{"id":5783,"date":"2023-11-28T21:44:52","date_gmt":"2023-11-28T20:44:52","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5783"},"modified":"2023-11-28T21:44:52","modified_gmt":"2023-11-28T20:44:52","slug":"bruno-karnel-hic-sunt-dracones-bitume-prods-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/bruno-karnel-hic-sunt-dracones-bitume-prods-2023\/","title":{"rendered":"Bruno Karnel \u2013 Hic sunt dracones \u2013 Bitume Prods 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bruno-Karnel-Hic-sunt-dracones.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bruno-Karnel-Hic-sunt-dracones.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5784\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (28.11.2023)<br><br>Musikalisch eine Hydra, gesanglich jedoch eher ein Gris\u00f9: Auf seinem neuen Album \u201eHic sunt dracones\u201c erkundet Bruno Karnel die von ihm bislang unerforschten Randgebiete der progressiven Rockmusik, die f\u00fcr eingegroovte H\u00f6rer progressiver Musik indes weit weniger unerforscht sind. Mit versierten Gastmusikern setzt Karnel, Musiker aus Meaux zwischen Paris und Reims, seine Visionen um, die er abermals auf Landkarten zwischen ewigem Eis in Skandinavien, der peruanischen Atacama-W\u00fcste und dem historischen Mexico ansiedelt. Seine Musik ist zumeist von einer dominanten Leadgitarre getrieben, l\u00e4sst auch Streichern und Orgeln Raum und transportiert den Grundlagen entsprechend wechselnde Stimmungen. Den Gesang indes h\u00e4tte Karnel getrost ebenfalls anderen Leuten \u00fcberlassen und sich ganz aufs Musizieren verlegen sollen: Seine Stimme ist nicht ganz treffsicher und versetzt dem H\u00f6rgenuss einen Sto\u00df zwischen die Schulterbl\u00e4tter. Hic est Sifridus.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Kontemplativ beginnt Karnel die Reise ins Drachenland, erst im Verlauf des Openers \u201eLa grise, la triste, l\u2019horrible\u201c l\u00e4sst er die Band einsteigen, mit songdienlichem, aber doch auffallend agilem Schlagzeug, das mit Gitarren und Bass der Rockmusik zu Diensten steht, bei Bedarf unterst\u00fctzt von Cello und Orgel, und die Kombi ergibt eine musikalische Narration, die Karnel f\u00fcr das gesamte Album beibeh\u00e4lt. \u201eAbscisses d\u00e9sordonn\u00e9es\u201c beginnt mit der fl\u00e4chigen Lead und erweitert sich zum balladesken Rocksong, \u201eMare congelatum (Der Wanderer)\u201c beginnt vom Piano getragen und driftet in eine Art heruntergedimmter Prog-Rock-Ballade und von dort in die orgelgef\u00fctterte Folklore. Erst in \u201eMythologie vinyle\u201c kommt ein flotteres Tempo auf, das sich in Richtung tanzbarem Rocksong entwickelt.<br><br>In der Gemengelage bleibt es, z\u00f6gerliche Intros, die sich behutsam in neue Richtungen steigern. Den Metal erkundet Karnel indes nie, so extrem wird er dann doch nicht. Er verharrt vor dem angeh\u00e4rteten Rock, den er eher wie im Folk-Prog umsetzt, und generiert ansonsten gern fragile Konstrukte aus eher rockfernem Instrumentarium, das ins Genre indes sehr gut passt, eben Streicher, Elektronik, orientalische Saiteninstrumente oder Keyboards. Aber Metal, nein, dort sind f\u00fcr Karnel weiterhin Drachen. Ob man sich beim H\u00f6ren nun wirklich in Norwegen, Lima oder Mexico befindet oder einfach nur eine ausnehmend abwechslungsreiche musikalische Wanderung vollf\u00fchrt, ist dabei sogar eher unerheblich.<br><br>Nur der Gesang. Karnels Stimme klingt stets schief, als k\u00f6nne er die Noten nicht halten, die er sich ja selbst ausdenkt, und treibt sich dazu auch noch in h\u00f6chste H\u00f6hen, auf denen er dann noch weniger trittfest ist. Das hat etwas Amateurhaftes, das den Gesamtgenuss seiner Musik schm\u00e4lert. Wie schade, denn die Anlagen sind ja gegeben.<br><br>Nicht zum ersten Mal, Karnel hat haufenweise Musik auf seinem Zettel stehen, ausgehend von der EP \u201eMirages\u201c aus dem Jahre 2011, die er komplett allein einspielte. F\u00fcr \u201eHic sunt dracones\u201c trommelte er ein versiertes Team zusammen: den Schlagzeuger Pavel Ljubi\u010di\u0107, die Bassisten Julien Waghon, Antonin Smirr und Oleh Mytrofanov, die Gitarristen Matthieu Gajewski, Ricardo Da Silva und Florent Morel, f\u00fcr Piano, Mellotron, Hammondorgel, Mini-Moog, Celesta und Rhodes Alessio Medeot, die Cellistin Polina Faustova, die Background-S\u00e4ngerin Sonia sowie den Guitarr\u00f3n-Spieler Angel Ter\u00e1n. Den Rest \u00fcbernimmt der Chef: Gesang, diverse akustische und elektrische Gitarren, Domra, Charango, Mandolinen, Saz, Keyboards, Programmierte Sounds und Field Recordings. Ja, wundervoll experimentell angelegt, versiert dargeboten, aber der Gesang, der schreckt Drachen eher ab, als dass er nach ihnen klingt. Kann ja auch hilfreich sein, wenn man in deren Gebiet vordringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die CD erscheint im M\u00e4rz 2024, den Download gibt es bereits.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.11.2023) Musikalisch eine Hydra, gesanglich jedoch eher ein Gris\u00f9: Auf seinem neuen Album \u201eHic sunt dracones\u201c erkundet Bruno Karnel die von ihm bislang unerforschten Randgebiete der progressiven Rockmusik, die f\u00fcr eingegroovte H\u00f6rer progressiver Musik indes weit weniger &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/bruno-karnel-hic-sunt-dracones-bitume-prods-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5783","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5783","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5783"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5783\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5785,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5783\/revisions\/5785"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5783"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5783"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5783"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}