{"id":5706,"date":"2023-11-03T20:17:32","date_gmt":"2023-11-03T19:17:32","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5706"},"modified":"2023-11-03T20:17:32","modified_gmt":"2023-11-03T19:17:32","slug":"misty-route-without-a-trace-misty-route-bitume-prods-2021-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/misty-route-without-a-trace-misty-route-bitume-prods-2021-2023\/","title":{"rendered":"Misty Route \u2013 Without A Trace \u2013 Misty Route\/Bitume Prods 2021\/2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Misty-Route-Without-A-Trace.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Misty-Route-Without-A-Trace.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5707\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (03.11.2023)<br><br>Ins Fach Alternative Metal sortieren sich Misty Route mit ihrem Deb\u00fct \u201eWithout A Trace\u201c selbst ein, da treten sofort Assoziationen hervor, irgendwie Neunziger, etwas Grunge, etwas NuMetal, und ja, das stimmt auch, doch \u00fcberschreiten die Griechen die Grenzen der Gef\u00e4lligkeit, indem sie auch die progressiv-komplexen Strukturen von beispielsweise Opeth oder Tool hinzuziehen. Das Trio ver\u00f6ffentlichte das in Griechenland aufgenommene und in Schweden von G\u00f6ran Finnberg gemasterte Album vor zwei Jahren digital, das franz\u00f6sische Bitume-Label bringt es jetzt physisch auf den Markt. Die Zeitreise, die man beim H\u00f6ren antritt, reicht indes weiter zur\u00fcck als diese zwei Jahre \u2013 einiges mag einem vertraut vorkommen, aber nicht in dieser Mixtur, die viele zur\u00fcckgenommene Passagen mit wuchtigem und unvorhersehbarem Metal durchbricht. Ein wohlgef\u00e4lliger melancholischer Mix, der es verschmerzen l\u00e4sst, dass gelegentlich auch die unappetitlichen Metallica der Neunziger durchschimmern.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Einmal mehr erstaunt es, dass diese Musik wahrhaftig von lediglich drei Leuten eingespielt wurde. Gitarre, Bass, Schlagzeug und etwas Keyboard sowie eine Fl\u00f6te sind alles, was die Athener hier einsetzen, und sie wissen dieses Instrumentarium einzusetzen! Das liegt vornehmlich an den Kompositionen, bei den St\u00fccken handelt es sich nicht um schlicht heruntergerockten Mainstreammetal, Misty Route bauen \u00fcberall Br\u00fcche ein, spielen an einer Stelle klare, zur\u00fcckgenommene, fast loungige Musik, in manchen F\u00e4llen auch auf der akustischen Gitarre, nicht nur auf der unverzerrten elektrischen, und doch h\u00f6rt man der Musik an, dass da Metalmenschen am Werk sind, und dann treten ebenjene auf die Pedale, rei\u00dfen die Verzerrgrade hoch und mosten los, ohne das Tempo zu ver\u00e4ndern. An anderer Stelle geschieht wiederum genau das, pl\u00f6tzlich galoppiert das Trio davon, \u00e4ndert abrupt die Richtung oder bricht die Takte, dass der Nacken beim Headbangen mitbricht. Elemente aus dem Radiometal der Neunziger finden zwar Einlass in das Album, doch bilden sie keine durchgehende Grundlage, sie treten dezidiert in Erscheinung und verbinden die progressiveren Passagen. Ein psychedelisches Wahwah-Solo darf da auch mal Bestandteil sein.<br><br>\u00c4hnlichkeiten zu vertrauten Bands und Musikern lassen sich im Sound von Misty Route durchaus ausmachen, etwas von der progressiven Metal-Wucht von Opeth oder von den beklemmenden Strukturen von Tool. Haupts\u00e4chlicher Analogienlieferant ist indes der S\u00e4nger, der sie alle in sich tr\u00e4gt, von Klargesang bis Grummelknurren: Maynard James Keenan, Mikael \u00c5kerfeldt, Layne Staley und auch James Hetfield, und dann klingt leider auch die Musik nach \u201eLoad\u201c und \u201eReaload\u201c, aber das geht gottlob schnell wieder vorbei. Und er tr\u00e4gt diese Stimmlagen nicht ausschlie\u00dflich, sondern passagenweise, sein eigenes Organ hat hinreichend Ausdruck und ist eben einfach sehr wandlungsf\u00e4hig.<br><br>Alles zusammen ergibt keine Gute-Laune-Stimmung, und das ist gut so. Mediterrane Sonne dringt hier nicht durch, angesichts des \u00fcberwiegend balladesken Tempos tr\u00e4gt \u201eWithout A Trace\u201c vornehmlich Melancholie in sich, in den expressiveren Momenten vielmehr Verzweiflung, gegebenenfalls etwas Wut. Erst kurz vor Schluss lassen die drei Musiker ganz unerwartet f\u00fcr einen Song ungez\u00fcgelt den groovenden Thrash Metal von der Leine. Erst seit 2019 sind diese drei Musizierenden als Misty Route unterwegs: Lefteris Saatsakis singt und spielt Gitarre, Fl\u00f6te und Keyboards, George Armando Konomi spielt Bass und Kostas Bacopoulos sitzt am Schlagzeug. Zumindest bei den Aufnahmen, seit September nimmt Konstantinos Kaloudis diesen Platz ein.<br><br>Misty Route h\u00f6rten bei ihren Vorbildern gut zu, um aus den Einfl\u00fcsterungen ein gelungenes Deb\u00fctalbum zu destillieren. Gerade das macht den Reiz des Albums aus, dass so viele unterschiedliche Stile hier zum Ausbruch kommen. Damit erntete die Band bereits viel Zuspruch und empfahl sich damit f\u00fcr diese physische Wiederver\u00f6ffentlichung. Album Nummer zwei wird dann eine Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr die Eigenst\u00e4ndigkeit der Band.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (03.11.2023) Ins Fach Alternative Metal sortieren sich Misty Route mit ihrem Deb\u00fct \u201eWithout A Trace\u201c selbst ein, da treten sofort Assoziationen hervor, irgendwie Neunziger, etwas Grunge, etwas NuMetal, und ja, das stimmt auch, doch \u00fcberschreiten die Griechen &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/misty-route-without-a-trace-misty-route-bitume-prods-2021-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5706","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5706","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5706"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5706\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5708,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5706\/revisions\/5708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5706"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5706"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}