{"id":5719,"date":"2023-11-08T17:34:44","date_gmt":"2023-11-08T16:34:44","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5719"},"modified":"2023-11-08T17:34:44","modified_gmt":"2023-11-08T16:34:44","slug":"synapse-alter-echoes-synapse-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/synapse-alter-echoes-synapse-2023\/","title":{"rendered":"Synapse \u2013 Alter Echoes \u2013 Synapse 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Synapse-Alter-Echoes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Synapse-Alter-Echoes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5720\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (08.11.2023)<br><br>Eine EP mit sechs Pop-Coversongs ist das dritte Lebenszeichen des franz\u00f6sischen Prog-Metal-Quintetts Synapse. Die Auswahl der Originale ist dem Metal sehr, sehr fern und schreckt auch vor Kitsch nicht zur\u00fcck, ebenso wenig in einigen Momenten die Umsetzung. Die indes wartet mit allerlei Prog-Metal-typischen Bestandteilen auf, Gniedelsoli, Blastbeatattacken, opulente Epik, Synthiespielereien und spielerischer Finesse. Synapse spielen die Songs nicht einfach nach, sie komponieren sie um und lassen vertraute Bestandteile bestehen, um den Kontrast zwischen Original und ihrer Version zu erh\u00f6hen. An manchen Stellen ist die Stimme zu hoch und klar, ansonsten gibt\u2019s im Sinne der Sache nix zu m\u00e4keln, sofern sie einem liegt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Ernsthaft, \u201eAll I Want For Christmas Is You\u201c von Mariah Carey, das ist schon sehr bedenklich. Die bereits im Jahr 2020 als \u201eA.I.W.F.C.I.Y\u201c ver\u00f6ffentlichte Version von Synapse nimmt dem Original den Kitsch auch nur in hom\u00f6opathischen Dosen heraus, da k\u00f6nnen sie knattern und gniedeln, wie sie wollen. Insbesondere der viel zu hohe Gesang tr\u00e4gt da seinen eigenen Anteil zum Gesamtschaden bei. Die eingebauten Ecken und Haken sind ja ganz nett, aber da liegt das n\u00e4chste Problem dieser EP, weil dieser Musikrichtung: Es ist Charakterzug des Prog-Metal, dass die verschachtelten Tracks in sich willk\u00fcrlich wirken. Ja, nett, dass Careys Song zerbr\u00f6selt wird, aber warum genau dies gerade jetzt geschieht, erschlie\u00dft sich nicht zwangsl\u00e4ufig. Aber okay, akzeptiert, so geht das in dem Genre und so machen Synapse das auch ganz gut und \u00fcberzeugend \u2013 Punkt f\u00fcr sie.<br><br>Aber der Song ist auch wirklich der einzige Tiefpunkt auf der EP. In Sachen schwieriger Stimmlage widmeten sich die vier zudem einem weiteren \u00dcberhit: \u201eTake On Me\u201c von a-ha, wie wir wissen singt Morten Harket \u201ealways anding on a high note\u201c, und die bekommt der S\u00e4nger hier sogar hin. Zudem strickt die Band den Song komplett um, nimmt die charakteristische Shittyflutes-Melodie weg und arbeitet vielmehr die Atmosph\u00e4re des Songs heraus. Bis sie diese progressivemetallisch zerhackt, klar. Man erkennt den Sog eben an der Gesangsmelodie wieder, der Rest drumherum ist abermals so willk\u00fcrlich gemostet wie gehabt. Aber gut, das immerhin.<br><br>Ja, Synapse machen aus den Vorlagen abgesehen von den Gesangsmelodien weitgehend eigene St\u00fccke, und das ist etwas, was man von Coverversionen gern erwartet und selten bekommt. In diesem Falle muss man sich als Nicht-Radioh\u00f6rer den Unterschied zu manchen Originalen noch erarbeiten, indem man sich die Vorlagen googelt, und wird dann auch mal mit etwas konfrontiert, dem man sich ansonsten sehr gern nicht ausgesetzt hat. Der Mexikaner Luis Miguel ist in Mexico, den USA und Spanien seit 1985 ber\u00fchmt mit seiner lateinamerikanischen Musik, sein \u201eLa Bikina\u201c war im Jahr 2000 ein Hit. Den seit Ende der Sechziger singenden franz\u00f6sischen Chansonnier Alain Souchon kennt man hierzulande auch eher weniger, sein \u201eEt si en plus y\u2019a personne\u201c erschien im Original (kurioserweise bisweilen mit einem plus mehr, \u201eEt si en plus y\u2019a plus personne\u201c) im Jahr 2005. Richtig gut gelungen ist \u201eForce You Away\u201c aus dem Computerspiel \u201eFinal Fantasy VIII\u201c, als Nicht-Gamer kennt man das St\u00fcck nur in der Synapse-Version und bekommt einen gro\u00dfartigen Prog-Metal-Kracher serviert. Der \u201eFriends\u201c-Song \u201eI\u2019ll Be There For You\u201c von den Rembrandts wiederum ist im Original eher f\u00fcr Serienfans etwas und hier ganz passabel entsch\u00e4rft.<br><br>\u201eAlter Echoes\u201c ist nach Bandgr\u00fcndung im Jahre 2019 die zweite EP, das Quartett deb\u00fctierte noch im Gr\u00fcndungsjahr mit der EP \u201eImpulse\u201c und reichte 2021 das Album \u201eSingularities\u201c nach. Zur Band geh\u00f6ren Gitarrist Alex Sacleux, Schlagzeuger Carlos Bardonnet, Bassist Sacha Le Roy und S\u00e4nger Thomas Valentin. Neben Muse, Dream Theater und Periphery geben Synapse selbst noch den Jazz als Einfluss an, das kann man angesichts der flott wechselnden Passagen innerhalb der St\u00fccke abnicken.<br><br>Tracklist:<br><br>01 La Bikina (Luis Miguel)<br>02 Et si en plus y\u2019a personne (Alain Souchon)<br>03 Force You Away (aus dem Game \u201eFinal Fantasy VIII\u201c)<br>04 All I Want For Christmas Is You (Mariah Carey)<br>05 I\u2019ll Be There For You (The Rembrandts)<br>06 Take On Me (a-ha)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.11.2023) Eine EP mit sechs Pop-Coversongs ist das dritte Lebenszeichen des franz\u00f6sischen Prog-Metal-Quintetts Synapse. 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