{"id":5438,"date":"2023-07-26T21:21:55","date_gmt":"2023-07-26T19:21:55","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5438"},"modified":"2023-07-26T21:21:55","modified_gmt":"2023-07-26T19:21:55","slug":"hemina-romancing-the-ether-birds-robe-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hemina-romancing-the-ether-birds-robe-records-2023\/","title":{"rendered":"Hemina \u2013 Romancing The Ether \u2013 Bird\u2019s Robe Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Hemina-Romancing-The-Ether.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Hemina-Romancing-The-Ether.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5439\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (26.07.2023)<br><br>Okay, Leute, was f\u00fcr Musiker und Genres m\u00f6gt ihr so? \u2013 Hm, Djent wie bei Meshuggah! \u2013 Devin Townsend! \u2013 Foreigner! \u2013 Achtziger-Progrock kurz vor Metal! \u2013 Operette! \u2013 Streicher! \u2013 Ambient! \u2013 Techno! \u2013 R\u2019n\u2019B-Chartspop! \u2013 Stadionrock! \u2013 Jau, perfekt, das mischen wir alles mal gut durch, und wenn euch noch etwas einf\u00e4llt, packt es einfach mit rein, frisst ja kein Brot. Irgendwelche Strukturen, ach, machen wir einfach einen einzelnen Track draus, das wirkt dann wenigstens k\u00fcnstlerisch und nach Sendungsbewusstsein, ausgew\u00e4hlte knackige Elemente k\u00f6nnen wir immer noch als Single extrahieren. \u201eRomancing The Ether\u201c hei\u00dft es, ist das f\u00fcnfte Album des Quartetts Hemina aus Sydney und klingt genau so, wie im Anlauf erdacht \u2013 bunt gew\u00fcrfelt, jedoch bewusst konsumiert \u00e4u\u00dferst anstrengend.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es beginnt damit, dass die Stimme des S\u00e4ngers viel zu hoch ist: Douglas Skene klingt nach Lou Gramm, dazu l\u00e4sst er sich gern wie Devin Townsend von einem Chor begleiten. In seinen hohen Lagen entwickeln der H\u00f6renden Ohren einen Schlie\u00dfreflex und das Hirn enorme Schwierigkeiten, die Stimme mit der Musik in Einklang zu bringen. Die will vorrangig Metal sein, groovt mal wie beim Djent und progrockt mal wie bei Queensr\u00ffche, hei\u00dft: In ersteren Passagen verlangsamt der Drummer zwischendurch mal f\u00fcr vier Takte das Tempo gegen den Rhythmus und legt dann f\u00fcr weitere vier Takte einen Blastbeat los, w\u00e4hrend Gitarre und Bass tiefergelegt grooven, um dann sofort wieder das Genre zu wechseln, etwa in zweitere Passagen, in denen die Gitarren in hohen T\u00f6nen kreischen wie bei Achtziger-Popmetal-Bands, bevor sie in stadiontaugliches Twingegniedel verfallen.<br><br>Das Poppige nehmen die Melodien h\u00e4ufig auf, egal, ob musikalisch oder gesungen; Drama und Pathos, wie man sie schon im aktuellen Radioprogramm oder bei Operetten nicht ertragen kann. Dazu flitzen die Finger \u00fcber die Griffbretter. Oder auch mal nicht, dann schalten die Instrumente um und es wird chillig, technoid oder akustisch. Die Passagen wechseln so h\u00e4ufig, dass man sich an die einzelnen Bl\u00f6cke gar nicht gew\u00f6hnen kann, weil sofort ein neuer kommt, immerhin recht beatgenau, also nicht ganz wie aneinandergereihte Holzkl\u00f6tze; erst gegen Schluss in den tats\u00e4chlich balladesken Momenten verharrt die Band f\u00fcr eine kurze Weile in der Stimmung und l\u00e4sst sie wirken, bis sie dann zum Ende des Tracks stolpert. Auf \u201eEmpath\u201c von Devin Townsend herrscht auch so ein Durcheinander, und man h\u00f6rt deutlich heraus, dass sich Hemina hier inspirieren lie\u00dfen.<br><br>Es f\u00e4llt schwer, \u201eRomancing The Ether\u201c zu genie\u00dfen, weil einfach zu viel passiert, das nicht zueinander passen mag, auch wenn die Band alle Elemente f\u00fcr sich geh\u00f6rt ausgezeichnet beherrscht. Und dann noch ein Album mit nur einem Track, uff, auch wenn Ausz\u00fcge wie \u201eStrike Four\u201c, \u201eEmbraced By Clouds\u201c oder \u201eRevelations\u201c als separate Singles parat stehen, die dem Gesamt-Track indes immer noch keine nachvollziehbare Struktur verleihen, wenn man sie einzeln h\u00f6rt. Laut Band ist der 35-Minuten-Track seinerseits unterteilt in sechs Kapitel, aber auch das erschlie\u00dft sich nicht so einfach. Was dem Ganzen ein Kr\u00f6nchen aufsetzt, ist, dass es sich bei \u201eRomancing The Ether\u201c progrockbedingt nicht nur um ein Konzeptalbum handelt, sondern dies das f\u00fcnfte in einer Reihe von Konzeptalben ist, die ein Gesamtkonzept ergeben. Irgendwas mit Adoleszenz und Familie und so.<br><br>Ein-Track-Alben sind nun auch nicht so neu, grunds\u00e4tzlich nicht sowie ebenso wenig im Progrock und im Metal. So etwas gab\u2019s in den Sechzigern im Jazz, in den Siebzigern im Minimalismus, in den Achtzigern in Krautrock und Ambient, in den Neunzigern im Doom, irgendwas Experimentelles geht immer in \u00dcberl\u00e4nge, auch Black Metal. Da w\u00e4ren \u201eI\u201c von Meshuggah, \u201eYeah! Yeah! Die! Die! (Death Metal Symphony In Deep C)\u201c von Waltari, \u201eAmarok\u201c von Mike Oldfield, \u201eThe Courtauld\u2019s Talk\u201c von Killing Joke, \u201eLysol\u201c von den Melvins sowie weitere 500 Beispiele. Das neue Album von Hemina reiht sich da nun ein, aber die aufgelisteten Alben h\u00f6rt man gewiss weitaus h\u00e4ufiger als \u201eRomancing The Ether\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (26.07.2023) Okay, Leute, was f\u00fcr Musiker und Genres m\u00f6gt ihr so? \u2013 Hm, Djent wie bei Meshuggah! \u2013 Devin Townsend! \u2013 Foreigner! \u2013 Achtziger-Progrock kurz vor Metal! \u2013 Operette! \u2013 Streicher! \u2013 Ambient! \u2013 Techno! \u2013 R\u2019n\u2019B-Chartspop! &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hemina-romancing-the-ether-birds-robe-records-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5438","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5438","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5438"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5438\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5440,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5438\/revisions\/5440"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5438"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5438"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5438"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}