{"id":5648,"date":"2023-10-17T21:37:46","date_gmt":"2023-10-17T19:37:46","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5648"},"modified":"2023-10-17T21:37:46","modified_gmt":"2023-10-17T19:37:46","slug":"the-national-laugh-track-4ad-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-national-laugh-track-4ad-2023\/","title":{"rendered":"The National \u2013 Laugh Track \u2013 4AD 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/The-National-Laugh-Track.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/The-National-Laugh-Track.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5649\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (16.10.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Fun Facts vorab: Die f\u00fcnf Mitglieder von The National haben insgesamt nur drei M\u00fctter und drei V\u00e4ter und nur vier verschiedene Geburtstage. Neben Matt Berninger (Gesang) besteht The National aus den beiden Br\u00fcderpaaren Bryce (Gitarre, Keyboards)\/Aaron (Gitarre, Bass, Keyboards) Dessner und Bryan (Drums)\/Scott (Bass, Gitarre) Devendorf, wobei es sich bei den Dessners um Zwillinge handelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aaron Dessner bildet zudem mit Justin Vernon von Bon Iver das Indie-Rock-Duo Big Red Machine. au\u00dferdem war er am Songwriting und an der Produktion f\u00fcr Taylor Swifts beiden Folk-Alben \u201eFolklore\u201c und \u201eEvermore\u201c beteiligt, und an letztgenanntem Album haben auch Justin Vernon, Matt Berninger und Bruder Bryce mitgewirkt. Aufzuz\u00e4hlen, in welchen Produktionen einzelne Mitglieder von The National noch \u00fcberall ihre Finger drin haben, w\u00fcrde hier den Rahmen sprengen; auf jeden Fall sind The National in der kontempor\u00e4ren Popul\u00e4rmusik so weit verwurzelt, dass diese ohne sie nicht das w\u00e4re, was sie ist. Eine ganz tolle Sache n\u00e4mlich, die gl\u00fccklich macht und dem Leben einen Sinn gibt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eLaugh Track\u201c (zu deutsch in etwa \u201eDie Spule Nummer 9 mit dem Klatschband\u201c) ist heuer nach dem im April erschienenen \u201eFirst Two Pages Of Frankenstein\u201c bereits die zweite Albumver\u00f6ffentlichung der Band aus Cincinnati, Ohio, und seit 2001 die insgesamt zehnte. Das Coverartwork des aktuellen Albums nimmt Bezug auf das des Vorg\u00e4ngers: Zweiteres zeigt einen kleinen Jungen, der einen k\u00fcnstlichen Kopf, der ein wenig realistischer als eine Schaufensterpuppe aussieht, in den H\u00e4nden h\u00e4lt, auf dessen Stirn ein Zettel mit der Aufschrift \u201ePaul\u201c klebt. Der Hintergrund fehlt, man sieht nur eine helle Fl\u00e4che. Das aktuelle Albumcover zeigt dasselbe Foto des Jungen mit dem Kopf von Paul, nur diesmal sind im Hintergrund eine Sofalandschaft und zwei B\u00fccherregale zu sehen, eins mit einem Durchgang zum Nebenraum.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie es die Titelbildgestaltung schon vermuten l\u00e4sst, sind beide Alben \u00e4hnlich geartet, was aber bei The National durchaus normal ist, es handelt sich um eine Band mit Wiedererkennungswert (mit Ausnahme des 2017er Albums \u201eSleep Well Beast\u201c, das so gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig produziert ist, dass ich es bis heute von allen The-National-Alben am wenigsten gern h\u00f6re).<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFirst Two Pages Of Frankenstein\u201c begann mit einem Piano und Berningers Bariton, der immer leicht fragend und ironisch und dabei sehr nachdenklich bis schwerm\u00fctig klingt, au\u00dferdem wirkte Sufjan Stevens (den ich sehr verehre, ohne \u00fcber ihn zu schreiben, da sich seine Alben jeglicher Beschreibung, zu der ich verbal imstande w\u00e4re, entziehen) beim ersten St\u00fcck mit. Im weiteren Verlauf des Albums mischten auch Phoebe Bridgers und Taylor Swift mit. Auf dem aktuellen Werk fehlen Stevens und Swift, daf\u00fcr hat Justin Vernon f\u00fcr \u201eWeird Goodbyes\u201c gleich seine ganze Band Bon Iver mitgebracht, Phoebe Bridgers unterst\u00fctzt beim Titelsong und kurz vor Ende des Albums ist Rosanne Cash (bis heute wei\u00df ich nicht, ob sie es war oder ihre Halbschwester Carlene Carter, die f\u00fcr das grandiose Zitat \u201eWell, if that don&#8217;t put the \u201acunt&#8216; back in country, I don&#8217;t know what does&#8220;verantwortlich zeichnet. Auf jeden Fall war es Hank Williams III., der Jahre sp\u00e4ter erg\u00e4nzte, \u201eand the dick back in Dixie\u201c. Exkurs nutzloses Wissen Ende.) mit von der Partie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c0 propos Party: Ebenso wie \u201eFrankenstein\u201c ist \u201eLaugh Track\u201c ein ruhiges, melancholisches Album, aber an ein oder zwei Stellen donnern The National auf dem aktuellen Werk mal in einer Weise los, die es auf dem Vorg\u00e4nger nicht gab, und lassen es krachen. Dazu kommen wir noch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir waren beim \u201eFirst Two Pages Of Frankenstein\u201c einleitenden Piano: \u201eAlphabet City\u201c, der Opener von \u201eLaugh Track\u201c, beginnt stattdessen mit einem elektrischen Klavier, und auch etwas schneller gespielt, hinzu gesellen sich Synths und eine hingetupfte E-Gitarre sowie Berningers Bariton, der sofort klarmacht, dass wir hier bei The National sind. Der Text ist sehr sch\u00f6n, handelt von Verlust und macht Hoffnung aufs Wiederfinden. Zu Anfang hei\u00dft es \u201eTake forever off anytime you want \/ I&#8217;ll save your place \/ If anybody asks, I&#8217;ll say you&#8217;re coming back \/ We&#8217;ll just have to wait.\u201c und am Ende \u201eI&#8217;ll\u205fstill be here\u205fwhen you come back from space \/ I will listen for you at the door. Sometimes I barely recognize this place \/ When you&#8217;re with me, I don&#8217;t miss the world.\u201c Klingt sch\u00f6n, klingt aber auch traurig. Auf \u201eDeep End (Paul\u2019s In Pieces)\u201c werden dann Tempo und H\u00e4rte ein wenig angezogen, und zwar auf The-National-Art-und-Weise: Das Schlagzeug wird schneller, die Instrumente jangeliger und Berningers Gesang macht eigentlich weiter wie immer. Werden wir nun erfahren, was es mit dem Paul vom Coverbild auf sich hat? Ob er gar das Walross gewesen war? Nein, auch Paul scheint eher wegen eines schmerzlichen Verlusts in Tr\u00fcmmern zu liegen: \u201eI can&#8217;t stop myself from thinking about you all the time \/ I&#8217;m always trying to tune you out, but I&#8217;m gonna let you in tonight. When the sound of your voice comes through, it&#8217;s hardly there, but it&#8217;s all I care about.\u201c Gl\u00fccklich wird man so nicht, aber als Songtext ist sowas durchaus sehr anr\u00fchrend und auch irgendwie herunterziehend. Und vor allem sehr sch\u00f6n anzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>So geht es weiter und weiter und ich f\u00fcr meinen Teil kann von diesen ruhigen, melancholischen The-National-Songs nicht genug kriegen. Soweit zu dem, was ich erwartet habe. Kommen wir nun zu etwas v\u00f6llig Anderem: Meinen pers\u00f6nlichen Highlights des Albums.<\/p>\n\n\n\n<p>Da w\u00e4re zun\u00e4chst das Titelst\u00fcck, zusammen mit Phoebe Bridgers: Es pl\u00e4tschert nur so vor sich hin, aber wie das Pl\u00e4tschern so flie\u00dft und dann diese Melodie \u2013 gro\u00dfartig.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann \u201eSpace Invader\u201c: Mit akustischer Gitarre und sanftem Gesang baut sich das St\u00fcck langsam auf, um dann bei Minute 2:00 eine sehr hypnotische Gesangsmelodie zu entwickeln, hinter der Bryan Devendorf sein Schlagzeug mal ordentlich donnern l\u00e4sst, dennoch bleibt der Song vorerst ruhig. Nach einem ebenso ruhigen Zwischenspiel, an dessen Ende Berninger den Bariton Bariton sein l\u00e4sst, um seehr tief zu murmeln, steigert sich das gesamte Instrumentarium dann in einen wahren Rausch aus verhaltenem Krach, sich \u00fcberschlagenden Drums und unheimlich zur\u00fcckgenommen jaulend klimpernden Gitarren hinein, bis es auf einmal ausfadet.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz vor Schluss kommt dann \u201eCrumble\u201c, von Rosanne Cash und Berninger sehr sch\u00f6n gesungen und mit einer tollen Melodie, und dann \u201eSmoke Detector\u201c als das das Album beschlie\u00dfende St\u00fcck. Ein klasse Gitarrenriff und ein zur\u00fcckgenommenes, aber schnelles Schlagzeug, das auch zu JJ Cale passen w\u00fcrde, hektischer Gesang, leicht atemlos, das Ganze steigert und steigert sich, die Instrumente werden lauter und Berningers eh schon manchmal altersbedingt br\u00fcchig daherkommender Bariton raunt und murmelt, bis er bei Minute 1:48 auf einmal gef\u00fchlt eine Oktave hochschnellt und an Energie zulegt. Anschlie\u00dfend geht es auf und ab, die Melodie hypnotisiert wieder einmal mehr und ab Minute 4:24 schreit Berninger, zumindest f\u00fcr seine Verh\u00e4ltnisse (er redet selbst dann noch, wenn er eigentlich schreit), die Gitarren quietschen, das Schlagzeug poltert, die Melodie begeistert, dann brauchen die H\u00f6renden mal wieder etwas Ruhe, also fahren The National den Song in den noch verbleibenden Minuten kontrolliert runter, allerdings nicht ohne kurz vor Schluss nochmal alles zu geben, inkl. Gitarrensolo und fiepsenden Synths; mit 7:47 Minuten ist \u201eSmoke Detector\u201c der l\u00e4ngste Song auf dem ca. einst\u00fcndigen Album und l\u00e4sst mich mit dem Eindruck zur\u00fcck, gerade eben das bewegendste St\u00fcck Musik von The National geh\u00f6rt zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (16.10.2023) Fun Facts vorab: Die f\u00fcnf Mitglieder von The National haben insgesamt nur drei M\u00fctter und drei V\u00e4ter und nur vier verschiedene Geburtstage. Neben Matt Berninger (Gesang) besteht The National aus den beiden Br\u00fcderpaaren Bryce (Gitarre, Keyboards)\/Aaron &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-national-laugh-track-4ad-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5648","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5648"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5648\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5650,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5648\/revisions\/5650"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}