{"id":5500,"date":"2023-08-14T21:49:45","date_gmt":"2023-08-14T19:49:45","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5500"},"modified":"2023-08-14T21:49:45","modified_gmt":"2023-08-14T19:49:45","slug":"salaman-isku-le-voyage-nucturne-bitume-prod-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/salaman-isku-le-voyage-nucturne-bitume-prod-2023\/","title":{"rendered":"Salaman Isku \u2013 Le voyage nucturne \u2013 Bitume Prod. 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Salaman-Isku-Le-voyage-nocturne.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Salaman-Isku-Le-voyage-nocturne.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5501\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (14.08.2023)<br><br>\u201eLe voyage nocturne\u201c, das der 35j\u00e4hrige franz\u00f6sische Metal-Musiker Julien J. Neuville aka Adunakhor Z. bereits 2017 unter dem Pseudonym Salaman Isku im Eigenverlag herausbrachte, ist ein Bisschen wie \u201eFear And Loathing In Las Vegas\u201c als Musik: Er sei von der mexikanischen Kaktusdroge Mescalito dazu befeuert gewesen, in einer Sommernacht spazieren zu gehen. Die Eindr\u00fccke, die Neuville dabei erhielt, sind nicht zwingend chillig verdrogt, sondern aufw\u00fchlend, brutal, anstrengend \u2013 Werbung f\u00fcr Mescalito ist dieses halbst\u00fcndige Album jedenfalls nicht. Das ist auch gut so, wer braucht schon im Rock\u2019n\u2019Roll die Empfehlung, Drogen zu nehmen, auch wenn manche drogeninduzierten Kulturg\u00fcter so ungew\u00f6hnlich sind wie dieses; zur Sommersonnenwende von Bitume auf CD neu herausgebracht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mescalito ist \u2013 folgt man zumindest der vorliegenden Musik \u2013 keine Droge, die einen entspannt den K\u00fchlschrank leerfuttern l\u00e4sst, die das Sofa als R\u00fcckzugsort f\u00fcr die n\u00e4chsten Stunden empfiehlt, die einem freundliche bunte Drachen an den Himmel zaubert, die auf Harmonien baut, die die Einheit mit dem Universum propagiert, die entschleunigt; eine n\u00e4chtliche Reise unter sternenverhangenem Himmel durch eine mexikanische W\u00fcste stellt man sich anders vor, wenn schon mit Metal, dann vielleicht mit einer Art Post Black Metal, mit Ambient-Passagen, psychedelisch, spacig, dunkel funkelnd \u2013 nichts davon ist aber \u201eLe voyage nocturne\u201c. Mescalito hat andere Effekte auf Bregen und Stromgitarren, und die sind nicht eben gem\u00fctlich.<br><br>Dabei ist der Auftakt noch ungef\u00e4hr so, wie man es sich halbwegs ausmalt: Entspanntes Schlagzeug, lockere E-Gitarre ohne Verzerrung, doch bratzt Neuville nach gut einer Minute los, macht aus dem Beat eine gutgelaunte Polka und beginnt alsbald damit, dazu mit der E-Gitarre in solchen H\u00f6hen zu solieren, dass man Kopfschmerzen bekommt. Selbst wenn kurz darauf bereits die erste Katerstimmung eintritt, wirkt sie eher aggressiv als dunkeldumpf. Mit Tempo, aufgekratzten Gitarren und Grunzgesang geht es weiter, manche Melodie tr\u00e4gt etwas Sch\u00f6nes in sich, wie als Kontrast zur aufw\u00fchlenden Musik drumherum, und dazu setzt Neuville dezidierte Drumwirbel ein, die er auch dem Thrash oder Death Metal entnommen haben k\u00f6nnte. Das spacige Keyboard in einer Punksequenz wirkt wie eine Parodie, die Neuville gleich wieder mit Gegniedel zers\u00e4gt. Ebenso harsch verf\u00e4hrt er mit einer melodischen Sequenz, die mit getragenem Tempo den Eindruck von Mitmachmusik auf einem Classic-Rock-Festival erzeugt. Ja, er kann sch\u00f6n, doch hat er keinen Bock darauf, sch\u00f6n allein oder auch l\u00e4nger walten zu lassen. Stattdessen klimpert er zum Ende des wohl massenkompatibelsten St\u00fcckes \u201eLa contemplation\u201c mit der Maultrommel herum oder durchsetzt das anf\u00e4nglich entfernt an Alcest erinnernde \u201eLe r\u00eave\u201c mit einer angeschr\u00e4gten Fl\u00f6te. Dieses Mescalito muss ein Teufelszeug sein.<br><br>Neuville spielte das gesamte Album allein ein, was bei ihm keine Seltenheit zu sein scheint. Sein Projekt Salaman Isku, kurioserweise Finnisch f\u00fcr \u201eBlitzeinschlag\u201c, existiert dabei schon l\u00e4nger, 2013 brachte er eine selbstbetitelte EP heraus und 2017 diesen Drogentrip, an dem er drei Jahre lang arbeitete. Sein gelegentlich als Adz verk\u00fcrzter und dem eher im Progrock beliebten \u201eHerr der Ringe\u201c entnommener Nom de guerre Adunakhor Z l\u00e4sst zumindest phonetisch ahnen, dass Neuville vornehmlich im Black Metal unterwegs ist. Und ja, sein erstes, damals nicht allein betriebenes Projekt Thy Apocalypse kombinierte Black Metal mit Industrial. Anschlie\u00dfend mischte er beim Black-Metal-Trio Abfall mit, als .eterniteduchaos. produzierte er elektronische Musik, via Reflecting The Light dann Post Black Metal. In \u201eLe voyage nocturne\u201c will er auch Folkmusik untergebracht haben, aber das Volk, das solche Musik als Folklore betrachtet, muss erst noch das Licht der Welt erblicken. Eine sch\u00f6ne Aussicht aber.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (14.08.2023) \u201eLe voyage nocturne\u201c, das der 35j\u00e4hrige franz\u00f6sische Metal-Musiker Julien J. 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