{"id":5435,"date":"2023-07-25T22:11:05","date_gmt":"2023-07-25T20:11:05","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5435"},"modified":"2023-07-25T22:11:05","modified_gmt":"2023-07-25T20:11:05","slug":"voivod-morgoeth-tales-century-media-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/voivod-morgoeth-tales-century-media-2023\/","title":{"rendered":"Vo\u00efvod \u2013 Morg\u00f6th Tales \u2013 Century Media 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Voivod-Morgoeth-Tales.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Voivod-Morgoeth-Tales.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5436\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (24.07.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Vo\u00efvod haben heuer wieder einmal mehr ein Album mit mehr als zweifelhaftem Coverartwork ver\u00f6ffentlicht. Eine Best-of sogar, und zwar eine, f\u00fcr die die ersten sieben Songs neu eingespielt wurden, dann folgt ein neues St\u00fcck und dann noch eine Coverversion (\u201eHome\u201c von Public Image Ltd.). Kann das gutgehen?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ja, kann es und tut es. Voivod haben sich als Covermaterial Songs aus den Jahren 1984 bis 2003 ausgesucht. Mit dem ganz wunderbaren \u201eRise\u201c vom 1997er Album \u201ePhobos\u201c ist nur ein Titel vertreten, den im Original nicht Snake Belanger, sondern Eric Forrest eingesungen hat, so dass wir uns gesangstechnisch nicht auf allzu gro\u00dfe \u00dcberraschungen einstellen m\u00fcssen. Das umso weniger, da Forrest den Titel auch in der Neuauflage einsingt. Umso mehr gilt das aber f\u00fcr die Gitarre: Piggy (Dennis D\u2018Amour), zugleich einer der Hauptsongwriter der Band, starb 2005 an Darmkrebs, sein Nachfolger wurde 2008 Daniel \u201eChewy\u201c Mongrain. Piggys Songs wurden somit f\u00fcr \u201eMorg\u00f6th Tales\u201c komplett von seinem Nachfolger Chewy eingespielt, und das sehr kompetent. Vergleichen wir beispielsweise \u201eRebel Robot\u201c vom selbstbetitelten 2003er Album, das den Namen \u201eVo\u00efvod\u201c tr\u00e4gt und daher genauso hei\u00dft wie die Band, die es aufgenommen hat:<\/p>\n\n\n\n<p>Hier jetzt erstmal kurz nutzloses Wissen: Die Bassgitarre wurde auf diesem Album UND AUCH IN DER NEUEN VERSION vom gro\u00dfen Jason Newsted bedient, und man kann das auch h\u00f6ren, und das ist wahrhaft gro\u00df. Snake r\u00f6hrt sich in heiserer Manier die Seele aus dem Hals (auf sp\u00e4teren Aufnahmen klingt er dann entspannter, aber nicht weniger eindringlich) und Piggy l\u00e4sst die Gitarre ebenso heiser r\u00f6hren. Das ist Prog Metal, der sich nicht in Gegniedel vert\u00fcdelt, zwischendurch h\u00f6ren wir Ankl\u00e4nge von Palm Muting (aka Djent) und \u00fcber all den L\u00e4rm legen sich einfache und einfach wundersch\u00f6ne Soli. Wie schl\u00e4gt sich im Vergleich dazu die Rewiederneuver\u00f6ffentlichung? Nun, zuallererst klingt sie ein klein wenig d\u00fcsterer, Snake singt weniger stimmbandverbrauchend \u2013 und die Gitarre? Ja, sie klingt zum Gl\u00fcck anders als das Original, aber steht diesem an Virtuosit\u00e4t in nichts nach. Chewys Gitarre klingt dumpfer und damit weniger aggressiv als Piggys Original, hier wird also nicht kopiert, sondern behutsam das Erbe geworshippt, und ich gehe davon aus, dass Piggy sehr zu sch\u00e4tzen w\u00fcsste, wie Chewy mit den Riffs umgeht, die er von ihm geliehen hat. Und je weiter sich der 2023er Song hinzieht, umso mehr bohrt sich Snakes \u201eThere is a little matrix in everyone\u201c in Hammer, Amboss und Steigb\u00fcgel. Genau.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun noch ein Wort zur Songauswahl: \u201eMorgoth Tales\u201c enth\u00e4lt zwei neue Songs (mehr dazu sp\u00e4ter) und ansonsten Coverversionen von Liedern, die zwischen 1984 und 2003 auf Tontr\u00e4ger erschienen sind. Mit \u201eCondemned To The Gallows\u201c, ein Bonustrack zum 1984er Deb\u00fct \u201eWar And Pain\u201c (jahaa, so musste ein Metal-Abum damals betitelt sein), bekommen wir zu Anfang gleich den ersten Vo\u00efvod-Song \u00fcberhaupt zu h\u00f6ren, damals ist er auf dem Metal-Massacre-V-Sampler erschienen, und er ist reiner Thrash in reinster Reinkultur, klingt dabei aber d\u00fcsterer und dystopischer als alles, was Thrash damals ausgemacht hat. \u201eThrashing Rage\u201c vom 1986er Album \u201eRrr\u00f6\u00f6\u00f6aaarrr\u201c haut in dieselbe Kerbe, nur schneller, heiserer, und auch die 2023er Version macht dem damaligen Albumtitel alle Ehre.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter geht es mit \u201eKilling Technology\u201c, auch hier sind wir noch im Thrash verhaftet, aber die Gitarre klingt sehr komplex und teilweise auf eine atonale Weise harmonisch, wir bewegen uns in Richtung Prog. Hernach wird dann ein Song des 1988er \u00dcberalbums \u201eDimension Hatr\u00f6ss\u201c verwurschtet, n\u00e4mlich \u201eMacrosolutions To Megaproblems\u201c. Allein die Titelgebung ist ein Fest, das Original t\u00f6nt ein klitzeklein wenig schwach auf der Brust und die Neuauflage b\u00fcgelt das aus: Von Thrash w\u00fcrde ich jetzt hier nicht mehr sprechen, quietschende Riffs jagen sich gegenseitig durch die Marshalls, Rhythmus und Tempo wechseln st\u00e4ndig, dennoch ziehen sich sch\u00f6ne Melodien durch den Song, ich w\u00fcrde mal sagen, hier hat eine Band ihren Stil nun endlich gefunden. Dem schlie\u00dft sich \u201ePre-Ignition\u201c von \u201eNothingface\u201c aus 1989 an, das sich stilistisch sch\u00f6\u00f6n geschmeidig an das zuvor geh\u00f6rte Werk anschmiegt und neugierig macht auf das, was nun noch kommt. Und das ist \u201eNuage Fractal\u201c vom Album \u201eAngel Rat\u201c aus 1991. Huuuh, was ist das? Ein elektronisch angehauchtes Schlagzeug, der Gesang mit viel Hall ganz nach hinten gemischt und die Gitarre hat nun gar nichts mehr von Metal, sondern ist eher Gothic Rock, aber guter Gothic Rock wie The Cult oder Bauhaus oder sowas. Damals sicher ein Tritt ins Gesicht, aber was machen Vo\u00efvod heuer daraus? Erstmal lassen sie es produktionstechnisch mehr donnern, geben dem Gesang mehr B\u00fchne, die Gitarre jault aber ebenso gotisch wie damals. Sehr sch\u00f6n! Mit \u201eFix My Heart\u201c wird es dann wieder h\u00e4rter, aber nicht weniger d\u00fcster: Auch hier klingt die Neuaufnahme donnernder und drohender als das Original, und die rockigen Stellen rocken nicht weniger als 1993 (o haue ha, vor 30 Jahren!).<\/p>\n\n\n\n<p>Und am Ende nochmal Chewy: H\u00f6ren wir uns das neue St\u00fcck auf \u201eMorg\u00f6th Tales\u201c an, das ebenfalls auf den Namen \u201eMorg\u00f6th Tales\u201c h\u00f6rt (Zufall oder Koinzidenz? Man wei\u00df es nicht, man wei\u00df es nicht&#8230;) und konzentrieren wir uns dabei kurz auf die Gitarre: Ich habe mich immer gefragt, warum ein Griffbrett einen knappen Meter lang sein muss, Chewy gibt die Antwort, indem er knapp f\u00fcnf Minuten auf voller L\u00e4nge drauf rumspringt und dabei immer gleichzeitig genau zehnmal so viele T\u00f6ne spielt, wie ich es nach einer halben Packung Medikinet in der Lage w\u00e4re. Nur dass seine T\u00f6ne nicht einfach nur da sind, sondern auch zusammenpassen. Ein wunderbares neues St\u00fcck, dass einen auf neuen Output von Vo\u00efvod hoffen macht. Und danach kommt dann noch das PIL-Cover \u201eHome\u201c, nah am Original, aber deutlich mehr metallisch, ganz ganz gro\u00df. Als Fazit w\u00fcrde ich mal sagen, es haben sich schon andere Bands deutlich mehr dabei blamiert, sich selber nachzuspielen, Vo\u00efvod haben das wirklich sehr gut gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (24.07.2023) Vo\u00efvod haben heuer wieder einmal mehr ein Album mit mehr als zweifelhaftem Coverartwork ver\u00f6ffentlicht. 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