{"id":5589,"date":"2023-09-28T22:53:00","date_gmt":"2023-09-28T20:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5589"},"modified":"2023-09-28T22:53:00","modified_gmt":"2023-09-28T20:53:00","slug":"thierry-arnal-the-occult-sources-original-soundtrack-atypeek-music-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/thierry-arnal-the-occult-sources-original-soundtrack-atypeek-music-2023\/","title":{"rendered":"Thierry Arnal \u2013 The Occult Sources (Original SoundTrack) \u2013 Atypeek Music 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Thierry-Arnal-The-Occult-Sources.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Thierry-Arnal-The-Occult-Sources.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5590\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (28.09.2023)<br><br>Bei \u201eThe Occult Sources\u201c muss es sich um einen enorm bedr\u00fcckenden Horrorfilm handeln, nimmt man den Soundtrack von Thierry Arnal aus Lyon als Hinweis (ist es aber nicht, es ist offenbar Kunst). Seine 20 verlangsamten Tracks in einer Stunde Spielzeit h\u00e4lt er minimalistisch, kreuzt kaum mehr als zwei, drei Ger\u00e4uschquellen pro Track, verliert sich abwechselnd in Drones, Pulsieren, demolierten Melodiefragmenten, pluckerndem Industrial und Noise und vollbringt all dies auf eine Weise, die einen sehr leichten Zugang zu diesem Abgrund erm\u00f6glicht. So viel Dunkelheit! Und dabei auch noch so sch\u00f6n. Entspannungsmusik f\u00fcr gutgelaunte \u00dcberdr\u00fcssige.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Seinen Spannungsbogen errichtet Arnal wunderbar niedrigschwellig: Seine schlicht durchnummerierten Tracks l\u00e4sst er klar und einfach beginnen und steigert sich von Track zu Track. Erst ein dezentes Rauschen, dann ein dunkler Puls, dann ein Glockenspiel in Schieflage, dann ein leicht nerv\u00f6ser Rhythmus, dann \u00f6ffnen sich die Tore in die Unterwelt, die Sounds werden abstrakter, schr\u00e4ger, die Arrangements beklemmender, angsteinfl\u00f6\u00dfender, doch schon ist man ja mittendrin, ging den Weg mit dem Komponisten, \u00fcberschritt bereits die Schwelle ins Unbekannte, Bedrohliche, Gef\u00e4hrliche, bewegt sich im Nebul\u00f6sen und findet mehr und mehr festen Tritt auf diesem Weg in den dunkelsten Abgrund. Man sieht nicht links noch rechts, geschweige denn geradeaus, man nimmt nur wahr, dass es kontinuierlich abw\u00e4rts geht, mit einigen Ebenen zwischendrin, und je vertrauter einem die akustische Umgebung wird, desto mehr gef\u00e4llt sie einem.<br><br>Da bedient Arnal etwa auch mal eine Kirchenorgel, klar, wenn es ums Okkulte geht. Da manipuliert er eine Gitarre, die er verfremdet und schr\u00e4g in der Leere anschl\u00e4gt. Da flicht er verst\u00f6rende, aber leise St\u00f6rger\u00e4usche in eine Ambientfl\u00e4che ein. Und man wundert sich, wie es ihm gelingt, bei all dieser Dunkelheit auch noch den Eindruck zu erwecken, es mit grunds\u00e4tzlich sch\u00f6ner Musik zu tun zu haben. M\u00f6glicherweise ist ein Grund daf\u00fcr, dass er zwar eindeutig dunkel musiziert, aber dabei behutsam bleibt. Auch m\u00f6glich ist, dass es daran liegt, dass Arnal seine Tracks nicht \u00fcberfrachtet, er bleibt bei ausgew\u00e4hlten Soundquellen und generiert eine beklemmende Leere. Au\u00dferdem ist er in der Anwendung seiner Sounds nicht plakativ oder hyperaktiv, man bekommt hier keine gef\u00e4llige Gruftiso\u00dfe aufgetischt, hier muss man sich schon auf die Musik ein- und sie wirken lassen, das geht nicht so nebenbei und f\u00fcr den gem\u00fctlichen EBM-Industrial-Bereich der schwarzen Gro\u00dfraumdisco nebenan.<br><br>Tats\u00e4chlich liegt dieser Soundtrack bereits seit 2019 vor, doch verhinderte Corona die k\u00fcnstlerische Aufarbeitung, wie sie sich Arnal und Filmmacher Laurent Courau vorstellten. Alles zusammen geh\u00f6rt zu dessen Projekt \u201eThe Occult Sources: Deep Inside The Abode Of Chaos\u201c, einem sogar in einem umstrittenen Museum in Saint-Romain-au-Mont-D\u2019Or untergebrachten Multimediaprojekt mit Kunst, Buch, Internetclips und einem Kinofilm, dessen Soundtrack nun offiziell physisch vorliegt. Die Musik konzipierte, komponierte und produzierte Arnal, der laut Info mit Field Recordings, Soundcollagen und Computern arbeitet, was man gut heraush\u00f6rt. Er ist Teil unz\u00e4hliger Projekte ebenso unterschiedlicher musikalischer Ausrichtung (nicht umsonst ist er auch in der Encyclopaedia Metallum aufgef\u00fchrt), darunter 2W, Fragment., HAST, N400, Flex, Amantra, TH-A &amp; SEPL, Dogma oder Scorched Earth Policy Lab, puh. Bei dem, was er so treibt, nimmt es nicht Wunder, dass ihn Justin Broadrick mit dem Projekt Amantra auf seinem Label Avalanche Recordings unterbrachte (und der sich auf dem Album \u201eAs It Should Have Been\u201c mit Coverversionen von Broadricks Bands Godflesh und Jesu revanchierte).<br><br>\u201eThe Occult Sources\u201c ist wohltuend unangepasst und trotzdem zug\u00e4nglich. Und es l\u00e4dt dazu ein, im n\u00e4chsten Frankreich-Urlaub mal in der Gegend um Lyon eine Stippvisite zum Chaos-Museum zu machen, dessen Ger\u00e4usche sogar den B\u00fcrgermeister auf die Palme bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.09.2023) Bei \u201eThe Occult Sources\u201c muss es sich um einen enorm bedr\u00fcckenden Horrorfilm handeln, nimmt man den Soundtrack von Thierry Arnal aus Lyon als Hinweis (ist es aber nicht, es ist offenbar Kunst). 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