{"id":5681,"date":"2023-10-25T21:55:09","date_gmt":"2023-10-25T19:55:09","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5681"},"modified":"2023-10-26T10:05:30","modified_gmt":"2023-10-26T08:05:30","slug":"b-ashra-drei-veroeffentlichungen-klangwirkstoff-records-separated-beats-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/b-ashra-drei-veroeffentlichungen-klangwirkstoff-records-separated-beats-2023\/","title":{"rendered":"B. Ashra \u2013 Drei Ver\u00f6ffentlichungen \u2013 Klangwirkstoff Records\/Separated Beats 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/B.-Ashra-Gnome.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/B.-Ashra-Gnome.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5682\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/B.-Ashra-Dark-Moments.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/B.-Ashra-Dark-Moments.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5683\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/B.-Ashra-Aurora.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/B.-Ashra-Aurora.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5684\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (25.10.2023)<br><br>Kaum ist der Sommer vorbei, schwingt sich Bert Olke alias B. Ashra aus seiner sonnenbeschienenen H\u00e4ngematte und erarbeitet gleich drei Releases mit \u2013 Dark Ambient, Ambient, spaciger Instrumental-Synthiemusik, Drones, also lauter Sachen, die man mit Sonne eher nicht assoziiert. \u201eGnome\u201c ist eine getragene Piano-Ambient-Single, \u201eDark Moments\u201c l\u00f6st sein titelgebendes Versprechen mit dunkelsten Soundscapes ein und \u201eAurora\u201c ist ein chilliges Livealbum, das er Anfang Juni beim Open Ear Ambient Festival in der Fr\u00e4nkischen Schweiz mitschnitt. So darf es gern Herbst werden!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>B. Ashra \u2013 Gnome \u2013 Separated Beats Records 2023<\/strong><br><br>Bei \u201eGnome\u201c handelt es sich um nur einen Track, der aktuell in kein anderes Konzept Olkes passt und den er deshalb separiert ver\u00f6ffentlicht. Wobei der Titel in die Irre f\u00fchrt, was die Songl\u00e4nge betrifft: Mit fast zehn Minuten ist \u201eGnome\u201c alles andere als zwergig. Auf drei dezenten Klaviertupfern, die sich in den Tonh\u00f6hen ver\u00e4ndern und die unabl\u00e4ssig in einer sehr gebremsten Schleife laufen, basiert das St\u00fcck, dazu gestaltet Olke im Hintergrund warme Fl\u00e4chen und l\u00e4sst einen Synthie gelegentlich im Vordergrund einen atmosph\u00e4risch passenden zart ged\u00e4mpften Kreischsound erzeugen. \u201eMelancholic Space Ambient\u201c nennt Olke das St\u00fcck selbst, und das trifft es, denn das Klavier strahlt zwar W\u00e4rme aus, doch erklingt es in so geringer Abfolge, dass es vielmehr eine Leere umklammert, als dass es ein kompaktes St\u00fcck Musik erg\u00e4be. Minimal Classic oder Kammermusik fallen dazu au\u00dferdem ein.<br><br>Weil Olke trotz aller Melancholie Humor hat, erstellt er als zweiten Track einen halb so langen \u201eRadio Edit\u201c von \u201eGnome\u201c. Die Hoffnung kann man nur teilen, dass so etwas mal im Radio Ber\u00fccksichtigung finden k\u00f6nnte. Tats\u00e4chlich gelingt ihm das Kompakte, das St\u00fcck funktioniert in beiden Versionen gut. Zum Tanzen indes l\u00e4dt es nicht ein, daf\u00fcr ist es nun wirklich zu langsam.<br><br><strong>B. Ashra \u2013 Dark Moments \u2013 Klangwirkstoff Records 2023<\/strong><br><br>Dies ist B. Ashras Solo-Album Nummer 17, sagt Olke, und der muss es wissen. \u201eDark Moments\u201c orientiert sich einmal mehr an der Kosmischen Oktave von Hans Cousto, die \u2013 kurz gesagt \u2013 die Rotationsfrequenzen von wahlweise Atomen und Molek\u00fclen oder Himmelsk\u00f6rpern auf h\u00f6rbare Frequenzen umrechnet. Darauf basierend erstellen Cousto-Fans Musik, B. Ashra eben ebenfalls.<br><br>F\u00fcr \u201eDark Moments\u201c begibt sich Olke in wahrhaftig dunkle Gefilde, f\u00fcr mehr als eine Stunde. Seine Musik atmet tief und dunkel, sie dr\u00f6hnt unterschwellig, sie rauscht wie eine im Hintergrund laufende ewige Apparatur, sie raschelt im Verborgenen, sie ist der verschollene G\u00fcterzug in der Ferne, sie ist der gigantische Kryptid, der in tiefsten Meeren ganz nah am U-Boot vorbeischwimmt, sie ist die Angst der Verirrten in der endlos leeren Fremde, sie ist das aufgegebene sakrale Gem\u00e4uer, sie ist der Tanz der wiedervereinigten Geister, sie ist die bedrohlich aus dem Ruder gelaufene Klangschalentherapie, sie ist der vom Kurs abgekommene Astronaut irgendwo im All, sie ist der Gl\u00f6ckner der Totenglocke, sie ist der sporadisch schlagende Taktgeber auf der Totengaleere, sie ist der manische Organist einer weit abgelegenen Kirche, sie ist die letzten Atemz\u00fcge eines gestrandeten Leviathans, sie ist das \u00c4chzen eines im Sturm auf Grund gelaufenen uralten Schiffes, sie ist die in Superzeitlupe abgespielte Aufzeichnung einer Massenkarambolage, sie ist der Hilferuf eines gejagten Mastodons, sie ist der Soundtrack zu einem Horrorfilm, der erst dadurch im Kopf entsteht, dass man sie h\u00f6rt, und nicht, weil das eigene Leben einen solchen Soundtrack erfordert.<br><br>Erstaunlich, dass es diese Musik auf so etwas Harmlosem wie Planetenumdrehungen basiert. Ebenso erstaunlich ist, dass sie durchaus und trotzdem zu entspannen in der Lage ist, sofern man sich vor den Abgr\u00fcnden dieser Existenz nicht verschlie\u00dft und offen ist f\u00fcr eine wohlige Beklemmung, f\u00fcr einen fatalistischen Eskapismus. Einen minimalistischen au\u00dferdem: Olke \u00fcberfrachtet seine St\u00fccke nicht, er bel\u00e4sst es bei wenigen Soundquellen, die er sich frei entfalten l\u00e4sst, die auf diese Weise umso mehr Wirkung erzeugen. Damit vermeidet er zudem Klischees, denn selbst ein so abseitiges Genre wie Dark Ambient hat durchaus seine gef\u00e4lligen und plakativen Vertreter. Zu denen Olke mitnichten geh\u00f6rt.<br><br><strong>B. Ashra \u2013 Aurora \u2013 Klangwirkstoff Records 2023<\/strong><br><br>Auch die 15 Tracks des zweist\u00fcndigen Live-Albums \u201eAurora\u201c basieren auf der Kosmischen Oktave. Der Titel \u201eMorgenr\u00f6te\u201c ist bestens gew\u00e4hlt, beginnt Olke doch das Seit mit sanftem Vogelgezwitscher, in das sich ein Synthiesound erhebt, und in der Tat hat dieser Opener etwas Erhebendes, man erhebt sich mit ihm aus dem Schlummer, schl\u00e4gt entspannt die Augen auf, l\u00e4sst den Augenblick wirken, verfolgt den Lauf der Morgensonne durchs Fenster an Wand und Decke, oder, falls man sich gerade auf einem Festival befindet, einfach am Firmament, bis sich die Sinne an den Zustand des Erwachtseins gew\u00f6hnen und auf mehr und mehr Eindr\u00fccke einlassen. Ein Radiowecker vielleicht schaltet sich ein, man h\u00f6rt jemanden Informationen wispern, weitere V\u00f6gel gesellen sich in den Chor der Gefiederten. Es dauert gut 20 Minuten, bis Olke seinem Maschinenpark mobilisierendere T\u00f6ne entrei\u00dft: Inmitten des dritten Tracks wirft er einen Synthie an, der eine kurze energetische Sequenz in die Morgenstimmung schickt. Kein Grund zur Eile: Olke beh\u00e4lt das Entspannende bei, die Sounds bleiben fl\u00e4chig, lediglich die V\u00f6gel entschwinden, vermutlich, um ihrem Tagewerk nachzugehen.<br><br>Oder ist es etwa doch eher Abend und bei der titelgebenden \u201eAurora\u201c handelt es sich um eine Aurora Borealis? Es k\u00f6nnte durchaus zutreffen, dass die alsbald einsetzenden transparent flirrenden Synthieeffekte eine akustische Version der fl\u00fcchtigen Polarlichter darstellen. Doch ab dem f\u00fcnften Track, also in zweiten Viertel des Sets, gewinnen die jazzartigen Melodien des Synthies an Tempo und an Lebendigkeit, obgleich das Drumherum im Chillmodus verweilt. Wir sind im f\u00fcnften Track unterwegs, Olke ver\u00e4ndert die Elemente, mit denen er seine Fl\u00e4chen begleitet, er moduliert die Sounds, arpeggiert die Akkorde, die Musik wird zuh\u00f6rends agiler, im Hintergrund gar streckenweise cineastischer. Vermutlich sind wir eher doch beim Fr\u00fchst\u00fcck angelangt. Im sechsten Track wirft Olke einen Motor an, jedoch einen zwitschernden, der eine umherm\u00e4andernde Synthiemelodie durchkreuzt. Die aufsteigende Tonfolge im siebten Track zitiert \u201eHeimcomputer\u201c von Kraftwerk, und dazu l\u00e4sst Olke in der Mitte des Tracks und also auch knapp in der Mitte des Sets erstmals Synthdrums erklingen, f\u00fcr einige Momente, dann \u00fcbernimmt ein jazzendes Keyboard das Ruder, bis eine entschleunigte Kickdrum sanft dazukommt.<br><br>Zur zweiten Seth\u00e4lfte begibt sich Olke mit den H\u00f6renden in den Urwald, Regenmacher, Rasseln und Bambus-Windspiele bestimmen den Sound, ein indigener Gesang setzt ein. Diese Art Tagesablauf ist dann doch eher unkonventionell. Alsbald entwickelt sich eine unerwartet beklemmende Stimmung, die Musik, die Sounds, die Atmosph\u00e4re werden unbequem, und Olke h\u00e4lt die H\u00f6renden f\u00fcr einen ausgedehnten Moment in dieser Spannung, die er nur z\u00f6gerlich wieder freigibt. Und zwar mit klaren Sounds, einem tiefer gespielten Synthie mit dezenten h\u00f6heren T\u00f6nen dazu, die an Achtziger-Synthpop denken lassen, nur ohne Beats, eher wie man sich ein Zwischenspiel vorstellen k\u00f6nnte, das hier weit ausgedehnt ist. Und das Olke danach wieder unwohlig zerkratzt. Hat man sich erstmal auf das Chillige eingelassen, fordert er die H\u00f6renden heraus, denn hernach l\u00e4sst er zwei dissonante T\u00f6ne sprunghaft umeinander kreisen; man f\u00fchlt sich abermals an Kraftwerk-Experimente erinnert. Die Achtziger-Anmutung beh\u00e4lt Olke f\u00fcr die n\u00e4chsten Tracks bei, bis er im vorletzten einen kopfnickbaren Synthiebeat hinzuf\u00fcgt, der aus dem St\u00fcck eine Art sehr verlangsamten Acid-House macht. Abschlie\u00dfend dringt ein aufw\u00fchlendes Soundgemisch aus dem Set hervor, mit einem Rhythmus, der zu den jazzartigen Melodien quer zu laufen scheint, in quirlige Acid-Sounds kippt und die H\u00f6renden zur\u00fcck in die Gegenwart holt. Nun ist man definitiv vollends erwacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (25.10.2023) Kaum ist der Sommer vorbei, schwingt sich Bert Olke alias B. 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