{"id":5734,"date":"2023-11-13T12:35:07","date_gmt":"2023-11-13T11:35:07","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5734"},"modified":"2023-11-13T12:35:07","modified_gmt":"2023-11-13T11:35:07","slug":"zillion-robin-pront-b-nl-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/zillion-robin-pront-b-nl-2022\/","title":{"rendered":"Zillion \u2013 Robin Pront \u2013 B\/NL 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"100\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-660\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (13.11.2023)<br><br>Die Ausgangslage: Ein geh\u00e4nseltes Arschloch macht Arschlochsachen mit anderen Arschl\u00f6chern, die ihn daf\u00fcr ebenfalls arschlochm\u00e4\u00dfig behandeln. Das Ganze spielt in der Gro\u00dfraumclubszene der sp\u00e4ten Neunziger in Antwerpen und lehnt sich locker an der realen Geschichte von Frank Verstraeten und seinem titelgebenden Club \u201eZillion\u201c an. Inszeniert Robin Pront zun\u00e4chst ein kunterbuntes, ultraschnelles Clubding, bricht er es im Rest ausgebremst auf Action und Drama herunter \u2013 zu einem Zeitpunkt, als einem die Arschl\u00f6cher jedoch eh schon egal sind. Der Film ist etwas f\u00fcrs Auge, aber nicht f\u00fcr die Ewigkeit.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Verstraeten ist zu klein geraten, deshalb respektiert man ihn nicht. Und deshalb will er sich an allen r\u00e4chen, also wirklich an allen. Mit illegalem Computer- und Bauteilhandel wurde er zum Schwarzgeldmillion\u00e4r, den ekzemverkrusteten Fiskus immer auf den Fersen, und als er aus Antwerpens Club Carr\u00e9 hinausgeworfen wird, weil er sich einfach schei\u00dfe benommen hat, schlie\u00dft er sich mit dem Pornoproduzenten Dennis Black Magic zusammen und er\u00f6ffnet mit b\u00fcrgermeisterlichem Segen s\u00fcdlich der Antwerpener Innenstadt das \u201eZillion\u201c. Klar: Drogen, albanische Mafia, Gewalt vor der T\u00fcr, dazu der brutale Vater von Vanessa, der Miss Belgium 1997, die Verstraeten sich als Freundin kaufte, und seine geldgeile Mutter, die noch durchtriebener ist als er, und der Carr\u00e9-Chef, der ihn sowieso nicht leiden kann, sowie staatliche Instanzen, die ihm ans Leder flicken wollen. In der Realit\u00e4t geht das Gebr\u00e4u nicht auf, und im Film bricht alles alsbald auseinander: Vanessa wird drogenabh\u00e4ngig und eigensinnig, die Mutter kann sie nicht leiden und intrigiert gegen sie, die Albaner bedrohen Dennis, der f\u00fcr Verstraeten in den Knast gegangen war und sie dort kennenlernte, und irgendwann bleiben nur noch Gewalt, Verrat, zur\u00fcckgewiesene Liebe, Eifersucht, Paranoia, Bestechung und wieder Verrat. Am Ende ist der K\u00f6nig der Disco wieder ein einsamer kleiner Junge im Br\u00fcsseler Vorort Meise.<br><br>W\u00e4ren nicht die eindrucksvollen Bilder aus dem Club und die mit ihnen verbundene \u2013 ja \u2013 kongeniale Zusammenwirkung von Sound und Kamera, man h\u00e4tte nur wenig Erinnernswertes an diesem Film. Einige Gags vielleicht, das mit den Carr\u00e9-Mitgliedskarten, die die G\u00e4ste im Zillion neben dem Carr\u00e9-Chef an der Theke gegen Getr\u00e4nke eintauschen etwa. Oder dass Verstraeten gern zu Hause in einem Aquarium abtaucht. Ansonsten hat der Film zun\u00e4chst ein zu hohes Tempo, um den verstrahlten Verstraeten als Identifikationsfigur aufbauen zu k\u00f6nnen, und als es daf\u00fcr im Schlussteil endlich Anlass gibt \u2013 \u00e0 la \u201enur Computer sind meine Freunde, die h\u00e4nseln wenigstens nicht\u201c \u2013, ist einem der Typ nicht nah genug am Herzen, um diese Tr\u00e4nendr\u00fcse zu aktivieren. Jede der Figuren hat so viele unangenehme Eigenschaften, dass das Identifikationspotential viel zu gering ist: Vanessa mit ihren Drogen, der an sich verl\u00e4ssliche, aber leichtsinnige Dennis mit seinem Porno, die krebskranke Mutter mit ihren Vorurteilen, der Steuerfahnder mit seinen unappetitlichen Hautproblemen. Alle egal.<br><br>Bleibt also die Geschichte. Die spielt in einem Milieu, in dem billige Technomusik billige Massen mit viel Geld hypnotisiert. Gro\u00dfraumdisco im Gewerbegebiet, das Stardust in Wolfsburg hatte ebenfalls eine Laseranlage und einen schlechten Geschmack. Wer da nicht hinging, wusste, warum, und findet daher auch nur wenige Bezugspunkte zu diesem Film. Weil es klar ist, dass hier Sex, Drugs und Bummbumm zwischen unsympathischen Leuten vorkommen, also irgendwann Gewalt, und weil das au\u00dferdem als Basis f\u00fcr einen Film in dieser Mischung kein neues Ding ist. Interessant ist indes, dass Jonas Vermeulen in seiner Rolle als Haupt-Arschloch eigentlich sympathisch und liebenswert aussieht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (13.11.2023) Die Ausgangslage: Ein geh\u00e4nseltes Arschloch macht Arschlochsachen mit anderen Arschl\u00f6chern, die ihn daf\u00fcr ebenfalls arschlochm\u00e4\u00dfig behandeln. 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