{"id":5293,"date":"2023-06-07T21:25:49","date_gmt":"2023-06-07T19:25:49","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5293"},"modified":"2023-06-07T21:25:49","modified_gmt":"2023-06-07T19:25:49","slug":"turnstyles-2-black-and-wyatt-records-head-perfume-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/turnstyles-2-black-and-wyatt-records-head-perfume-records-2023\/","title":{"rendered":"Turnstyles \u2013 2 \u2013 Black And Wyatt Records\/Head Perfume Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Turnstyles-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Turnstyles-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5294\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (07.06.2023)<br><br>Die beiden haben ordentlich Feuer unterm Hintern. Gitarrist Seth Moody und Schlagzeuger Graham Winchester scheppern sich die Seele aus dem Leib, und dem H\u00f6renden gleich mit. In satten 30 Songs auf diesem Doppel-Vinyl loten sie die wahnwitzig breite Palette zwischen Garage, Surf, Punk, Rock\u2019n\u2018Roll und diversen Retro-Sounds der F\u00fcnfziger bis Siebziger aus. In irgendwas Allgemeingef\u00e4lliges driftet das Duo aus Memphis trotz eingestreuter h\u00fcbscher Melodien und wohlt\u00f6nender Akkorde nie ab, daf\u00fcr hat es zu viel Freude am Krach. Nat\u00fcrlich fehlt hier ein Bass, um den Songs akustisch Tiefe zu verleihen, doch gleichen die beiden beseelten Musikanten das mit versierter Virtuosit\u00e4t aus, will hei\u00dfen: Sie lassen mit Stimmen, Twang, Groove und Trommelwirbeln keine L\u00fccken entstehen. Volle Energie auf dem schlicht \u201e2\u201c betitelten zweiten Album.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Gelegentlich wecken die Turnstyles Erinnerungen an eine Art Musik, die man aus der Zeit vor 50, 60 Jahren zu kennen glaubt, belassen es aber nicht dabei. Ein Song wie \u201eTell Me\u201c etwa hat so Harmonien, schlageresk beinahe, und dann zergr\u00f6hlen sie ihn und rumpeln den Refrain weg. Um gleich darauf \u201eSo Sad (To Watch Good Love Go Bad)\u201c von den Everly Brothers zu covern, was in dieser freundlich hingerotzten Version durchaus als Eigenkomposition durchgehen k\u00f6nnte. Das St\u00fcck ist eines von nur zwei Covern unter 30 Songs, \u00fcbrigens: Das andere ist \u201eSeven Little Numbers\u201c von The Rapids. Bei der gro\u00dfen Stilvielfalt fallen Covers ohnehin nicht auf, die Turnstyles bedienen selbst schon so viel \u2013 und sich bei so vielen; der \u201eUah\u201c-Chor in \u201eRearrange\u201c etwa k\u00f6nnte von The B-52\u2019s ausgeborgt sein, \u201eRock Lobster\u201c, oder die Art, den Gesang beinahe zu schreien, von Mick Jagger damals mit den Rolling Stones.<br><br>Hier kommt wirklich alles zum Einsatz, was in einer Garage bestens funktioniert und im Grunde zeitlos ist, sogar ein trashiger Drumcomputer in \u201eCarrion Crow\u201c, Cowbells wie in den Siebzigern, Schellenkranz oder Backgrounds\u00e4ngerinnen, die Petticoats zu tragen scheinen. Weil nun die Reduzierung auf Schlagzeug und Gitarre eine nat\u00fcrliche Limitierung mit sich bringt, von der auch die White Stripes, die Raveonettes und die Abst\u00fcrzenden Brieftauben schon plattenweise Lieder sungen, liegt es nun an Winchester und Moody, alles aus ihren Ger\u00e4tschaften und damit aus sich selbst herauszuholen, und das tun sie auch. Es folgen keine zwei Lieder aufeinander, die den gleichen Rhythmus oder dieselbe Genreausrichtung haben, auch wenn sie den Umst\u00e4nden entsprechend gleich klingen, und selbst innerhalb der zwischen anderthalb und maximal dreieinhalb Minuten knappen Lieder variieren die beiden Musikanten gern mal herum, dass es eine Freude und Abwechslung ist.<br><br>Turnstyles ist gar nicht die einzige gemeinsame Spielwiese der beiden Rockenroller: Winchester und Moody teilen sich noch Jobs bei Projekten wie der Jack Oblivian Band, Reigning Sound und Cassette Set, alles wilde Stilwunder aus der Garage. Winchester spielt au\u00dferdem bei The Sheiks, die ebenfalls mit Jack Oblivian zusammenarbeiten, und Moody ist bei Faux Killas, Summer Set und Teeth Of England involviert sowie als Skeleton Man das einzige Mitglied von Deadly Lo-Fi. Beides sind gutgelaunte Multitalente, die zusammen ihre gute Laune auch pr\u00e4chtig in schlechtgelaunten Rock\u2019n\u2019Roll rumpeln k\u00f6nnen.<br><br>Trotz der gro\u00dfen Songf\u00fclle \u2013 30 auf einem Doppelalbum von rund 75 Minuten L\u00e4nge ist schon beachtlich \u2013 bleiben L\u00fccken, so sind die Singles \u201ePaging Dr. Finder\u201c, das wahlweise als \u201eDie Alright!\u201c (Bandcamp) oder \u201eDie, All Right!\u201c (Spotify) betitelte The-Hives-Cover und \u201eParty Sushi\u201c nicht enthalten, immerhin \u201eDon\u2019t Break The Dam\u201c hat es auf die Platten geschafft. Glaubt man gar nicht, dass das Deb\u00fct \u201eCut You Off\u201c vor drei Jahren noch mit nur zw\u00f6lf Songs auskam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (07.06.2023) Die beiden haben ordentlich Feuer unterm Hintern. Gitarrist Seth Moody und Schlagzeuger Graham Winchester scheppern sich die Seele aus dem Leib, und dem H\u00f6renden gleich mit. 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