{"id":5795,"date":"2023-11-30T21:49:58","date_gmt":"2023-11-30T20:49:58","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5795"},"modified":"2023-11-30T21:49:58","modified_gmt":"2023-11-30T20:49:58","slug":"schneider-collaborations-sechs-sieben-veroeffentlichungen-schneider-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/schneider-collaborations-sechs-sieben-veroeffentlichungen-schneider-2023\/","title":{"rendered":"Schneider Collaborations \u2013 Sechs, sieben Ver\u00f6ffentlichungen \u2013 Schneider 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schneider-Collaborations.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schneider-Collaborations.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4700\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (30.11.2023)<br><br>Lediglich sechs Platten bringt der hyperaktive Zauberschlagzeuger J\u00f6rg A. Schneider im Oktember heraus, doch w\u00e4hrend dies eine Niederschrift erf\u00e4hrt, verschickt er schon die siebte. Seine Improvisations-Kollaborateure sind dieses Mal Gitarrist Thomas Kranefeld, Gitarrist N, Gitarrist Mikel Vega, Gitarrist Barley Rantilla, zum zweiten Mal Gitarrist Michel Kristof sowie unter dem Alias The Nude Spur abermals Thomas Kranefeld. In Zustellung befindet sich zudem das zweite Album mit dem verr\u00e4terischen Titel \u201eDos\u201c des Projektes Glimmen. Falscher Name eigentlich: Der Mann glimmt nicht, er brennt \u2013 wie die Feuer auf den Plattencovern.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Schneider-Kranefeld.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Schneider-Kranefeld.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5796\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Schneider | Kranefeld (Vinyl)<\/strong><br><br>Die Gitarre von Thomas Kranefeld, Impro-Gitarrist aus Neuk\u00f6lln, klingt wie eine klassische Jazz-Gitarre oder wie die, die man bei Bob Dylan erwartet, also unverzerrt angeschlagen \u2013 wobei angeschlagen wohl der richtige Ausdruck ist: Kranefeld und Schneider improvisieren keine Musik, die man an klassischen Mustern festmachen kann. Keine Melodien, keine festen Rhythmen, sondern aneinandergereihte T\u00f6ne von zwei Menschen, die selbstvergessen ihre Instrumente umeinanderkreisen lassen. Keiner von beiden hat den Drang, die Oberhand zu gewinnen, beide agieren nicht neben-, sondern miteinander, sie geben sich gegenseitig die M\u00f6glichkeit zur freien Entfaltung, und frei ist die Entfaltung hier allemal. Im Verlaufe des Albums steigern sie sich umso mehr in ihre Versunkenheit und pr\u00fcgeln die Seele aus ihren Instrumenten heraus, \u201eDrunken Searchers\u201c auf der B-Seite etwa ist ein rasendes Etwas, das in voller Wucht aus die H\u00f6renden zukommt, und das schlichtweg durch gesteigerte Spielintensit\u00e4t. Zum Schluss packt Schneider die Kuhglocken aus, die er zu \u201eThe Magnificent Liberty Valance\u201c in sein zufallsgesteuertes Set integriert.<br><br>Das Selbstversunkene \u00fcbertr\u00e4gt sich bestens auf die H\u00f6renden: Das Album hat auf weiten Strecken etwas Kontemplatives, trotz der Nervosit\u00e4t, die es ausstrahlt. Grunds\u00e4tzlich ist es immer wieder unfassbar, dass die Aufnahmen der an Schneiders Kollaborationen beteiligten Instrumente nicht immer im selben Raum und im selben Moment stattfanden. Wie machen die das?<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Schneider-N.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Schneider-N.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5797\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Schneider | N (Doppel-Vinyl)<\/strong><br><br>Anders als mit Kranefeld betitelt Schneider die sechs Tracks mit Hellmut Neidhardt alias N (oder auch n) auf Deutsch, nicht auf Englisch, und sogar auch mal im Dialekt. Die \u201eGeteerte Teufelin\u201c er\u00f6ffnet das Album, es geht weicher zu, was beide Instrumente betrifft, sanftere Snares und Toms, fl\u00e4chige, ambientartige Gitarren, aber dennoch ist es Noise, Drone, was dabei herauskommt. Dunkle Watte. Auch hier verzichtet Schneider auf gerade Takte und steigert sich in sein treibendes Klickern hinein, als sei er Sisyphos. N besorgt dazu dr\u00f6hnende Fl\u00e4chen, und trotzdem wirkt das Ganze warm und wohlig. Wie ein Boot auf hoher See in wechselnden Wettern ver\u00e4ndern die beiden Musiker Intensit\u00e4t und Stimmung, zwischenzeitig sch\u00e4len sich sogar erkennbare Akkorde heraus, und \u00fcber allem liegt eine unfassbare Sch\u00f6nheit. Selbst ein Power-Drone wie \u201eAm jr\u00f6ne Meerke\u201c mit dem extrem aktiven, jetzt wieder h\u00e4rteren Schlagzeug zu den fuzzy Soundscapes kann seine Sch\u00f6nheit nicht verhehlen. Dem Gehirn gelingt es sogar, aus dem Geh\u00f6rten einen melodischen Postrock zu formen, der in Wahrheit in dieser Form gar nicht vorliegt.<br><br>Ab \u201eElken\u201c unterbricht das Duo den Drone, die nerv\u00f6sen Drums bleiben, aber N bedient seine verzerrte Gitarre nicht mehr fl\u00e4chig, sondern abgehackt, und bratzt alsbald auch richtig los. Hier wird die Analogie zu Neil Young auf H\u00f6he von \u201eDead Man\u201c oder \u201eLe Noise\u201c am deutlichsten, auch wenn sie bestimmt nicht beabsichtig ist. Zum Ende des langen Albums hin verliert sich die Gitarre, N tritt hinter Schneider zur\u00fcck, seine Drones werden milde und z\u00f6gerlich, zur\u00fcckhaltend, derweil Schneider galoppiert, was das Zeug h\u00e4lt. Die beiden faden gemeinsam rauschhaft mostend aus der Session aus, die \u00fcbrigens dieses Mal live in Schneiders Studio stattfand. Kleiner Exkurs zum Dortmunder Landschaftsarchitekten Neidhardt: Seine Bet\u00e4tigungsfelder sind angenehm breit gef\u00e4chert, von Sludge-Doom mit ORT, dem Duo Scatterwound mit dem Belgischen Industrial-Pionier Dirk Serries sowie Ambient-Drone mit den Projekten Tape Measure Kid, No und [multer].<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Schneider-Vega.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Schneider-Vega.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5798\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Schneider | Vega (Vinyl)<\/strong><br><br>Es ist schier unglaublich, wie viele Impro-Musiker es weltweit gibt, und es scheint, als kenne Schneider sie alle. Mikel Vega ist Gitarrist aus Bilbao, entsprechend sind die sechs Tracks auf Baskisch betitelt. W\u00e4hrend Schneider sein Schlagzeug behutsam drischt, verwendet Vega seine Gitarre wieder anders als die beiden anderen Gitarrenkollaborateure zuvor: Zwar erkennt man das Instrument zun\u00e4chst noch im Opener \u201eOutsiderraren Begirada\u201c, \u201eDer Blick des Au\u00dfenseiters\u201c, doch hat Vega in seinem Studio haufenweise Effektger\u00e4te herumliegen, mit denen er T\u00f6ne aus seinem Instrument herausholt, die es komplett gar nicht mehr wiedererkennbar erklingen lassen. Nicht nur schaltet er Hall und Echo und sonstige Verzerrer zwischen die Kabelage, manches erinnert pl\u00f6tzlich an Electrospielereien, an Morseapparate, an SciFi-Filme der F\u00fcnfziger, anderes an Glockengel\u00e4ut, Sturmgebraus, Eisenbahnen oder Schiffssirenen, und dann hat er pl\u00f6tzlich einen \u2013 schnell wieder vor\u00fcbergehenden \u2013 Twang, als w\u00e4re er Chris Isaak.<br><br>Vega beherrscht die Wechselb\u00e4der, was nicht wundert, schaut man sich in seiner \u00fcppigen Discographie um: Mit Black Earth macht er eine Mischung aus Dark Ambient, Black Metal und Noise, mit Killerkume experimentellen Noise, mit Loan Sludge Metal, mit Orban Unit Free Jazz und Post Rock, mit Wolkokrots abstrakten Experimental-Noise sowie mit vielen anderen Musizierenden weitere unvorstellbare Projekte. Wie jetzt dieses mit Schneider. Der H\u00fcckelhovener umrahmt Vegas irrsinnige Spielereien mit seinen kaum weniger irrsinnigen Schlagzeugimprovisationen, er passt sich an, wird leise raschelnd, klickert, wo es erforderlich ist, und kl\u00f6ppelt an anderen Stellen emsig auf den Elementen seines Sets herum. Schade, dass hier niemand die Titel singt: \u201eSuzko Enborrak Trinkotu Du Bere Gorputza\u201c hei\u00dft \u201eDer Feuerscheit hat seinen K\u00f6rper zusammengedr\u00fcckt\u201c, sagt das Internet, und das liest sich schon, als w\u00fcrde es sich gesungen spannend anh\u00f6ren. Was es selbstredend auch so schon macht.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Schneider-Rantilla.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"125\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Schneider-Rantilla.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5799\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Schneider | Rantilla (CD)<\/strong><br><br>Mit Barley Rantilla von der Doom-Sludge-Noise-Band Rebreather (ehemals Package E) aus Youngstown, Ohio, verf\u00e4llt Schneider unerwarteterweise in nachvollziehbare Rhythmen: Auf \u201eNyanbinghi\u201c gleich, dem ersten der vier Tracks, drischt er voran, als sei er Drummer in einer Speed-Metal-Noiserock-Band. Urst geil, fett gespielt, sch\u00f6n nach vorn und trotzdem mit den experimentellen Elementen drin, die Zeit daf\u00fcr hat er dann auch noch. Daf\u00fcr dreht Rantilla frei: Was er seiner Gitarre entrei\u00dft, hat mit Musik und Harmonie nun gar nichts mehr zu tun. Feedbacks, lang anhaltend, hocht\u00f6nige Drones, nadelspitzer L\u00e4rm, der sich ins Gehirn bohrt, w\u00e4hrend Schneider die wilde Pferdeherde in den Abgrund treibt.<br><br>Erst auf dem dritten Track \u201eBlacklight Solutions\u201c nimmt Rantilla sich zur\u00fcck und l\u00e4sst zun\u00e4chst lediglich minimalistische undefinierbare Effekte erklingen, zu denen Schneider sich an seinem Drumset in Rage kloppt. Es muss schon die H\u00e4lfte des St\u00fccks, also zehn Minuten, vergehen, bis es dazu kommt, dass Rantilla sich nicht mehr zur\u00fcckhalten kann, allm\u00e4hlich seine Zahnarztbohrer wieder aus der Schatulle holt und heimlich anschlie\u00dft. Man sieht es f\u00f6rmlich, wie er sich verstohlen umschaut, ob ihn keiner sieht, hinter seinem R\u00fccken nach dem Einschalter sucht, daran herumhantiert und so tut, als sei es ein Versehen, dass dabei Ger\u00e4usche entstehen, und es dann einfach laufen l\u00e4sst, weil, ist ja jetzt eh nicht mehr zu \u00e4ndern. Ach, und wem geh\u00f6rt eigentlich die Kreiss\u00e4ge, die hier rumsteht? Wann hat eigentlich jemand zuletzt den Feueralarm hier getestet? Und Schneider wetzt dazu die Drumsticks. Die letzten zehn Minuten, \u201eRock Bottum\u201c, k\u00f6nnten daf\u00fcr glatt als regul\u00e4rer Sludge-Noise-Track durchgehen, der etwas in Schieflage geraten ist \u2013 als w\u00fcrden die beiden Musiker die Zuh\u00f6renden f\u00fcr ihr Durchhalteverm\u00f6gen mit etwas Vertrautem belohnen wollen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Schneider-Kristof-II.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"126\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Schneider-Kristof-II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5800\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Schneider | Kristof (CD)<\/strong><br><br>Etwas verwirrend f\u00fcr Sammler und Desorientierte ist der Umstand, dass die zweite Kollaboration von Schneider und Michel Kristof aus Paris keinen von der ersten abweichenden Titel tr\u00e4gt. Man kann sie immerhin am Format unterscheiden: Die erste Zusammenarbeit gab\u2019s auf Vinyl, die zweite auf CD. Naja, die Cover unterscheiden sich au\u00dferdem. Und die Musik auch, obgleich die Voraussetzungen sich \u00e4hneln: Kristof hantiert selbstversunken an seiner unverzerrten Gitarre herum, holt aberwitzige Sounds aus ihr heraus, unwirkliches Gefrickel, kontemplative Effekte, komplett ungitarrische Ger\u00e4usche, Knarzen, Orgeln, Zischen, Kreischen, Piepsen. Eile hat er dabei keine, einen dichten Soundteppich webt er ebenfalls nicht, er l\u00e4sst L\u00fccken, konzentriert sich auf seine Vorhaben, setzt Akzente.<br><br>Anders Schneider, der zun\u00e4chst einen Drumteppich ausrollt, und hier passt wirklich das Englische to roll the drums: Er generiert die rumpelnde Grundlage f\u00fcr das, was Kristof an seiner Apparatur veranstaltet. Das verschiebt sich alsbald, Kristof zieht auch mal anhaltende T\u00f6ne aus seinen Saiten, doch ist da von Melodien noch lang keine Rede. Ebenso wenig wie von Rhythmus bei Schneider, der im Verlauf auch mal den Teppich zerst\u00fcckelt und seine Klackger\u00e4usche einzeln neben die Effekte von Kristof stellt. Schneider hat in Sachen Ver\u00f6ffentlichungsmenge \u00fcberdies in Kristof seinen Meister gefunden: Auf Discogs sind bei dem Franzosen rund 140 Alben und EPs gelistet \u2013 und das auch nur bis 2021. Es d\u00fcrften inzwischen also um die 200 sein.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/The-Nude-Spur-The-Nude-Spur.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"124\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/The-Nude-Spur-The-Nude-Spur.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5801\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>The Nude Spur (CD)<\/strong><br><br>Der wilde, wilde Westen f\u00e4ngt dieses Mal gleich hinter H\u00fcckelhoven an: \u201eThe Nude Spur\u201c, also \u201eDer nackte Sporn\u201c, gibt die Reiterrichtung vor, auf dem Album erstellen Kranefeld und Schneider sieben Tracks, die alle \u201eSheriff, You Forgot Your Pants\u201c hei\u00dfen und schlichtweg durchnummeriert sind. Musikalisch indes ist von Western nichts zu wollen: Schlagzeuger und Gitarrist improvisieren herum, aber anders als auf \u201eSchneider | Kranefeld\u201c. Der Gitarrist verwendet ein Instrument mit anderem Sound, unverzerrt auch hier, aber weniger eindeutig einem Genre zuzuordnen. Kranefeld gniedelt herum, Schneider scheppert, gemeinsam reiten sie in etwas, das sie irrigerweise f\u00fcr den Sonnenuntergang halten m\u00f6gen, doch ist der Weg dahin so uneben, dass sie permanent aus dem Tritt kommen und darob sauer werden. Dem Album liegt eine Aggressivit\u00e4t zugrunde, die es auf den anderen so nicht wahrnehmbar gibt, und diese Aggressivit\u00e4t l\u00f6st beim H\u00f6renden eine Nervosit\u00e4t aus, sogar ein latentes Unwohlsein, man empfindet sich zur Raserei angestiftet. \u201eThe Nude Spur\u201c ist ein Parforceritt, auf eine Art intensiv, dass nicht einmal auff\u00e4llt, dass die Musik keinen g\u00e4ngigen Strukturen folgt.<br><br>F\u00fcr Kranefeld ist The Nude Spur nicht das einzige Impro-Duo, dessen H\u00e4lfte er ist: Mit Schlagzeuger Sebastian F\u00e4th ver\u00f6ffentlichte er in diesem Jahr als Kalm\u00e4user die \u201eDeborah Kerr EP\u201c.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Glimmen-Dos.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"112\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Glimmen-Dos.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5802\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Glimmen \u2013 Dos (Vinyl)<\/strong><br><br>Dieses Album kommt erst noch und ist auch gar nicht Teil von Schneiders Collaborations-Reihe, obwohl es \u00fcber Schneiders Bandcamp-Seite bestellbar sein wird. Eigentlich erscheint es auf dem Label Soutrane Recording Company aus Milwaukee und birgt neben den Hauptakteuren Schneider und Multiinstrumentalist Jason Wietlispach so viele Mitwirkende, dass es allein deshalb konzeptionell aus dem Rahmen der Reihe f\u00e4llt. Tracktitel wie \u201eTunneln Sie einfach am Ende des Lichts\u201c sind jedenfalls schon mal vielversprechend.<br><br>Beteiligte sind Dr. Mark Mantel (ver\u00f6ffentlichte im vergangenen Jahr auf Soutrane sein Solo-Album \u201ePercussion Pieces\u201c, an dem auch Wietlispach mitwirkte), Dave Gelting (von der Band I-Beam und Solo-Musiker, war auch am ersten Glimmen-Album beteiligt), Chet Garrett (ebenfalls Wietlispach-Buddy), John McCoy (ebenfalls I-Beam, dazu Field Of Sound sowie Wietlispach-Ver\u00f6ffentlichungen), Davey Rothenmaier (abermals ein Wietlispach-Gef\u00e4hrte) und Joshua Phillip Lesniak (auch I-Beam und weitere Wietlispach-Projekte).<br><br>Ob es das von Schneider bis Weihnachten gewesen sein wird? Das dritte, bislang unbetitelte Album (m\u00f6glich ist \u201eNo. 8\u201c) seiner Band Teen Prime ist jedenfalls bereits aufgenommen, deren noch \u00e4ltere EP \u201eNo. 5\u201c bislang ebenfalls unver\u00f6ffentlicht. Und irgendetwas hat er bestimmt au\u00dferdem noch in der Schublade.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (30.11.2023) Lediglich sechs Platten bringt der hyperaktive Zauberschlagzeuger J\u00f6rg A. Schneider im Oktember heraus, doch w\u00e4hrend dies eine Niederschrift erf\u00e4hrt, verschickt er schon die siebte. 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