{"id":5831,"date":"2023-12-10T20:34:41","date_gmt":"2023-12-10T19:34:41","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5831"},"modified":"2023-12-10T20:34:41","modified_gmt":"2023-12-10T19:34:41","slug":"vince-clarke-songs-of-silence-mute-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/vince-clarke-songs-of-silence-mute-2023\/","title":{"rendered":"Vince Clarke \u2013 Songs Of Silence \u2013 Mute 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Vince-Clarke-Songs-Of-Silence.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Vince-Clarke-Songs-Of-Silence.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5832\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (10.12.2023)<br><br>Na klar, Depeche Mode, Yazoo, Erasure, das kennt man, VCMG sicherlich auch noch, The Clarke &amp; Ware Experiment oder The Assembly schon nicht mehr so genau, die ganzen anderen Projekte auch nicht: Der als Vincent John Martin geborene Synthiepopheld Vince Clarke aus Basildon ist seit den Siebzigern musikalisch unterwegs und ver\u00f6ffentlicht erst 2023 ein als Soloalbum deklariertes Werk. Den Titel \u201eSongs Of Silence\u201c nimmt er nur halb genau, weil auf diesem die Stille durchaus bedienenden Album keine Songs enthalten sind. Sondern Ambient-Experimente mit geringsten bpm-Werten und mehr Soundscapes als Melodien. Das kann er, und selbst, wenn man dies mit seinem Achtziger-Synthiepop nicht in Einklang bringen kann, finden sich sehr wohl Analogien in seiner Discographie. \u201eSongs Of Silence\u201c passt perfekt in den tiefsten Winter.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zwei Regeln gab sich Clarke bei der Erstellung dieser \u201eSongs Of Silence\u201c: Alle Tracks mussten mit dem Eurorack erstellt werden, einer Ger\u00e4tschaft, die unterschiedlich genormte Synthies zusammensteckt, und alle sollten jeweils um nur eine Note kreisen. Diese analogen Synthies nun schwingen im Einklang, Clarke schaltet sie in Reihe und \u00fcberkreuz sie und entlockt ihnen dunkle Soundscapes, zarte Drones und allerlei unaufdringliche Effekte. Von Dark Ambient ist an mancher Stelle zu lesen, das mag aus Chartssicht zutreffen, aber nicht aus Sicht von Leuten, die wirklich Dark Ambient machen: Clarke ist nicht apokalyptisch, nicht harsch, nicht finster genug f\u00fcr ein solch extremes Etikett. Fr\u00f6hliche gute Laune vermittelt das Album dennoch nicht, vielmehr untermalt es den chilligen Winterabend, den kontemplativen Rotweingenuss, die flackernden Kerzen am warmen Ofen.<br><br>Am seltendsten entlockt Clarke seinem Fuhrpark Beats. In \u201eScarper\u201c pluckern sie unauff\u00e4llig in mittlerem Tempo, in \u201eWhite Rabbit\u201c legen sie erst nach der H\u00e4lfte des St\u00fcckes \u00fcberhaupt los, ansonsten verlegt er sich auf Fl\u00e4chen, Modulationen und behutsame Effekte; in \u201eMitosis\u201c dudelt die Berliner Schule mit. Als Melodien kann man seine Sounds ebenfalls nicht auffassen, sch\u00f6n sind sie trotzdem. Clarke bel\u00e4sst es nicht ausschlie\u00dflich bei Synthiesounds: Auf \u201eThe Lamentations Of Jeremiah\u201c, das es vorab als 7\u201c gab, spielt jemand namens Reed Hayes ein Cello, eher jazzig als poppig. In \u201eBlackleg\u201c verarbeitet Clarke zu Drones den gesampelten Gesang von Minenarbeitern aus dem 19. Jahrhundert. K\u00f6rperlosen Operngesang gibt es in \u201ePassage\u201c, das damit an \u201eThe Seduction Of Claude Debussy\u201c von The Art Of Noise ebenso erinnert wie an die lange Version von \u201eRock Me Gently\u201c auf dem selbstbetitelten Album von Erasure, bei dem ausgerechnet Diamanda Gal\u00e1s ihre Stimme zu synthetischen beatlosen Drones erhebt \u2013 ganz wie hier.<br><br>Es ist also mitnichten neu f\u00fcr Clarke, Ambient zu machen. \u201eErasure\u201c erschien bereits 1995, und als The Clarke &amp; Ware Experiment erstellte er zwischen 1999 und 2012 mit Martyn Ware \u2013 ja, von The Human League, Heaven 17, BEF und mehr \u2013 um die zehn CDs mit Ambientmusik. Neu nicht, aber durchaus anders als das, was man mit ihm handels\u00fcblich verbindet, ab \u201eSpeak &amp; Spell\u201c mit Depeche Mode, ab Yazoo und ab Erasure, ab \u201eNever Never\u201c von The Assembly mit John Peels Undertones-Punkheld Feargal Sharkey oder auch ab VCMG, dem Minimal-Techno-Projekt ausgerechnet mit Martin Gore, seinem Ex-Kumpel von Depeche Mode. Ein Solo-Deb\u00fct ist \u201eSongs Of Silence\u201c zudem auch nur, wenn man Clarkes ganzen Soundtrack-Arbeiten nicht mitz\u00e4hlt, die in der Tat auch nie von den jeweiligen Filmen separiert erschienen. Wie ein Soundtrack wirkt \u201eSongs Of Silence\u201c tats\u00e4chlich, zum spacigen \u201eRed Planet\u201c hat man nicht nur des Titels wegen sofort SciFi-Bilder vor Augen.<br><br>Einziger Nachteil: Das Album ist kurz, keine Dreiviertelstunde dauert es. Da ist man schneller mit durch, als man sich entspannt hat, in solch Zeiten wie diesen. Dann h\u00f6rt man es halt zweimal. Oder die ganze Nacht durch, die dauert im Winter ja eh was l\u00e4nger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (10.12.2023) Na klar, Depeche Mode, Yazoo, Erasure, das kennt man, VCMG sicherlich auch noch, The Clarke &amp; Ware Experiment oder The Assembly schon nicht mehr so genau, die ganzen anderen Projekte auch nicht: Der als Vincent John &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/vince-clarke-songs-of-silence-mute-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5831","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5831","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5831"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5831\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5833,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5831\/revisions\/5833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}