{"id":5277,"date":"2023-06-01T21:37:59","date_gmt":"2023-06-01T19:37:59","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5277"},"modified":"2023-06-01T21:37:59","modified_gmt":"2023-06-01T19:37:59","slug":"nile-on-wax-after-heaven-tonzonen-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/nile-on-wax-after-heaven-tonzonen-records-2023\/","title":{"rendered":"Nile On Wax \u2013 After Heaven \u2013 Tonzonen Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Nile-On-Wax-After-Heaven.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Nile-On-Wax-After-Heaven.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5278\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (01.06.2023)<br><br>Eine Geige statt einer Gitarre als Lead-Instrument zu verwenden, ist schon mal ein herausragendes Mittel. Dann kommt hinzu, dass das Belgische Trio Nile On Wax (Eigenschreibweise: Nile On waX, weil die drei die Band 2007 noch als NOX gr\u00fcndeten) auch auf seinem vierten Album \u201eIn Heaven\u201c Instrumentalmusik macht, die sich an keine Songstrukturen h\u00e4lt, auf langen Strecken nicht mal Rhythmen beinhaltet, eher Drones generiert, dunkle Soundtracks zu beklemmenden Filmen, Kammermusik, Nihilismus, aber auch atmosph\u00e4rischen Sch\u00f6nklang, also lauter Sachen, die Spa\u00df machen, sofern man eine Apokalypse kuschelig findet, und die man zwingend laut h\u00f6ren muss, um alle Nuancen und den vollen Effekt genie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es vergehen zehn der zw\u00f6lf Minuten des er\u00f6ffnenden Quasi-Titeltracks \u201eIn Heaven\u201c, bis das Schlagzeug einen postrockigen Beat anschl\u00e4gt, nur kurz, aber wie um festzulegen, dass es bei NOX ebenfalls eine Rolle spielt, ebenso der Bass, nicht nur die nach Art des Kronos Quartet kratzende oder lieblich fiedelnde Violine. Erst \u201eMore Icon\u201c bedient die Idee von Indierock, einem stark gebremst groovenden, den die Geige in h\u00f6chsten T\u00f6nen durchbricht, bis man den kurzen Eindruck von New Model Armys \u201eVagabonds\u201c erh\u00e4lt. Damit bringt das Trio den Umstand in Erinnerung, dass man es grunds\u00e4tzlich schon mit einer Rockband im weitesten Sinne zu tun hat, und f\u00e4hrt gleich wieder experimentell fort. \u201eAugust 4\u201c besteht aus einem jazzigen Hihat, sich wiederholend gedronetem Bass und einer dar\u00fcbergelegten freien Geigenmelodie, birgt also kein St\u00fcck Rockmusik, wie man sie kennt.<br><br>Das Trio experimentiert in \u201eAscension\u201c mit seinem Instrumentarium, man sollte unbedingt die Lautst\u00e4rke erh\u00f6hen, es wird karg, still, dunkel, leer, bald wie auf dem Solo-Album von Mark Hollis, abermals mit einem leichten Anflug freien Jazzes, mit erst sp\u00e4t hinzusto\u00dfenden Rhythmen wie bei Angelo Badalamenti. Das Zwischenst\u00fcck \u201eEternity\u201c spielt mit Samples und R\u00fcckw\u00e4rtseffekten, \u201eImprobable\u201c und \u201eSlowdown\u201c, zusammen eine Viertelstunde lang, beschlie\u00dfen das Album einmal mehr mit der vorangegangenen Mischung aus d\u00fcsteren Soundscapes, freiem Jazz und groovendem Indierock. Vorletzteres d\u00fcrfte sogar das energetischste, l\u00e4rmendste St\u00fcck des Albums sein, das Finale schlie\u00dft mit einem wehm\u00fctigen Sirenengesang, der ebenfalls in einen dunklen Jazz \u00fcbergeht. \u201eAfter Heaven\u201c f\u00e4hrt die Ausbr\u00fcche, den Druck und den Groove des gro\u00dfartigen Vorg\u00e4ngers \u201eBell Dogs\u201c aus dem Jahr 2017 zugunsten von mehr Dunkelheit, Leere und Atmosph\u00e4re zur\u00fcck, eine Entwicklung, die dem Sound guttut. Die Erinnerung an den Werdegang Talk Talk wird damit noch st\u00e4rker.<br><br>Der Eindruck von ambientartiger Filmmusik entsteht auf diesem Album nicht aus dem Nichts: Violinistin und Bandchefin Catherine Graindorge komponierte bereits mehrfach f\u00fcr Kino und Theater. An Bassist David Christophe und Schlagzeuger Elie Rabinovitch geriet sie bereits 2001, als sie als Gast auf dem Album \u201eOther Skies\u201c von deren One-Off-Band Upland mitspielte. NOX gr\u00fcndeten die drei erst 2007 und benannten die Band zwischen dem zweiten und dritten Album in Nile On waX um. Graindorge ist aber auch dar\u00fcber hinaus beeindruckend aktiv und arbeitet mit ehrenvollen K\u00fcnstlern zusammen, so ver\u00f6ffentlichte sie im vergangenen Jahr die EP \u201eThe Dictator\u201c mit Iggy Pop und 2017 das Album \u201eLong Distance Operators\u201c mit Hugo Race, f\u00fcr den sie auch bei den Fatalists und bei Dirtmusic bereits den Bogen schwang. Und das ist nur eine kleine Auswahl ihrer Bet\u00e4tigungsfelder. Nile On waX steht aber bestens f\u00fcr sich und sollte, dies sei einmal mehr empfohlen, dringend laut geh\u00f6rt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.06.2023) Eine Geige statt einer Gitarre als Lead-Instrument zu verwenden, ist schon mal ein herausragendes Mittel. 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