Dass er kurz zuvor den Grunge-Kracher \u201eRagged Glory\u201c und ein Jahr sp\u00e4ter das ebenso grungebeeinflusste \u201eMirror Ball\u201c mit Pearl Jam zusammen aufnehmen w\u00fcrde, h\u00e4tte ja auch niemand ahnen k\u00f6nnen. \u201eSleeps With Angels\u201c (das mir bei Erscheinen im \u00dcbrigen auch sehr taugte und ich wei\u00df nicht, warum ich es in den folgenden Jahrzehnten nur selten geh\u00f6rt habe) findet sich hier noch einmal verewigt, und zwar mit dem \u00fcbern\u00e4chsten St\u00fcck \u201eMy Heart\u201c. Dazwischen gibt es noch \u201eBirds\u201c von Youngs 1970er \u00dcberalbum \u201eAfter The Gold Rush\u201c. Auch hier wieder viel Klavier, da gibt es weder gro\u00df was zu zu sagen noch was dran auszusetzen. Und \u201eMy Heart\u201c zeigt dann aufs Neue, wie unterbewertet \u201eSleeps With Angels\u201c selbst bei einem Young-Fanatiker wie mir ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Jawoll, und danach betreten wir die Neuzeit, denn \u201eWhen I hold You In My Arms\u201c ist gerade mal knapp \u00fcber 20 Jahre alt und stammt von Youngs 911-Album \u201eAre You Passionate?\u201c (2002). Nur Klavier und Gesang, gro\u00dfartig. Anschlie\u00dfend wird es wieder Zeit f\u00fcr das Harmonium und die Mundharmonika, also quasi das Mundharmonium. \u201eMother Earth\u201c stammt bereits aus 1990, vom legend\u00e4ren \u201eRagged Glory\u201c, und besticht immer noch durch seine ergriffen vorgetragene Botschaft, wir m\u00f6gen Mutter Erde nun mal ein wenig besser behandeln m\u00fcssen, um sie nicht unseren Kindern endg\u00fcltig wegzunehmen. Das nimmt Youngs sp\u00e4tere Botschaften zum Erhalt der Erde, wie z.B. die Monsanto Years, vorweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Und DANN kommen die beiden Hits auf dem Album: Erst \u201eMr. Soul\u201c vom 1967er Buffalo-Springfield-Zweitwerk \u201eAgain\u201c. Zeitlos sch\u00f6n und gro\u00dfartig, mit Mundharmonika und Harmonium bildet Young auch hier wieder sein eigenes Ein-Mann-Sinfonieorchester, und die Melodie von \u201eMr. Soul\u201c ist immer abwechselnd zum Heulen wie am Spie\u00df und zum Niederknien. Einer meiner allergr\u00f6\u00dften Neil-Young-All-Time-Favourites aller Zeiten und eine der besten Kompositionen der Menschheitsgeschichte. Hier zum neu eingespielt Nachh\u00f6ren, auf dass man sich \u00fcberzeuge, wer nicht nur einer der gr\u00f6\u00dften Songwriter aller Zeiten, sondern auch einer der allerwichtigsten Interpreten seiner eigenen Songs ist. Es folgt \u201eComes A Time\u201c vom 1978er Album \u201eComes A Time\u201c, das nach dem gleichnamigen St\u00fcck benannt ist. Auch so ein typisches \u201eZwischen zwei Alben\u201c-Album von Young: 1977 hat er seinen Fans mit \u201eAmerican Stars\u2019n\u2019Bars\u201c die Gitarrenr\u00fcckkopplungen f\u00f6rmlich um die Ohren geschlagen (wir erinnern uns an \u201eLike A Hurricane\u201c) und 1979 mit dem halb akustischen und halb stromunterst\u00fctzten \u201eRust Never Sleeps\u201c in Zeiten des Punkrocks Musikgeschichte geschrieben, die zum einen einen Johnny-Rotten-Verweis und zum anderen das von Kurt Cobain sp\u00e4ter in seinem Abschiedsbrief verwendete Zitat beinhaltete und zwischendurch? Geht Young bei, schnallt sich Mundorgel und Klampfe um und nimmt ein schmissiges Folk-Album auf, n\u00e4mlich das gro\u00dfartige und von mir immer im Zusammenhang mit \u201eLong May You Run\u201c von der Stills-Young-Band geh\u00f6rte \u201eComes A Time\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem abschlie\u00dfenden \u201eDon\u2019t Forget Love\u201c betreten wir dann die Neuzeit: Es stammt vom 2021er Album \u201eBarn\u201c und schl\u00e4gt sich neben den deutlich \u00e4lteren Songs sehr gut; es macht sozusagen deutlich, dass Young in seinem durch Nichts zu b\u00e4ndigen Schaffensdrang zwar keine absolut bahnbrechenden und einem die F\u00fc\u00dfe wegziehenden Alben wie \u201eEverybody Knows This Is Nowhere\u201c, \u201eHarvest\u201c, \u201eAfter The Gold Rush\u201c, \u201eTonight\u2019s The Night\u201c, \u201eZuma\u201c, \u201eAmerican Stars\u2019n\u2019Bars\u201c, \u201eRust Never Sleeps\u201c, \u201eFreedom\u201c, \u201eHarvest Moon\u201c oder \u201eMirror Ball\u201c (sorry f\u00fcr all das Namedropping, ich wollte hier nur mal deutlich machen, was Young seit 1966 eigentlich alles f\u00fcr uns getan hat) mehr abliefern wird und muss, aber als Songwriter, S\u00e4nger und Musiker immer noch weder irrelevant noch wegzudenken noch jemals zu vergessen sein wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (13.12.2023) Hier schlie\u00dft sich ein Kreis: \u201eUnplugged\u201c war 1993 eins der ersten Neil-Young-Alben, die ich mir (nach \u201eHarvest\u201c und \u201eFreedom\u201c) als junger Erwachsener zulegte, und damals war ich \u00fcberw\u00e4ltigt davon, was Young allein mit Stimme, Gitarre und &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/neil-young-before-and-after-reprise-records-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5850","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5850"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5852,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5850\/revisions\/5852"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}