{"id":5313,"date":"2023-06-15T21:57:35","date_gmt":"2023-06-15T19:57:35","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5313"},"modified":"2023-06-15T21:57:35","modified_gmt":"2023-06-15T19:57:35","slug":"the-wedding-present-24-songs-scopitones-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-wedding-present-24-songs-scopitones-2023\/","title":{"rendered":"The Wedding Present \u2013 24 Songs \u2013 Scopitones 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/The-Wedding-Present-24-Songs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"128\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/The-Wedding-Present-24-Songs.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5314\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (15.06.2023)<br><br>Man wird nicht j\u00fcnger, aber man bleibt J\u00fcnger von The Wedding Present: Die Schrammel-Indierock-K\u00f6nige griffen 2022 ein Konzept von drei\u00dfig Jahren zuvor auf und ver\u00f6ffentlichten jeden Monat eine Single mit je zwei neuen Songs, die sie nun, wie weiland auf \u201eHitparade\u201c, als \u201e24 Songs\u201c zusammenfassen. Diese Doppel-CD \u2013 in der Deluxe-Buch-Version mit DVD \u2013 birgt nun sogar 29 Songs in \u00fcber zwei Stunden, die das Portfolio der heutigen, in dieser Form keine f\u00fcnf Jahre alten The Wedding Present abdecken, also immer noch mal schnellen, mal entschleunigten Indierock mit dr\u00f6hnenden Gitarren, angedeutetem Geschrammel und catchy Melodien, aber auch zarte Abwandlungen davon. Und einen Remix von den Utah Saints. Anders als bei \u201eHitparade 1\u201c und \u201eHitparade 2\u201c ist hier allerdings die Reihenfolge der Singles sowie deren A- und B-Seiten komplett durcheinander, Weihnachten ist jetzt mitten im Jahr, die sehr wenigen Coversongs sind nicht geb\u00fcndelt. Macht nix. Es gibt gute neue The-Wedding-Present-Musik!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die tiefe Dunkelheit, die The Wedding Present 1992 noch von der grandiosen \u201eSeamonsters\u201c aus dem Jahr davor in die \u201eHitparade\u201c-Songs hineinflie\u00dfen lie\u00dfen, legten sie sp\u00e4testens 1996 mit \u201eSaturnalia\u201c f\u00fcr eine vorsichtige Fr\u00f6hlichkeit ab, die nach der Reunion 2005 auf \u201eTake Fountain\u201c einer Melancholie Platz machte, die dadurch bedingt war, dass Bandkopf und S\u00e4nger David Gedge darauf seine Trennung von der Cinerama-Mitmusikerin Sally Murrell verarbeitete. Allm\u00e4hlich kam er dr\u00fcber hinweg und lie\u00df auf den folgenden Alben auch wieder andere Stimmungen zu. Auf den 29 Songs von \u201e24 Songs\u201c l\u00e4sst er s\u00e4mtlichen f\u00fcr das Oeuvre seiner Band bekannten Stimmungen Raum, inklusive Electro und Punkrock, was eher un\u00fcblich ist.<br><br>Nat\u00fcrlich erfindet Gedge, heute 63 Jahre alt, kein Rad so richtig neu, wer The Wedding Present kennt, erkennt sie wieder und hat zun\u00e4chst Schwierigkeiten, die Unterscheidbarkeit von alten Songs sowie auf dem Doppel-Album untereinander auszumachen, doch hilft es da, die St\u00fccke wirklich Zug um Zug zu h\u00f6ren und ihnen Luft zum Atmen zu geben. In \u201eStrike!\u201c fuzzt der Bass mal wieder wie fr\u00fcher, in \u201eThe Loneliest Time Of Year\u201c bratzt die Gitarre in den lieblichen, eigentlich kitschigen Weihnachtssong hinein, in \u201eWe Should Be Together\u201c singt Gedge wieder im Duett mit einer Frau, wie fr\u00fcher, und hier ist es Louise Wener von der Band Sleeper, von denen der Song im Original ist; an anderer Stelle \u00fcbernimmt dies Melanie Howard, die auch bei Cinerama mitmischt. Aus einer klampfigen Ballade erw\u00e4chst herrlicher Noiserock mit Feedback wie in \u201eEach Time You Open Your Eyes\u201c. \u201eWe All Came From The Sea\u201c hat einen modernen punktiert groovenden Bass mit einer Anmutung von Cowbell und Postpunk-Gesang, wie man es von der Band eher nicht gewohnt ist, es ihr aber bestens steht und den Reigen erweitert; \u00fcberhaupt ist dieser Song ein Highlight hier. Auch die speedige Signatur-Schrammelgitarre von Peter Solowka, der die Band 1991 zugunsten seines Projektes The Ukrainians verlie\u00df, findet hier h\u00e4ufig Nachhall. Und immer, wenn man glaubt, ein Song sei mittelm\u00e4\u00dfig, beliebig oder im verwechselbaren Midtempo gehalten, kriegen The Wedding Present die Kurve und biegen in eine unerwartete Richtung ab. Der n\u00e4chste Song ist dann ja eh wieder ganz anders. Zum Beispiel das The-Clash-Cover \u201eWhite Riot\u201c, das genau so klingt, wie es hei\u00dft: Auf-die-Fresse-Punkrock, \u00fcberdies einer der f\u00fcnf Bonus-Songs.<br><br>Wie \u00fcblich singt Gedge h\u00e4ufig im lyrischen Ich, erz\u00e4hlt von Entt\u00e4uschungen und spricht ein lyrisches Du an, also ganz wie im Beziehungsdrama, das man von ihm seit \u201eTake Fountain\u201c so gewohnt ist und was man fr\u00fcher gar nicht so deutlich heraush\u00f6ren konnte, weil seine Stimme zu Beginn noch eher hinter der Musik versteckt war und trotzdem ausnehmend charakteristisch. Eher abstrakte Songtitel wie \u201eGo Go Go\u201c und \u201eLa La La\u201c, das man sich \u00fcberdies auch gut auf der \u201eBizarro\u201c von 1989 vorstellen kann, sprechen da eine andere Sprache, passen aber wiederum ins Gef\u00fcge, denn sie erinnern an \u201eYeah Yeah Yeah Yeah Yeah\u201c von dem 1994er-Album \u201eWatusi\u201c.<br><br>Gedges Band besteht heute aus Leuten, die maximal f\u00fcnf Jahre dabei sind, also aus Legion\u00e4ren, wie bei einem Franchise, und trotzdem ist der Sound \u00fcberzeugend vertraut. Der erw\u00e4hnten Bassistin Melanie Howard, die seit 2018 mitmacht, folgten 2019 Gitarrist Jon Stewart von Sleeper und 2021 Schlagzeuger Nicholas Wellauer. G\u00e4ste gibt\u2019s auch, etwa Charles Layton, Drummer von Art Brut, auf \u201eStrike!\u201c, \u201eTelemark\u201c und \u201eEach Time You Open Your Eyes\u201c.<br><br>Die 24 Songs erschienen zun\u00e4chst 2022 monatlich als 7\u201c-Single sowie abschlie\u00dfend als gesammelte Box mit allen zw\u00f6lf Tontr\u00e4gern. Da die genau so unbezahlbar ist, wie sich nachtr\u00e4glich die zw\u00f6lf Singles separat zuzulegen, freut man sich nun \u00fcber diese Ver\u00f6ffentlichung mit f\u00fcnf Bonus-Tracks, darunter einem Remix von Utah Saints, die aus \u201eWe All Came From The Sea\u201c einen merkw\u00fcrdig uninspirierten Neunziger-Billostampfer machen, sowie der 2018er-Record-Store-Day-Single \u201eJump In, The Water Is Fine\u201c in einem \u201eJapanese Edit\u201c und weiteren Rarit\u00e4ten. Auf der DVD gibt es zwei je einst\u00fcndige Dokus sowie das Video zur schmalzigen Weihnachtssingle \u201eThe Loneliest Time Of Year\u201c, dazu ein kleines B\u00fcchlein mit Fotos und Infos.<br><br>Das letzte richtige Album ist bereits sieben Jahre alt, \u201eGoing, Going \u2026\u201c erschien 2016. Seitdem \u2013 nun, The Wedding Present hauen st\u00e4ndig Singles und EPs raus, zudem quasi parallel zur \u201e24 Songs\u201c-Reihe noch die beiden fantastischen pandemischen Akustik-Alben \u201eLocked Down And Stripped Back\u201c sowie diverse Ver\u00f6ffentlichungen uralter Konzerte oder neuer Radio-Sessions. Reine Studioalben gibt es \u00fcberhaupt erst neun \u2013 seit 1985. Wenn man sich nur auf die beschr\u00e4nkt, verpasst man aber einiges, von \u201eTommy\u201c 1988 mit den fr\u00fchen Singles bis hin zu \u201e24 Songs\u201c. This is what Christmas is about!<br><br>Die 29 Songs auf \u201e24 Songs\u201c und ihre Quellen:<br><br>01 I Am Not Going To Fall In Love With You (Februar, A-Seite)<br>02 Memento Mori (Dezember, B-Seite)<br>03 That Would Only Happen In A Movie (August, B-Seite)<br>04 We Interrupt Our Programme (Juli, A-Seite)<br>05 We Should Be Together (Januar, A-Seite, Original von Sleeper, \u201eThis Time Tomorrow\u201c, 2021)<br>06 Strike! (Mai, B-Seite, Original 2020 auf der BBC 6 \u201eShaun Keaveny Session\u201c als \u201eDon\u2019t Ask Me\u201c)<br>07 Science Fiction (November, A-Seite)<br>08 Summer (September, B-Seite)<br>09 Each Time You Open Your Eyes (August, A-Seite)<br>10 We All Came From The Sea (September, A-Seite)<br>11 Monochrome (April, A-Seite)<br>12 Kerplunk! (Juni, B-Seite)<br>13 Don&#8217;t Give Up Without A Fight (Januar, B-Seite)<br>14 X Marks The Spot (Mai, A-Seite)<br>15 You&#8217;re Just A Habit That I&#8217;m Trying To Break (April, B-Seite)<br>16 Plot Twist (November, B-Seite)<br>17 Whodunnit (Oktober, B-Seite)<br>18 A Song From Under The Floorboards (Februar, B-Seite, Original von Magazine, \u201eThe Correct Use Of Soap\u201c, 1980)<br>19 Telemark (Juli, B-Seite)<br>20 Astronomic (Oktober, A-Seite)<br>21 Go Go Go (M\u00e4rz, A-Seite)<br>22 Once Bitten (Juni, A-Seite)<br>23 La La La (M\u00e4rz, B-Seite)<br>24 The Loneliest Time Of Year (Dezember, A-Seite)<br>25 White Riot (2018, A-Seite, Split mit Cinerama, Original von The Clash, \u201eThe Clash\u201c, 1977)<br>26 Panama (2019, B-Seite von \u201eJump In, The Water Is Fine\u201c-7\u201c)<br>27 Jump In, The Water&#8217;s Fine (Japanese Edit)<br>28 We All Came From The Sea (Utah Saints Remix) (Dezember 2022, 12\u201c)<br>29 Teper My Hovorymo (Original \u201e\u0422\u0435\u043f\u0435\u0440 \u041c\u0438 \u0413\u043e\u0432\u043e\u0440\u0438\u043c\u043e\u201c von The Ukrainians, \u201e\u0412\u043e\u0440\u043e\u043d\u0438 = Vorony\u201c, 1993)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (15.06.2023) Man wird nicht j\u00fcnger, aber man bleibt J\u00fcnger von The Wedding Present: Die Schrammel-Indierock-K\u00f6nige griffen 2022 ein Konzept von drei\u00dfig Jahren zuvor auf und ver\u00f6ffentlichten jeden Monat eine Single mit je zwei neuen Songs, die sie &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-wedding-present-24-songs-scopitones-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,22,4],"tags":[],"class_list":["post-5313","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-box","category-compilation","category-musik-dvd"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5313"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5313\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5315,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5313\/revisions\/5315"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}