{"id":5642,"date":"2023-10-16T20:59:19","date_gmt":"2023-10-16T18:59:19","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5642"},"modified":"2023-10-16T20:59:19","modified_gmt":"2023-10-16T18:59:19","slug":"ocean-of-lotion-louilouiloui-apollon-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ocean-of-lotion-louilouiloui-apollon-records-2023\/","title":{"rendered":"Ocean Of Lotion \u2013 LouiLouiLoui \u2013 Apollon Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Ocean-Of-Lotion-LouiLouiLoui.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Ocean-Of-Lotion-LouiLouiLoui.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5643\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (16.10.2023)<br><br>\u201eMotion in the ocean \/ oooh-aaah!\u201c Mit den B-52\u2019s hat das westnorwegische Projekt Ocean Of Lotion abseits der Phonetik indes nichts zu tun. Die Band aus Bergen wagt zwar auf ihrem zweiten Album \u201eLouiLouiLoui\u201c einen Blick zur\u00fcck in die Achtziger, aber in die synthetisch grundierten federleichten. Ein Bisschen Aneka, ein Bisschen Fancy, ein Bisschen Grauzone, ein Bisschen Queen, mit etwas E-Gitarre, ab und zu ein Saxophonsolo, zweistimmiger Gesang, instant Ohrwurmgarantie, hedonistische Gute-Laune-Brausepulver-UFOs und \u201eCats In Space On Synthesizers\u201c. Noch Fragen?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ja, zum Beispiel diese: Wer braucht das? \u201eLouiLouiLoui\u201c ist eine sektselige Retroparty, die sich querbeet bei allerlei Sounds und Stilen bedient, die andere in den Achtzigern erfanden und popul\u00e4r machten. Zusammengef\u00fcgt generieren Ocean Of Lotion jede Menge Power, die Songs sind fett produziert, analoge Instrumente f\u00fcgen sich erg\u00e4nzend in den Synthiesound ein, die Singenden verst\u00e4rken die Melodieseligkeit, das Album ist getragen von einer stringenten Dynamik. Sicherlich, genau diese Platte gab es in den Achtzigern nicht, aber Vergleichbares wie Sand am Meer. Zudem hielten die Achtziger definitiv coolere Vorlagen bereit als die, bei denen sich die Norweger bedienen \u2013 man will keine Kunst machen, man will keine Emotionen transportieren, man will sich erinnern und Party machen.<br><br>Was der Band gelingt, ist, in zehn Songs zehn Grundausrichtungen zu bedienen. Je nach Schwere er eingebauten Gitarren etwa, je nach Dichte der Synthies, je nach Tempo der Songs, je nach dem Druck, den sie aufbauen, tr\u00e4gt jedes St\u00fcck eine andere Analogie zu anderen Originalen. Manchmal h\u00f6rt man direkte Songs heraus, etwa \u201eWe Will Rock You\u201c von Queen in \u201eSkinny White Pants\u201c oder \u201eEisb\u00e4r\u201c von Grauzone in \u201eCats In Space On Synthesizers\u201c, manchmal erinnern die Songs lediglich grob an spezielle Bands, andere an Genres, \u201eI Knew I Was In Love Again\u201c an den Elektrofunk und an Latinpop etwa. Tats\u00e4chlich ist ihnen zugute zu halten, dass sie mit den Synthies keine Housetracks generieren, sondern sie tats\u00e4chlich wie in den Achtzigern einsetzen, als man mit ihnen noch die Struktur von Rockmusik kopierte.<br><br>Man hat den Eindruck, als wollen Ocean Of Lotion den Spa\u00df, an den sie sich erinnern (oder den ihre Eltern gehabt haben m\u00f6gen, je nach Alter der Musizierenden), mit einer bis drei Umdrehungen mehr rekapitulieren. So etwas taugt bestimmt gut auf Altstadtfesten oder beim Grand Prix Eurovision de la Chanson Europ\u00e9enne, wie der Eurovision Song Contest ja damals noch hie\u00df. \u201eLouiLouiLoui\u201c ist \u00fcberdreht, kreischig und so voller Energie, dass man sich hinterher dringend abschminken m\u00f6chte. Und es will lustig sein, in \u201eCrocodile\u201c hei\u00dft es, dass man den Unterschied zwischen Alligator und Krokodil nicht sehe, lustig, ja, und vergisst dabei die Kaimane.<br><br>Erstaunlich ist, dass \u201eLouiLouiLoui\u201c das erst zweite Album der Norweger ist \u2013 nach 2012, als das \u00e4hnlich \u00fcberdreht gelagerte \u201eDive In\u201c herauskam. Das Personal auf den Alben ist \u00fcppig, auf dem neuen finden sich zudem einige G\u00e4ste, etwa Sondre Sagstad Veland und Vegard Wikne von Dobbeltgjenger, der Jazz-Saxophonist Michael Barnes und Jon Ivar Kollbotn von Major Parkinson, und die Band selbst besteht aus Musikern mit Namen wie Himalaya Sabotage, Andy Atlantic, Lila Lu, Lars Love, Pluto, Maffa McAdder und The Artist Formerly Known As UFO. Wem das alles ein viel zu klebriger Hedonismus ist, der greife lieber zu \u201eGodspeed Into The Mainstream\u201c, das Deb\u00fct von Spleen United aus D\u00e4nemark \u2013 die bedienten sich damals zwar ebenfalls bei den Achtzigern, verankerten ihre Quellen aber in der Gegenwart und gaben ihrer Musik eine eigene Stimmung, gewaltiger, dunkler und weniger auf den reinen Spa\u00df beschr\u00e4nkt. Musikalisch schlecht sind Ocean Of Lotion mitnichten, nur ist ihre Musik f\u00fcr den allt\u00e4glichen Konsum zu kalkuliert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (16.10.2023) \u201eMotion in the ocean \/ oooh-aaah!\u201c Mit den B-52\u2019s hat das westnorwegische Projekt Ocean Of Lotion abseits der Phonetik indes nichts zu tun. 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