{"id":5583,"date":"2023-09-27T21:23:02","date_gmt":"2023-09-27T19:23:02","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5583"},"modified":"2023-09-27T21:23:02","modified_gmt":"2023-09-27T19:23:02","slug":"collapse-under-the-empire-recurring-finaltune-records-broken-silence-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/collapse-under-the-empire-recurring-finaltune-records-broken-silence-2023\/","title":{"rendered":"Collapse Under The Empire \u2013 Recurring \u2013 Finaltune Records\/Broken Silence 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Collapse-Under-The-Empire-Recurring.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Collapse-Under-The-Empire-Recurring.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5584\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (27.09.2023)<br><br>Die j\u00fcngeren Alben und Singles des Hamburger Electro-Postrock-Duos Collapse Under The Empire waren sich so sehr \u00e4hnlich, dass man nach anf\u00e4nglicher Euphorie \u00fcber den neuen Sound zu der Erkenntnis kam, dass sich eben dieser Sound alsbald abnutzte, und man das Projekt aus den Augen verlor. Daher ist das instrumentale Konzeptalbum \u201eRecurring\u201c also nicht ein erstes neues Album nach einer L\u00fccke, sondern die lediglich unbegleitete Fortsetzung des eingeschlagenen Weges. Die Musik ist grunds\u00e4tzlich sch\u00f6n, aber einfach gehalten: Achteltakte, schlichte Gebrauchsmelodien, pomp\u00f6se Effekte, vertraute Akkorde. Das anf\u00e4nglich bei der Band noch tiefer verwurzelte Dunkle dringt erst sp\u00e4t und nur sp\u00e4rlich ins Album ein, bis dahin kann man es sich in der Wattemusik gem\u00fctlich machen. Das funktioniert tadellos, etwas mehr Kantigkeit w\u00e4re jedoch w\u00fcnschenswert.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mit einem sanften technoiden Beat beginnt \u201eRecurring\u201c, und man denkt: Juhu, die Hamburger krempeln ihr Konzept um, erweitern es, bringen neue Aspekte ein, jetzt wird\u2019s spannend. Wird\u2019s dann aber doch eher nicht: Kennt man die alten Sachen, begibt man sich mit \u201eRecurring\u201c auf ein sehr vertrautes, aber abgemildertes Gebiet. Chris Burda und der einstige Heavy-Metal-Gitarrist Martin Grimm t\u00fcrmen Schicht auf Schicht, ersinnen eing\u00e4ngige Melodien, lassen das von Nando Sch\u00e4fer gespielte Schlagzeug auch mal wirbeln, breiten Fl\u00e4chen \u00fcber die L\u00fccken und bedienen die ganz gro\u00dfe Geste, die epische, die mit dem Pathos drin. Die Musik des Duos ist leicht zug\u00e4nglich, selbst Radioh\u00f6rer oder Blockbustergucker d\u00fcrften wenig Schwierigkeiten damit haben, sich darauf einzulassen.<br><br>Das ist nat\u00fcrlich auch eine Leistung, sich bei Postrock, Shoegaze, Ambient und Progrock zu bedienen, also eher sperrigen bis experimentellen Genres, und daraus als das Eigene etwas zu kreieren, das diese Genres auch unbedarften H\u00f6renden zug\u00e4nglich macht. Collapse Under The Empire empfehlen sich mithin als Einstiegsdroge. Sobald man indes tiefer in die Materie eingedrungen ist, l\u00e4sst man die Band allerdings hinter sich, deren Akronym nicht zuf\u00e4llig wohl CUTE lautet.<br><br>Der Zugang ist aber auch niedrigschwellig. Gef\u00fchlt alle Songs basieren auf variantenarmen Achteln, viele Melodien kennt man bereits, wenn nicht von der Band selbst, dann \u00fcberraschenderweise von Neunziger-Eurodance-Hits. Erst sp\u00e4t lassen Grimm und Burda eine Gitarre erklingen, die dezidiert angeschlagen an alte Songs von The Cure erinnert, wie sie sp\u00e4ter auch in den Postrock und Shoegaze einfloss. Das leider kurzlebige Projekt Transmission mit Youth und \u201eBig\u201c Paul Ferguson von Killing Joke, Simon Tong von The Verve und Tim Bran von The Orb startete nur unwesentlich fr\u00fcher als CUTE mit einem \u00e4hnlichen Konzept, doch merkte das Quartett offenbar, dass es sich totlief, und h\u00f6rte nach wenigen Jahren wieder auf. Zudem lie\u00dfen die vier deutlich mehr Tiefgang zu, der den Hamburgern leider fehlt: Was hier nach Gef\u00fchlen klingt, wirkt einstudiert, angeeignet und reproduziert, jedoch nicht empfunden.<br><br>Obschon es instrumental gehalten ist \u2013 m\u00f6glicherweise w\u00e4re die bei Apocalyptica geklaute Idee von Gasts\u00e4ngern ja eine schmackhafte Horizonterweiterung \u2013, tr\u00e4gt \u201eRecurring\u201c ein Konzept, das die Ein-Wort-Songtitel verraten: Genesis, Revelation, Mercy, Absolution, Requiem, Forgiveness, Salvation, Apocalypse, Creation, also das Ende der Welt, wie wir sie kennen, eingel\u00e4utet von ihren Bewohnern selbst, inklusive unbekanntem, aber hoffnungsvollem Neustart. \u201eRecurring\u201c ist nun das neunte Album des Projektes seit 2008, und wer etwas Geld investieren mag, kann sich die zeitgleich erscheinende Box \u201eWork 08-23\u201c zulegen, mit allen Alben, EPs, Singles sowie einigen Bonustracks auf elf LPs; welche genau, ist noch verborgen, ob etwa auch die verkehrt und fragmentarisch nummerierten Online-Singles \u201eSection\u201c aus der Coronazeit auch mit dabei sein werden.<br><br>Auch unklar ist, ob man \u00fcberhaupt elf Schallplatten lang Collapse Under The Empire durchh\u00f6ren mag. \u201eRecurring\u201c allein schon ist daf\u00fcr insgesamt zu s\u00fc\u00dflich. Das grandiose Video zu \u201eThe Great Silence\u201c vom f\u00fcnften Album \u201eFragments Of A Prayer\u201c war 2011 ein vielversprechender Einstieg in das aufgrund der elektronischen Mittel ungew\u00f6hnliche Postrock-Projekt, da flirrten die Gitarren noch wie in dem Genre \u00fcblich, und auch wenn das Duo auch 2023 noch seine sanft startenden Tracks mit mehr und mehr Elementen zustapelt, bleibt es musikalisch auf risikofreien Wegen. Es fehlt die Tiefe, es fehlen Kanten, es fehlt der Mut, dem Mainstream etwas Bissiges anzubieten. So sch\u00f6n \u201eRecurring\u201c grunds\u00e4tzlich auch ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (27.09.2023) Die j\u00fcngeren Alben und Singles des Hamburger Electro-Postrock-Duos Collapse Under The Empire waren sich so sehr \u00e4hnlich, dass man nach anf\u00e4nglicher Euphorie \u00fcber den neuen Sound zu der Erkenntnis kam, dass sich eben dieser Sound alsbald &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/collapse-under-the-empire-recurring-finaltune-records-broken-silence-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5583","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5583"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5583\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5585,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5583\/revisions\/5585"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}