{"id":5280,"date":"2023-06-02T16:06:22","date_gmt":"2023-06-02T14:06:22","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5280"},"modified":"2023-06-02T16:06:22","modified_gmt":"2023-06-02T14:06:22","slug":"hex-a-d-delightful-sharp-edges-apollon-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hex-a-d-delightful-sharp-edges-apollon-records-2023\/","title":{"rendered":"Hex A.D. \u2013 Delightful Sharp Edges \u2013 Apollon Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Hex-A.D.-Delightful-Sharp-Edges.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Hex-A.D.-Delightful-Sharp-Edges.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5281\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (02.06.2023)<br><br>One of these days wird Bluesprog der hei\u00dfe Schei\u00df sein, wenn noch Orgeln dazu orgeln und der S\u00e4nger wahlweise operettenhaft oder r\u00f6hrend singt und die Riffs zwischen Siebziger-Hardrock und Achtziger-NWoBHM changieren, puh. Die Norweger Hex A.D. r\u00fchren genau so ein Gebr\u00e4u zusammen, und die gute Stunde auf dem sechsten Album \u2013 einem Konzeptalbum auch noch \u2013 \u201eDelightful Sharp Edges\u201c verlangt den H\u00f6renden, die nicht vordergr\u00fcndig auf klassischen progressiven Hardrock abfahren, sondern es bevorzugen, wenn auch neue Einfl\u00fcsse und \u00dcberraschungen den Weg in die Musik finden, reichlich anstrengend, ungef\u00e4hr so angestrengt, wie die Band authentisch sein will. Immer mit dem deutlichen Hinweis: Das hier ist kein Spa\u00df! Schade eigentlich.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Riffs. Orgeln. Fl\u00f6ten. Kn\u00f6delgesang. Riffs. Polizeisirenen. Theatralik. Riffs. Folkige Fl\u00e4chen. Bombast. Riffs. Twin Guitars. Synthies. Glocken. Riffs. Gegniedel and the damage done, um diesen alten Ausspruch einmal mehr heranzuziehen. Trotz eingepflegter chilliger Passagen hat man den Eindruck, mit Power nur so erdr\u00fcckt zu werden, und das in einer Ernsthaftigkeit, als erf\u00e4nden Hex A.D. den Hardprogrock justamente neu. Tun sie nicht, da w\u00e4re etwas mehr \u2013 sarenwama \u2013 Metahumor oder irgendwelche unerwartete rhetorische Kniffe angenehm gewesen. Nein, das Quartett meint das ernst, was es hier macht, und weicht davon keinen Millimeter ab. Ist ja auch gut, wenn Leute ihren Kram ernstnehmen, aber das ist etwas anderes, man kann (und sollte) auch seinen Humor ernstnehmen, sofern man welchen hat, und kann damit dann etwas unernst meinen.<br><br>Nun, die Ernsthaftigkeit in der Musik resultiert vermutlich aus der Ernsthaftigkeit des Themas, das diesem \u2013 Achtung! \u2013 Konzeptalbum zugrundeliegt: Es geht um Genozide, um organisierte V\u00f6lker- und Massenvernichtungen. Daf\u00fcr strukturieren Hex A.D. das Album dreiteilig, nummerieren diese drei Teile einfach titellos durch und lassen dies etwa dem Downloader oder Streamer gar nicht erst wissen. Auch musikalisch l\u00e4sst sich der \u00dcbergang zwischen den Teilen, auf die sich die elf Tracks ausbreiten, nicht ausmachen, chillige, folkige oder Synthie-Passagen finden sich auch innerhalb der Tracks und Teile, nicht nur im \u00dcbergang, da verh\u00e4lt sich die Platte wie das Ruhrgebiet, dessen Stadtgrenzen inmitten der Bebauung liegt und die Gr\u00fcnfl\u00e4chen, die andernorts die Siedlungen voneinander trennen, mittendrin.<br><br>Diese Musik nun, die Hex A.D. auf ihrem sechsten Album seit 2014 zusammenf\u00fcgen, kennt man bereits, und das ist, nach der pl\u00e4ttenden Angestrengtheit, die zweitgr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde. Man h\u00f6rt Deep Purple, Pink Floyd (ca. \u201eMeddle\u201c), Iron Maiden (fr\u00fch), Thin Lizzy, Fairport Convention, und man sieht Cathedral, deren Covergestalter Dave Patchett \u201eDelightful Sharp Edges\u201c visualisierte, mit gr\u00fcnh\u00e4utigen Punks, die auf Einhornzebras in den Krieg ziehen. Den Sound von Cathedral h\u00e4tten Hex A.D. bestimmt auch gern integriert, so wie sie es fr\u00fcher schon taten, aber zum Doom reicht es hier nicht. Die musikalischen Querverweise kommen \u00fcberdies nicht von ganz so Ungef\u00e4hr: Zwei der vier Bandmitglieder, n\u00e4mlich Bassist Are \u201eArry\u201c With Gogstad sowie S\u00e4nger und Gitarrist Rick Hagan (eigentlich Henrik Haugsnes Kaupang), waren auch schon f\u00fcr die beiden Ex-Iron-Maiden-S\u00e4nger Paul Di\u2019Anno und Blaze Bayley live im Einsatz, au\u00dferdem bei Tim Ripper Owens. Das Quartett voll machen Schlagzeuger Matt Hagan und Tasteninstrumentalist Mags Johansen, der mit Nergard und Secret Chapter nebenbei in weiteren Power-Metal-Gefilden herumschippert.<br><br>Man kann beim besten Willen nicht sagen, dass das Album hier musikalisch nicht hochwertig sei, das auf keinen Fall. Wer auf klassischen Progrock und Hardrock steht und jegliche Neuerung f\u00fcr Teufelszeug h\u00e4lt, kommt hier sehr auf seine Kosten und hat sicherlich eine Menge Freude daran. Wer moderne Einfl\u00fcsse oder wildere Crossover mag, weil es alles andere ja bereits gibt, kommt hingegen zu kurz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (02.06.2023) One of these days wird Bluesprog der hei\u00dfe Schei\u00df sein, wenn noch Orgeln dazu orgeln und der S\u00e4nger wahlweise operettenhaft oder r\u00f6hrend singt und die Riffs zwischen Siebziger-Hardrock und Achtziger-NWoBHM changieren, puh. 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