{"id":5693,"date":"2023-11-01T18:04:51","date_gmt":"2023-11-01T17:04:51","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5693"},"modified":"2023-11-01T18:04:51","modified_gmt":"2023-11-01T17:04:51","slug":"king-gizzard-the-lizard-wizard-the-silver-cord-kglw-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/king-gizzard-the-lizard-wizard-the-silver-cord-kglw-2023\/","title":{"rendered":"King Gizzard &amp; The Lizard Wizard \u2013 The Silver Cord \u2013 KGLW 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/King-Gizzard-The-Lizard-Wizard-The-Silver-Cord.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/King-Gizzard-The-Lizard-Wizard-The-Silver-Cord.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5694\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (31.10.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Beim ersten H\u00f6ren dachte ich \u201eWas ist das?\u201c bzw. \u201eWas soll das?\u201c Hatten die sechs Australier fr\u00fcher in diesem Jahr auf \u201ePetroDragonic Apocalypse\u201c noch progressiven Thrash Metal mit der KGLW-typischen durchgeknallten Psychedelic gemischt, kommt \u201eThe Silver Cord\u201c rein elektronisch daher, womit ich nicht gerechnet h\u00e4tte und was mir darob erstmal etwas Eingew\u00f6hnung abverlangte. Nach dieser l\u00e4sst mich das Album jedoch nicht mehr los.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eThe Silver Cord\u201c ist bereits das 25. Album, das King Gizzard &amp; The Lizard Wizard seit 2012 ver\u00f6ffentlicht haben, und dieses Mal treiben sie ihre Ver\u00f6ffentlichungswut auf die Spitze bzw. nehmen sie gleichsam auf die Schippe, indem sie dasselbe Album zweimal gleichzeitig herausbringen. \u201eThe Silver Cord\u201c enth\u00e4lt 7 neue Songs mit einer Gesamtspielzeit von 28:14 Minuten. Anschlie\u00dfend folgen 7 bereits bekannte Songs mit einer Gesamtspielzeit von nochmal knapp anderthalb Stunden. Es handelt sich dabei um die ersten 7 Songs des Albums in der Extended-Mix-Version. Bereits die Langversion des Er\u00f6ffnungsst\u00fccks \u201eTheia\u201c ist mit \u00fcber 20 Minuten fast so lang wie das urspr\u00fcngliche Album.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Im Zentrum des Albums (sowie auch im Zentrum des Studios, wie S\u00e4nger Stu Mackenzie im Interview verriet) steht Schlagzeuger Michael Kavanaghs neu erstandenes Simmons-Drumkit, so ein elektronisches Monsterteil aus den 80ern, mit diesen flachen, sechseckigen Drumpads, die an einen schwarzen Kasten angeschlossen sind, mit dem man verschiedenste Drumsounds erzeugen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau dieses Teil regiert mit seinem Beat das Album, ohne dabei den KGLW-typischen psychedelischen Sound irgendwie \u00fcberzeugend an den Rand dr\u00e4ngen zu k\u00f6nnen. Zum Einen ist das ein Verdienst von Stu Mackenzie, dessen sich wie immer nicht festnageln lassender, \u00fcberaus melodischer und immer komplett merkw\u00fcrdiger Gesang den H\u00f6renden deutlich macht, dass sie es hier mit einem neuen Release aus dem Gizzverse zu tun hat, zum Anderen tun aber auch die \u00fcbrigen Instrumente ihren Teil dazu. Egal, was KGLW machen, ob Thrash Metal, Psychedelic Rock oder reine Elektronik, immer h\u00f6rt man die typische Mikrotonik und noch viel mehr die typische Versponnenheit der schon auf dem Cover des aktuellen Albums mit ihren roten Brillen inmitten von Synthesizer-T\u00fcrmen, obskuren umh\u00e4ngbaren Instrumenten aus dem Hause Casio und dem besagten Simmons-Drumkit abgelichteten merkw\u00fcrdig-geekig daherkommenden Kapelle recht schnell heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Was mir auf \u201eThe Silver Cord\u201c gleich sehr positiv auff\u00e4llt, ist der abwechselnde Gesang von Stu Mackenzie und Ambrose Kenny Smith. Mackenzie sorgt f\u00fcr die gewohnte Psychedelik und Smith rappt. Wobei er nicht wirklich hiphopm\u00e4\u00dfig rappt, sondern eher einen Sprechgesang absondert, der der Frankfurter Schule des Eurodance alle Ehre macht und den Jam derma\u00dfen aufpumpt, dass die Party unmittelbar startet.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiel: Mein Lieblingssong \u201eSet\u201c. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Gesellschaftsspiel \u2013 meinem apseluten Lieblingsspiel \u2013 es handelt vielmehr vom \u00e4gyptischen Gott Seth und der Refrain lautet \u201eSlay the mighty Set\u201c, gef\u00fchlt 1000 mal wiederholt, und dazu ballern tanzorientierte Drums in die Nacht und auch ein Teil der Syntheziser-Melodie greift den gesungenen Refrain wieder auf. Wirklich sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nun mal von Anfang an:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTheia\u201c beginnt mit einem sch\u00f6\u00f6n vor sich hin qu\u00e4kenden Synth, dann setzt Stu Mackenzie ein und danach alle anderen Instrumente. Als dann alles beisammen ist, h\u00f6rt es sich an, wie Sufjan Stevens oder Bon Iver mit endlich mal voller Instrumentierung, nur besser. Und dann nimmt das Schlagzeug so richtig Fahrt auf und peitscht den Song weiter und weiter und weiter. Als n\u00e4chstes folgt der Titelsong \u201eThe Silver Cord\u201c, der nach dem Namen des Albums benannt wurde. Der Gesang wird zun\u00e4chst durch den Vocoder verfremdet, was zugegebenerma\u00dfen schei\u00dfe klingt, aber dem Gesamteindruck keinen Abbruch tut: Stu Mackenzie kann notfalls auch das Telefonbuch von Canberra durch den Vocoder einsingen, und es macht durchaus trotzdem noch Sinn. Und so nimmt \u201eThe Silver Cord\u201c die H\u00f6renden dann auch nach und nach durch seine Melodie gefangen, um kurz vor Schluss melodramatisch loszudr\u00f6hnen, ohne an Tempo zu gewinnen, sowas muss man erstmal hinkriegen. Und dann \u201eSet\u201c, ich sprach bereits dr\u00fcber. Zweifellos \u00fcber jeden Zweifel erhaben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eChang\u2019e\u201c klingt erstmal nach einer typischen KGLW-Versponnenheit, die sich langsam aufbaut. Stu Mackenzie singt, wie er immer singt, helle Stimme, irgendwie leicht hingehaucht, und darunter blubbern die merkw\u00fcrdigen Beats aus dem merkw\u00fcrdigen Schlagzeug. Gegen Ende blubbert es immer intensiver und dann geht der Song in den folgenden Titel \u201eGilgamesh\u201c \u00fcber, bei dem Smith schnell das Zepter \u00fcbernimmt und stakkatom\u00e4\u00dfig losschnattert, bis dann wieder Mackenzie \u00fcbernimmt, dann wieder Smith und immer so weiter. Kenne ich bisher von KGLW nicht und gef\u00e4llt mir umso mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim darauf folgenden \u201eSwansong\u201c sch\u00fctteln die dort besungenen Schw\u00e4ne dann heftig das Haupthaar. Das Schlagzeug macht einen m\u00e4chtig schnellen 80er-Jahre-Beat und Smith und Mackenzie wechseln sich kongenial beim Gesang ab. Im Hintergrund jaulen herrliche Synths; einen Schwanengesang h\u00e4tte ich mir immer sehr viel ruhiger vorgestellt. So langsam grooven sich die H\u00f6renden dann in das Album ein, es beginnt, seine hypnotische Wirkung zu entfalten, und King Gizzard &amp; The Lizard Wizards einzigartige Alleinstellung manifestiert sich wie Sau. Das letzte St\u00fcck \u201eExtinction\u201c ist recht schnell, die Synths flackern fr\u00f6hlich vor sich hin, das Schlagzeug spottet jeder Beschreibung und dann sind wir auch schon durch die 28:14 Minuten durch. Was 1 Album! Und es h\u00f6rt ja noch nicht auf:<\/p>\n\n\n\n<p>Dann n\u00e4mlich \u201eTheia\u201c in seiner gut 20min\u00fctigen Vollendung: Was f\u00fcr ein St\u00fcck! Die Elektronik pluckert (ja, tut sie wirklich) und Mackenzie haucht und singt dar\u00fcber, als g\u00e4be es kein Morgen. So schnell verging eine Drittelstunde bisher noch niemals. Was die \u201eExtended Mixes\u201c \u00fcber die kurzen Originale erhebt, ist das wundersch\u00f6ne Ausreizen der Instrumentalparts: Der Gesang bleibt genauso, wie er im kurzen Originalst\u00fcck bereits war, aber an den Saiten, Tasten und sechseckigen Drumpads toben sich KGLW hier so richtig aus. Bereits bei \u201eTheia\u201c ger\u00e4t im letzten F\u00fcnftel des St\u00fccks so einiges aus den Fugen, und das setzt sich fort:<\/p>\n\n\n\n<p>Das eh schon stimmungsvolle Titelst\u00fcck beginnt wie in der kurzen Version, in der es jedoch niemals so richtig aus sich herauskommt, und umso mehr tut es das in der Extended Version. Die zw\u00f6lf Minuten und 45 Sekunden sind komplett notwendig, um alles zur Geltung kommen zu lassen, was die Band hier ausdr\u00fccken wollte, und es kommt einem schon fast merkw\u00fcrdig vor, dass das St\u00fcck urspr\u00fcnglich nur fast viereinhalb Minuten dauerte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann wieder \u201eSet\u201c \u2013 eh schon mein Favorit, siehe oben, und in der gut zehnmin\u00fctigen Version noch viel sch\u00f6ner als zuvor.<\/p>\n\n\n\n<p>Das nun folgende, langweiligste St\u00fcck \u201eChang\u2019e\u201c gewinnt durch den langen Mix ebenfalls und bildet eh nur den \u00dcbergang zu \u201eGilgamesh\u201c. Das hier nicht so Smith-m\u00e4\u00dfig dominiert her\u00fcberkommt wie die kurze Version, sondern eher entschleunigt wirkt und durch die irgendwie entfernt an Frankie Goes To Hollywood erinnernden eingestreuten Instrumentalparts ungeheuer gewinnt. Dann \u201eSwan Song\u201c, das auch in der l\u00e4ngeren Version s\u00e4mtliche verf\u00fcgbaren Schw\u00e4ne in die Flucht schl\u00e4gt und immer wieder sch\u00f6n trancig vor sich hin h\u00e4mmert. Der das Album abschlie\u00dfende Extended-Mix von \u201eExtinction\u201c beginnt dann sph\u00e4risch und ruhig, bis Mackenzie an zu singen f\u00e4ngt und Synths und Schlagzeug sich in den Vordergrund dr\u00e4ngen. Am Beat \u00e4ndert sich w\u00e4hrend der ganzen zw\u00f6lfeinhalb Minuten nichts, au\u00dfer, dass er kurz vor Ende nochmal monotoner und irgendwie toller wird, dann \u00fcbernimmt wieder Mackenzie und das Album fadet elektronisch pluckernd aus \u2013 wie: Schon vorbei nach knapp zwei Stunden? KGLW haben es geschafft, uns zu keiner Sekunde zu langweilen, und statistisch gesehen stehen uns heuer noch zwei bis drei weitere Alben zu \u2013 sind wir mal gespannt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (31.10.2023) Beim ersten H\u00f6ren dachte ich \u201eWas ist das?\u201c bzw. \u201eWas soll das?\u201c Hatten die sechs Australier fr\u00fcher in diesem Jahr auf \u201ePetroDragonic Apocalypse\u201c noch progressiven Thrash Metal mit der KGLW-typischen durchgeknallten Psychedelic gemischt, kommt \u201eThe Silver &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/king-gizzard-the-lizard-wizard-the-silver-cord-kglw-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5693","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5693","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5693"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5693\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5695,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5693\/revisions\/5695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5693"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5693"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5693"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}