{"id":5304,"date":"2023-06-13T23:07:43","date_gmt":"2023-06-13T21:07:43","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5304"},"modified":"2023-06-13T23:07:43","modified_gmt":"2023-06-13T21:07:43","slug":"fiesta-alba-fiesta-alba-ep-neontoaster-multimedia-dept-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/fiesta-alba-fiesta-alba-ep-neontoaster-multimedia-dept-2023\/","title":{"rendered":"Fiesta Alba \u2013 Fiesta Alba EP \u2013 Neontoaster Multimedia Dept. 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Fiesta-Alba-Fiesta-Alba-EP.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Fiesta-Alba-Fiesta-Alba-EP.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5305\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (13.06.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wahres Feuerwerk an Stilen vermengt das anonym maskierte italienische Quartett mit dem spanischen Namen Fiesta Alba auf seiner selbstbetitelten Deb\u00fct-EP. Die f\u00fcnf Tracks in 19 Minuten sind grenzenlos und explosiv, dabei erstaunlich koh\u00e4rent \u2013 und das hochenergetische Zappeln f\u00f6rdernd. Die \u201eFiesta Alba EP\u201c ist die beste L\u00f6sung f\u00fcr die Problematik, dass es im Jahre 2023 einfach schon alles gibt: Crossover, alles zusammenr\u00fchren, was da ist, und daraus etwas Neues, Origin\u00e4res kreieren. Und das gelingt hier, trotz dezent wiedererkennbarer Quellen, auf der H\u00f6he der Zeit, und nicht als Retro-Aufguss. Was sicherlich auch an den vielen G\u00e4sten liegt, die diese EP mitgestalten. Ein Fest der Morgend\u00e4mmerung \u2013 so geht das!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eLaundry\u201c beginnt mit einem Gitarrenlick, das direkt dem Afrobeat entnommen zu sein scheint, zu einer groovend-kopfnickbaren Nicht-Afrobeat-Musik, die gewichtig, schwer wirkt, nicht so fr\u00f6hlich wie die dazu gedudelte Gitarre, und einem Gesang, der an den von Chris Connelly und somit Pigface und Verwandte erinnert. Diesen Gesang steuert als erster Gast Nicholas Angeletti alias Welle bei, und er hat den durchdringenden, gedehnten, nachdr\u00fccklichen Tonfall von Connelly im Blut. Und w\u00fctendes Geschrei, kein Wunder, macht ja auch nicht immer Spa\u00df, die W\u00e4sche machen zu m\u00fcssen. \u201eJuicy Lips\u201c veredelt DJ Sensational stimmlich, und dieser Song beginnt wie Neunziger-Industrial mit technoiden Synthieeffekten, zu denen sich bald wiederum eine Afrobeat-Gitarre gesellt, die eine knappe Figur unabl\u00e4ssig wiederholt; es wird hektisch, nerv\u00f6s und destruktiv, zersetzt sich, unterbricht sich, setzt sich hektisch und nerv\u00f6s fort, vordergr\u00fcndig mit diesem EBM-Gedanken und artfremden Samples, und dann bricht mit \u201eDem Say\u201c pl\u00f6tzlich eine Bratzgitarre in die EP ein, gespielt zum sch\u00f6nen Discobeat mit fr\u00f6hlicher Tanzmelodie. Kylo Osprey aus Nigeria singt hier, die Gitarre soliert flirrend zum Neunziger-Indierock-Rhythmus, der Bass frickelt wie bei Primus, etwas Afrobeat kehrt musikalisch zur\u00fcck.<br><br>Bei \u201eBurkina Phase\u201c ebenfalls, das zudem wie ein moderner minimalistischer Handyklingelton beginnt und das Verschachtelt-Verfrickelte des Afrobeat in einen sampleunterf\u00fctterten Noiserock \u00fcberleitet. Mit synthetischen Beats und Xylophon oder so etwas. Und mit melodisch-psychedelisch gespielten Blasinstrumenten. Gesampelter Gast ist hier Thomas Sankara, 1987 ermordeter Pr\u00e4sident von Burkina Faso, daher der Titel. Der f\u00fcnfte und letzte Song \u201eOctagon\u201c kommt ohne Gast aus, ist dann aber nach einem der Pseudonyme der Musiker benannt. Dem St\u00fcck liegt ein laidback Hip-Hop-Rhythmus zugrunde, auf dem lauter Melodien, teils r\u00fcckw\u00e4rts abgespielt, umeinanderkreisen.<br><br>Octagon nun also hei\u00dft einer der vier Anonymen, die live mit schwarzbunten Masken auftreten, die irgendwo zwischen abgehalfterten Superhelden und derangierten Wrestlern zu verorten sind. Jener Octagon scheint der Kopf des Projektes zu sein, von ihm stammen die Kompositionen, er spielt zudem Gitarre und \u00fcbernimmt das Design, erg\u00e4nzend zu Andrea Frittella, der das Cover gestaltete. Als zweites ist Dos Caras aufgef\u00fchrt, als Produzent sowie zust\u00e4ndig f\u00fcr digitale und synthetische Sounds. Fishman spielt dazu Bass und Pyerroth das Schlagzeug. Es ist nat\u00fcrlich nicht so einfach, in Zeiten von Internet und Social Media \u00fcberhaupt noch anonym bleiben zu wollen, da k\u00f6nnen (0), Daft Punk, die Residents und Ghost Lieder von singen, daher kann man diesen Move nur als guten Scherz abtun, zudem wird sich eine gro\u00dfe weite Welt vermutlich weniger f\u00fcr das Quartett Fiesta Alba aus Sonstewo \u00fcberhaupt interessieren und diesen Mythos als solchen auch mittragen, aber hey, es geht um die Show und die ist gut.<br><br>Interessanterweise gelingt es den vier Musikern, aus dieser Gemengelage etwas zu erschaffen, das nicht wie willk\u00fcrlicher Mathrock oder Progrock klingt, sondern pro Song ein geschlossenes und zwingendes Universum. Das spricht daf\u00fcr, dass die Anonymikos so einiges an Erfahrung mit sich bringen. Und es steht zu hoffen, dass dies EP ein Auftakt war und von den R\u00f6mern noch mehr zu erwarten ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (13.06.2023) Ein wahres Feuerwerk an Stilen vermengt das anonym maskierte italienische Quartett mit dem spanischen Namen Fiesta Alba auf seiner selbstbetitelten Deb\u00fct-EP. 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