{"id":5386,"date":"2023-07-11T22:51:48","date_gmt":"2023-07-11T20:51:48","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5386"},"modified":"2023-07-11T23:00:48","modified_gmt":"2023-07-11T21:00:48","slug":"les-long-adieux-piccolo-dizionario-di-parole-fraintese-ver-so-productions-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/les-long-adieux-piccolo-dizionario-di-parole-fraintese-ver-so-productions-2023\/","title":{"rendered":"Les Longs Adieux \u2013 Piccolo Dizionario Di Parole Fraintese \u2013 Ver.So Productions 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Les-Long-Adieux-Piccolo-Dizionario-Di-Parole-Fraintese.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Les-Long-Adieux-Piccolo-Dizionario-Di-Parole-Fraintese.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5387\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (11.07.2023)<br><br>Tief in den Achtzigern verwurzelt ist das Quartett Les Longs Adieux aus Rom, das auf seinem Deb\u00fctalbum \u201ePiccolo Dizionario Di Parole Fraintese\u201c Goth Rock, New Wave und Post Punk zu einem tanzbaren Gruft-Retro-Album zusammentr\u00e4gt. Kennt man alles schon, nur nicht auf Italienisch und mit einem Gesang, der so kraftvoll ist wie der von Keyboarderin Federica Garenna. Da dringt mehr Antonella Ruggiero von Matia Bazar durch als Siouxsie Sioux, so mit Vibrato und Nachdruck. Die Musik ihrer drei Mitspieler bedient elektronisch und analog die genannten Genres, eben mit einem italienischen Einschlag: Die mediterrane Sonne scheint, ja, nur scheint sie eher in Graut\u00f6nen mit diversen irisierenden Effekten darin. Und der Gesang ist einfach mal der Knaller, der beraubt die Gruftmucke bei allen Stereotypen jeglicher Weinerlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Musikalisch ist dies vorrangig ein Tribut an die Urspr\u00fcnge von Gothic, Wave und Postpunk, mit allem, was man so kennt, die Gitarreneffekte wie in der Neuen Deutschen Welle, die Synthie-B\u00e4sse im Off-Beat, der Flanger bis zum Anschlag getreten, die Drums artifiziell, so muss das. Die Mehrheit der acht Songs ist von hohem Tempo, wie es damals auch eher \u00fcblich war, weil der aufgepeitschte Punk der Sache noch n\u00e4her stand als die Lethargie, was dazu f\u00fchrt, dass die Tracks mehrheitlich energetisch und tanzbar sind. Hei\u00dft aber auch, dass man mit Blick in die eigene Sammlung zu dem Ergebnis kommen k\u00f6nnte, dass man dieses Album nicht auch noch braucht, weil man Musik dieser Art ja bereits besitzt; das Quartett selbst f\u00fchrt neben den fr\u00fchen Litfiba aus Neapel, die man sich vermutlich eher noch erarbeiten m\u00fcsste, Klassiker wie The Sound, The Cure, Siouxsie And The Banshees und PIL an, man k\u00f6nnte noch Xmal Deutschland, Malaria! oder Skeletal Family erg\u00e4nzen, und die hat man als Genie\u00dfer dieser Richtung sicherlich allesamt im Regal zu stehen. Wozu also ein Album dazutun, das dem Genre musikalisch eher huldigt als Neues hinzuf\u00fcgt?<br><br>Weil Les Longs Adieux das gut machen \u2013 und weil der Gesang den Unterschied ausmacht. Federica Garenna verleiht dieser Musik Ausdruck, St\u00e4rke, Drama und Theatralik, man sieht sie f\u00f6rmlich mit ausladenden Bewegungen und in den Nacken geworfenem Kopf ihre Texte intonieren. Zudem liegt dem Italienischen ohnehin immer etwas Kraftvolles inne, diese Sprache ist selbst schon Gesang, aber diese Inbrunst, die fesselt, der gibt man sich gern hin und die gibt der Musik die Note, die sie in dem Ausma\u00df bisher nicht hatte.<br><br>Als Folge der Corona-Lockdowns deb\u00fctierten Les Longs Adieux 2021 noch als Duo, bestehend aus Federica Garenna, gelegentlich mit dem Zusatz Lee Querizia, und Gitarrist Frank Marrelli, mit dem Bon-Jovi-Cover \u201eRunaway\u201c, b\u00fcndelten diesen und diverse weitere Coversongs als Compilation \u201eGreetings From Moonlight\u201c, schoben die EP \u201eIl ritratto postumo\u201c nach, auf dem sich stilecht ein Italo Disco Remix ihres Songs \u201eRiviera Waltz\u201c findet, sowie die Singles \u201eGoodbye\u201c, \u201e1983\u201c, \u201eThe Siren\u2018s Voice\u201c und \u201eHIALA\u201c, benannten sich 2022 f\u00fcr das Mini-Album \u201eVeleni dalla corte del re\u201c in Il Lungo Addio um (hei\u00dft beides ungef\u00e4hr \u201eDer lange Abschied\u201c) und holten sich schlie\u00dflich f\u00fcr \u201ePiccolo Dizionario Di Parole Fraintese\u201c, \u201eDas kleine W\u00f6rterbuch der missverstandenen W\u00f6rter\u201c, unter dem urspr\u00fcnglichen Bandnamen Les Longs<\/p>\n\n\n\n<p> Adieux die Keyboarderin Alessandra \u201eTrinity\u201c Bersiani und den Schlagzeuger Valerio Michetti dazu, beide Mitglieder des K\u00fcnstlerkollektivs La Grazia Obliqua sowie bei Bands und Projekten wie Glareshift, Alchem, Double Dare, Fade 2 Grace, Submarine Silence, Flavio Ferri, +HUM:AN:IMA+, Il Ciclo Del Bethe oder Das Projekt.<br><br>Nun sind auch die beiden Gr\u00fcndenden keine unbeschriebenen Bl\u00e4tter. Federica Garenna war als Federica Albatross Mitglied der Seefahrer-Power-Metaler Sailing To Nowhere, sang bei Alessio Secondini Morelli\u2019s Hyper-Urania mit und ist auf einer Kiss- und einer Ronnie-James-Dio-Tribute-Compilation vertreten. Frank Marrelli war bei den Bands This Void Inside, Savers und Way Out dabei und spielte auf dem Soundtrack des Films \u201eGo Home \u2013 A Casa Loro\u201c mit (das ist der mit dem Nazi, der ausgerechnet in einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft Zuflucht vor einer Zombiapokalypse sucht). Ordentlich Potential also f\u00fcr diese gruftige Melange \u2013 kein Wunder, dass den vier Musikern zusammen so viele Ohrw\u00fcrmer gelingen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (11.07.2023) Tief in den Achtzigern verwurzelt ist das Quartett Les Longs Adieux aus Rom, das auf seinem Deb\u00fctalbum \u201ePiccolo Dizionario Di Parole Fraintese\u201c Goth Rock, New Wave und Post Punk zu einem tanzbaren Gruft-Retro-Album zusammentr\u00e4gt. 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