{"id":5696,"date":"2023-11-01T18:05:44","date_gmt":"2023-11-01T17:05:44","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5696"},"modified":"2023-11-01T18:05:44","modified_gmt":"2023-11-01T17:05:44","slug":"jane-beautiful-lady-sky-sireena-1986-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jane-beautiful-lady-sky-sireena-1986-2023\/","title":{"rendered":"Jane \u2013 Beautiful Lady \u2013 Sky\/Sireena 1986\/2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Jane-Beautiful-Lady.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Jane-Beautiful-Lady.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5697\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (01.11.2023)<br><br>F\u00fcr solche Musik etablierte sich damals wohl der Begriff Schmockrock: Vorsichtig angerauhter Rockpop, im mitklatschtauglichen Midtempo gehalten, eing\u00e4ngige Melodien, vertraute Rhythmen, eingebaute Keyboards. Und das von einer Band, die seit den fr\u00fchen Siebzigern in Deutschland den Krautrock mitdefinierte: Jane aus Hannover, hier wiederver\u00f6ffentlicht das letzte Studioalbum ohne Pr\u00e4fix, \u201eBeautiful Lady\u201c aus dem Jahr 1986, ein Quasi-Comeback und der Schwanengesang in einem, denn in den Jahren danach zerstritten sich die ohnehin st\u00e4ndig ausgetauschten Musiker nochmal extra. Handwerklich ausnehmend passabel gemacht, l\u00e4sst sich an dem Album dennoch gut ablesen, warum die Bezeichnung \u201eHardrock\u201c in der Zeit einen herabw\u00fcrdigen Beigeschmack erhielt. Das Album ist somit eher ein nostalgisches Zeitdokument als musikalisch relevant. Das Label Sireena bringt es mit einer Liveversion des Titeltracks auf CD neu heraus, also nicht mit dessen Maxi-Version wie das urspr\u00fcngliche Label Sky selbst vor 30 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> H\u00f6rt man sich \u201eBeautiful Lady\u201c heute an, kann man sich gar nicht vorstellen, dass das Album von derselben Band aufgenommen wurde, die in den Siebzigern noch wegweisenden, von Pink Floyd beeinflussten Krautrock machte, mit den Zenit-Werken \u201eBetween Heaven And Hell\u201c und \u201eAge Of Madness\u201c gegen Ende des Jahrzehnts. Das eigentlich finale Album mit dem uns\u00e4glichen Titel \u201eGermania\u201c im Jahre 1982, das letzte auf Brain, gab dann die 1986 zur Reanimation der Band auf Sky Records g\u00fcltige Richtung schon grob vor, obwohl es als Trio entstand, mit Klaus Hess, Charly Maucher und Peter Panka, von denen vier Jahre sp\u00e4ter nur noch Panka ein Teil des nunmehr zum Quartett angewachsenen Ensembles aus Kai Reuter, Klaus Henatsch und dem verlorenen Sohn Werner Nadolny war; Bassist Bernd Kolbe war vor den Aufnahmen wieder ausgestiegen und hinterlie\u00df lediglich Credits im Song \u201eNever Let You Go\u201c. Zur Erinnerung: Zur Jane-Gr\u00fcndung im Jahre 1970 hatten sich noch Nadolny, Hess, Panka und Maucher zusammenger\u00fcttelt. So konfus sollte es bleiben, denn nach \u201eBeautiful Lady\u201c ver\u00f6ffentlichten Jane bis Anfang der Neunziger nur noch Livemusik \u2013 und zerfielen dann in alle vier Himmelsrichtungen: Peter Panka\u2019s Jane, Lady Jane (erste Atemz\u00fcge erfolgten bereits 1976), Klaus Hess\u2018 Mother Jane und Werner Nadolny\u2019s Jane.<br><br>Man musste es Hardrock nennen damals, was Jane 1986 produzierten, allerdings handelte es sich um einen Achtziger-Hardrock, der im Radio gespielt werden wollte, also keiner, der aneckte oder verschreckte, bis auf vielleicht alte Jane-Fans. Etwas Starship der Marke \u201eWe Built This City\u201c vielleicht, etwas Opus, Mr. Mister, Journey, Foreigner, so etwas, da passte \u201eBeautiful Lady\u201c gut hinein und fiel auch nicht aus dem Rahmen. Also alles gut so weit, Mission erf\u00fcllt, Anerkennung bekommen, jedoch aus der Sicht von Leuten mit etwas mehr Anspruch an Rockmusik behaftet mit einigem Fremdscham. Es ist qualitativ sicherlich nichts an der Musik auszusetzen, Jane arbeiteten auf der H\u00f6he der Zeit, sie bekamen den Softrock gut hin, sie kreierten Melodien f\u00fcr hartn\u00e4ckige Ohrw\u00fcrmer. Das Titellied mit seinem verlangsamten Bluesrhythmus steht da exemplarisch f\u00fcr, das bekommt man nicht mehr aus dem Kopf, und es ist sicherlich nicht ganz ungeschickt, sich f\u00fcr den siebenmin\u00fctigen Rauswerfer \u201eImagination\u201c bei einem \u00e4hnlich betitelten St\u00fcck von John Lennon zu bedienen, um den Eindruck von Ohrwurmigkeit nachhaltig aufrecht zu halten. Einen zus\u00e4tzlichen Beitrag zum Wohlklang leisteten \u00fcberdies Jane James und die beiden Rosy-Vista-S\u00e4ngerinnen Anca Graterol und Andrea Schwarz bei einigen St\u00fccken im Hintergrund.<br><br>Es bleibt der Eindruck von einem Zeitdokument zur\u00fcck, das man eher aus historisch-nostalgischen Gr\u00fcnden h\u00f6rt als aus qualitativen. Hier zerfiel eine wegweisende Krautrockband, klammerte sich an m\u00f6glichen Kommerz und erf\u00fcllte die Anspr\u00fcche des Zeitgeistes. Die Live-Version von \u201eBeautiful Lady\u201c, die Sireena dieser Neuauflage anh\u00e4ngt, verl\u00e4ngert den Ohrwurm zwar, doch w\u00e4re die fast sieben Minuten lange Maxi-Version sicherlich interessanter gewesen. Andererseits waren Jane ja nun mal eine Liveband. Und wiederum andererseits ist es dann letztlich auch gar nicht so wichtig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.11.2023) F\u00fcr solche Musik etablierte sich damals wohl der Begriff Schmockrock: Vorsichtig angerauhter Rockpop, im mitklatschtauglichen Midtempo gehalten, eing\u00e4ngige Melodien, vertraute Rhythmen, eingebaute Keyboards. 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