{"id":5307,"date":"2023-06-14T21:25:44","date_gmt":"2023-06-14T19:25:44","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5307"},"modified":"2023-06-14T21:25:44","modified_gmt":"2023-06-14T19:25:44","slug":"phillip-boa-and-the-voodooclub-boaphenia-30-capitol-universal-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/phillip-boa-and-the-voodooclub-boaphenia-30-capitol-universal-2023\/","title":{"rendered":"Phillip Boa And The Voodooclub \u2013 Boaphenia 30 \u2013 Capitol\/Universal 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Phillip-Boa-And-The-Voodooclub-Boaphenia-30.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Phillip-Boa-And-The-Voodooclub-Boaphenia-30.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5308\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (14.06.2023)<br><br>Schon wieder versteckt Phillip Boa ein neues Album hinter alter Musik, schon wieder ver\u00f6ffentlicht er \u201eBoaphenia\u201c mit Bonus, schon wieder f\u00fchlt man sich als Allessammler abgezockt. Zehn neue Songs spielte Boa mit seinem gegenw\u00e4rtigen Voodooclub ein, nennt das so entstandene Album \u201eThe Porcelain Files\u201c und verkauft es ausschlie\u00dflich an die Leute, die die erweiterte Neuauflage seines 30 Jahre alten Indiepoprock-Hit-Albums \u201eBoaphenia\u201c erwerben. Hei\u00dft: Man gibt zwischen 20 und fast 70 Euro daf\u00fcr aus, je nach Format, Doppel-CD oder dicke Box mit noch mehr Bonus. Im Geiste von und auf Basis verworfener \u201eBoaphenia\u201c-Songs sei das neue Material entstanden, inklusive Pias gesampelter Stimme, und diesen Hinweis h\u00e4tte es eigentlich nicht gebraucht, es ist Phillip-Boa-Musik, sie ist gro\u00dfartig \u2013 aber l\u00e4ngst nicht mehr so r\u00e4udig wie die seines halb so alten Alter Egos. Abermals reichen sich bei Boa frech und grandios die Hand. Man m\u00f6chte einen anderen Ruhrpottmusiker zitieren: Was soll das?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eBoaphenia\u201c ist das Hit-Album, mit dem der Dortmunder Boa seinen Status als kompromissloser Indiemusiker mit H\u00e4ndchen f\u00fcr Melodien und Starrsinn auch international festigte. Es ist das Album mit \u201eLove On Sale\u201c, der Single, die den Indie-Clubhit \u201eContainer Love\u201c inhaltlich fortsetzt und die auf MTV rotierte. Auf dem Album trommelten zwei Leute den Voodoo, Moses Pellberg und David Vella, wie zu klassischen Zeiten mit Der Rabe und The Voodoo, die ab \u201ePhilister\u201c 1985 bis \u201eHelios\u201c 1991 die Voodooclub-Songs vorantrieben und volumin\u00f6s mit Details ausf\u00fcllten. Der auch bei Killing Joke erprobte und sp\u00e4ter mit zu Boas Metal-Projekt Voodoocult her\u00fcbergerettete Dave \u201eTaif\u201c Ball spielte abermals den Bass. Gitarristen waren zahlreiche weitere beteiligt, Michael Hager blies die charakteristische Oboe in \u201eLove On Sale\u201c. Zwei Produzentenlegenden kamen ebenfalls zum Einsatz, Tony Visconti zudem mit Gitarre, Bass und seiner Stimme sowie Eroc, hier E.Roc, au\u00dferdem mit Synthies im Sinne von Conny Plank. Und nat\u00fcrlich veredelte Pia Lund das Album mit ihrem Gesang. \u201eBoaphenia\u201c ist eine lebendige, mit r\u00e4udigen Gitarren versetzte, tanzbare und schwelgerische Indierockpopplatte, auf der Boa sein erprobtes Konzept fortsetzt und weiterentwickelt.<br><br>Da setzt \u201eThe Porcelain Files\u201c indes nicht an: Die zehn neuen Songs sind behutsamer, gar nicht r\u00e4udig, daf\u00fcr lieblich, munter, vergleichsweise brav. Das ist nicht schlimm, die Songs sind ja trotzdem toll, f\u00fcgen sich angenehm in den j\u00fcngeren Voodooclub-Kosmos ein, tragen jedoch nicht die exakte DNA von \u201eBoaphenia\u201c, jedenfalls nicht mehr oder weniger als sarenwama \u201eBleach Hosue\u201c oder \u201eEarthly Powers\u201c, die beiden j\u00fcngsten Alben des Voodooclubs von 2014 und 2018. Somit h\u00e4tte er \u201eThe Procelain Files\u201c auch einfach als eigenst\u00e4ndiges neues Album herausbringen k\u00f6nnen und es w\u00e4re trotzdem nicht wie ein Retro-Ding erschienen, sondern einfach wie etwas Neues von Boa. Was es ja ist, trotz aufpolierter Dachbodenfunde dazwischen.<br><br>Mit seiner Kreativit\u00e4t und seinen Songs verf\u00e4hrt der Herr Figgen ja von Anbeginn seiner musikalischen T\u00e4tigkeiten wahlweise verschwenderisch oder gleichg\u00fcltig: Die beiden letztgenannten Alben gab es limitiert mit je einer Bonus-CD oder \u2013 noch schlimmer \u2013 mit Bonus-Tracks, die auf den Bonus-CDs wiederum nicht enthalten waren, dazwischen erschien in der ebenfalls limitierten Variante der Best-Of-Compilation \u201eBlank Expression\u201c das Album \u201eFresco\u201c exklusiv, quasi analog zu \u201eThe Porcelain Files\u201c als Bonus zu etwas Altem. Und auch \u201eBoaphenia\u201c liegt in unz\u00e4hligen Versionen vor, zum Erst-Release etwa gab es die auf \u2013 hust \u2013 lediglich l\u00e4ppische 15.000 Exemplare limitierte Variante mit zwei Liedern mehr, die man im Laden indes h\u00e4ufiger fand als die Version, die jetzt als \u201eBoaphenia 30\u201c remastert vorliegt; eigentlich drei, denn der regul\u00e4re Song \u201eMaster Of Demona\u201c fehlt hier kurioserweise. 2011 gab es \u201eBoaphenia\u201c bereits remastert mit acht Bonus-Tracks, darunter die zwei urspr\u00fcnglichen sowie zwei komplett neuen. Noch fr\u00fcher, n\u00e4mlich 1994, erschien \u201eBoaphenia\u201c mit zwei nirgendwo sonst erh\u00e4ltlichen Neueinspielungen als Bonus, \u201eKill Your Ideals\u201c und \u201eFine Art In Silver\u201c. Die neue Box mit der dritten CD mit lauter Rarit\u00e4ten beinhaltet zwar \u201eMaster Of Demona\u201c sowie die Ur-Boni \u201eMary Rose\u201c und \u201eScandal\u201c, aber von der 2011er-Version fehlen \u201eEncore Screamer\u201c und \u201eFreedom\u201c. Daf\u00fcr ist da der \u201eAphex Twin Mix\u201c von \u201eDeep In Velvet\u201c drauf, das aber erst auf dem \u00fcbern\u00e4chsten Album enthalten ist, \u201eShe\u201c aus dem Jahr 1995; dazwischen erschien 1994 noch \u201eGod\u201c. Noch kurioser: Der Box liegt eine 10\u201c bei mit ausgew\u00e4hlten Songs der zweiten Bonus-CD \u2013 und dem exklusiven \u201ePoppy Mix\u201c von \u201eOne Lonely Summer\u201c, dem einzigen St\u00fcck mit alten Pia-Aufnahmen von \u201eThe Porcelain Files\u201c. Gottogott!<br><br>\u201eThe Procelain Files\u201c tut nicht weh, was Boa-Songs ansonsten schon gern mal taten, geht angenehm ins Ohr, bleibt dort nach kurzer Zeit wohlig eingenistet h\u00e4ngen und erfreut mit netten Songs. Die mild poppige Single \u201eBay Rum\u201c steht exemplarisch daf\u00fcr; das auf dem Album folgende \u201eMercer\u201c erf\u00fcllt als einziges die \u201eBoaphenia\u201c-Anforderungen mit s\u00e4gender Gitarre, nerv\u00f6sem Schlagzeug und tanzbarem Beat. Haupt-Mitmusiker und Ideenverwirklicher auf diesem Album war David Vella, der auf \u201eBoaphenia\u201c als Trommler beteiligt war. Au\u00dfer den beiden ist kaum jemand beteiligt, anders als bei \u201eBoaphenia\u201c ist die Liste kurz \u2013 und es ist niemand au\u00dfer Vella von vor 30 Jahren dabei.<br><br>Als Komplettist ist man es bei Boa gewohnt, verkauft und verraten zu werden. Diese Ver\u00f6ffentlichung best\u00e4tigt den Eindruck auf unsch\u00f6ne Weise, auch wenn die neuen Songs ganz sch\u00f6n sind. Wird mal wieder Zeit f\u00fcr eine Best-Of, hm?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (14.06.2023) Schon wieder versteckt Phillip Boa ein neues Album hinter alter Musik, schon wieder ver\u00f6ffentlicht er \u201eBoaphenia\u201c mit Bonus, schon wieder f\u00fchlt man sich als Allessammler abgezockt. 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