{"id":5257,"date":"2023-05-24T22:01:49","date_gmt":"2023-05-24T20:01:49","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5257"},"modified":"2023-05-24T22:01:49","modified_gmt":"2023-05-24T20:01:49","slug":"vnv-nation-electric-sun-anachron-sounds-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/vnv-nation-electric-sun-anachron-sounds-2023\/","title":{"rendered":"VNV Nation \u2013 Electric Sun \u2013 Anachron Sounds 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/VNV-Nation-Electric-Sun.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/VNV-Nation-Electric-Sun.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5258\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (23.05.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>VNV Nation gibt es schon ewig, dennoch habe ich mich erst mit \u201eElectric Sun\u201c mit ihnen besch\u00e4ftigt. Bis dahin kannte ich immer nur Remixes, die Ronan Harris von anderen Elektro-Tracks gemacht hat und bei denen irgendwann immer so ein Kirmes-Synthie-Stakkato einsetzte, das mich und den Herrn Van Bauseneick immer k\u00f6stlich amis\u00fcrte. Irgendwann haben wir uns einen Spa\u00df draus gemacht, VNV-Nation-Remixes zu h\u00f6ren, auf den Synthie-Einsatz zu warten und gemeinsam loszulachen, w\u00e4hrend wir wild lautmalend zu zwei Synthies mutierten. Waren wir albern?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir nicht, VNV Nation hingegen schon! \u00dcberhaupt, was ist das f\u00fcr ein Bandname? Warum\/Wof\u00fcr beneiden wir die Nation? Nein, \u201eVNV\u201c steht f\u00fcr \u201eVictory Not Vengeance\u201c, OK, das ist gut, weil Rache ist zwar Blutwurst (lecker!), macht aber auch blind und wird au\u00dferdem ausschlie\u00dflich kalt serviert, wie Gazpacho, dem ich ebenfalls nichts abgewinnen kann.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Von Vorkenntnissen ungetr\u00fcbt gehe ich also bei und gebe dem neuen Werk des in Hamburg ans\u00e4ssigen ehemaligen Einwohner Londons und Torontos, eines geb\u00fcrtigen Iren, eine Chance und suche nach dem Synthie-Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Und bin zuallererst mal \u00fcberrascht, wie gut mir Harris\u2018 Stimme gef\u00e4llt. \u201eElectric Sun\u201c beginnt mit dem Titelst\u00fcck, das ebenfalls \u201eElectric Sun\u201c hei\u00dft, wie das Album, und ein ruhiges St\u00fcck ist. Es beginnt mit einer irgendwie fragend klingenden Synthesizermelodie und dem melodischen, irgendwie klagend klingenden Gesang Harris\u2018, dessen Stimme gleich versucht, mich in ihren Bann zu ziehen, wobei sie sich nicht schlecht schl\u00e4gt. Nach kurzer Zeit kommt ein sch\u00f6nes tiefes Bassgeplucker hinzu, dann setzt ein programmiertes Schlagzeug ein und hier und da werden synthetische Streicher eingestreut. Alles klingt melancholisch und wundersch\u00f6n, mit dieser Melodie und der Hingabe seines Vortrages hat Harris mich schon mal ein paar Dezimeter weit um den Wurstfinger gewickelt. Und mit knapp sieben Minuten ist das St\u00fcck auch kein bisschen zu kurz geraten, diese Zeit, sich in meiner K\u00fcche auszubreiten, ben\u00f6tigt es und sei ihm auch von Herzen verg\u00f6nnt. Der Text ist dystopisch und d\u00fcster (Hm, geht eigentlich auch dystopisch und ausgelassen?), wie es sich f\u00fcr d\u00fcstere Elektromusik geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgt \u201eBefore The Rain\u201c, das mehr Schmackes entfaltet, auch melancholisch klingt, aber mit mehr Poppigkeit im Vortrag. F\u00fcrwahr, Mr. Harris hat ein H\u00e4ndchen f\u00fcr Melodien, die Hammer, Amboss und Steigb\u00fcgel schmeicheln, und greift musikalisch tief in die Kiste elektronischer Wohlkl\u00e4nge, aber auch wohldosiert, wie ich meine. Das Ganze wirkt auf mich nicht \u00fcberfrachtet, jeder Klang sitzt da, wo er hingeh\u00f6rt, und dazu sondert Ronan H. Melodien ab, die einerseits total vertraut klingen, aber auch nicht nach einem Abklatsch von irgendwas schon zigmal Geh\u00f6rtem.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eThe Game\u201c wartet mit einem eint\u00f6nigen Midtempo-Beat auf, besticht wieder einmal mehr durch den Gesang und enth\u00e4lt dar\u00fcber hinaus im Hintergrund ein synthetisches Klavier, das Abwechslung in den Song bringt. Mit \u201eInvictus\u201c bleiben wir im Midtempo verhaftet, es wird jedoch wieder dunkler, was mir gut gef\u00e4llt. Hier h\u00f6re ich zum ersten Mal den von mir aus den oben erw\u00e4hnten Remixes vertrauten Synthie-Klang heraus, aber langsamer vorgetragen als dort und deshalb gleich f\u00fcr angenehm befunden. Mehr Abwechslung erwarte ich von einem gotischen Wavealbum nicht und bin bereits hier sehr zufrieden. Auf \u201eArtifice\u201c erh\u00f6ht Harris, der das Album \u00fcbrigens im Alleingang eingespielt hat, Tempo und H\u00e4rte geringf\u00fcgig, \u00e4ndert aber nichts an den von den vorherigen Songs gewohnten Zutaten. Und das muss er auch nicht, denn alles funktioniert pr\u00e4chtig und macht beim H\u00f6ren Spa\u00df. Zu \u201eArtifice\u201c w\u00fcrde ich auch bereitwillig eine Tanzfl\u00e4che betreten, diese immer zwei Schritte in jede erdenkliche Richtung nacheinander ausf\u00fchrend durchmessen und den Boden nach allerley Preziosen absuchen, anstatt meinen Blick auf mein Gegen\u00fcber zu konzentrieren. Was nichts mit ignoranter Ablehnung zu tun h\u00e4tte, sondern einfach das Einssein mit der Musik und ein gewisses Wohlf\u00fchlgef\u00fchl zum Ausdruck br\u00e4chte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn The Temple\u201c verbr\u00e4t die H\u00e4lfte seiner Spielzeit mit durchaus h\u00f6renswerten Finger\u00fcbungen auf der Klaviatur der elektronischen Klangerzeugungsvorrichtung und nachdem ich vierdreiviertel Minuten auf den Gesang gewartet hatte, stellte ich fest, dass es sich um ein Instrumentalst\u00fcck handelt. Schade, da mir Harris\u2018 Gesang inzwischen so richtig an Herz gewachsen ist. Deshalb kriege ich den auch auf \u201eProphet\u201c wieder zu h\u00f6ren. Schnelles Tempo, und hier dann auch die von mir oben noch als Kirmes-Techno geschm\u00e4hten Synths, die hier aber prima hinpassen und w\u00e4hrend des Refrains ein wahres Pand\u00e4monium hinzaubern, aber nicht irgendwie plakativ nervend, sondern immer sch\u00f6\u00f6n zur Atmosph\u00e4re des Albums passend; einfach Augen schlie\u00dfen, zwei Schritte vor und zwei zur\u00fcck und die ungewohnt hohen T\u00f6ne genie\u00dfen. Diese liefern sich gegen Ende des St\u00fccks eine nette Schlacht mit der Schlagzeugmaschine und werden vom Gesang im Zaum gehalten. Wirklich sch\u00f6n passend beginnt \u201eWait\u201c dann sehr ruhig, nimmt dann nach dem ersten Viertel seiner Spielzeit auch Fahrt auf und auch hier t\u00f6nen wieder die leicht schrillen und abgehackten Synths. Irgendwie ist es Harris gelungen, die H\u00f6renden im Laufe des Albums darauf einzustimmen und sie Glauben zu machen, jetzt apselut nichts Anderes h\u00f6ren zu wollen. Mit ungef\u00e4hr siemenhalb Minuten gibt Harris dem St\u00fcck Zeit, sich zu entfalten und uns H\u00f6renden die Zeit nicht nur zu vertreiben (nein, die Zeit war auch nach Ende des St\u00fcckes noch da!), sondern \u00fcberaus unterhaltsam sein zu lassen. \u201eAt Horizon\u2018s End\u201c dient dann wieder dem Durchschnaufen, es transportiert vorwiegend Dramatik und Harris\u2018 Stimme, und das macht es gut. Und der Drumcomputer erh\u00e4lt endlich mal eine wohlverdiente Ruhepause und kann die Nackenmuskulatur entspannen und eine k\u00fchle Dose von Mom&#8217;s Old Fashioned Robot Oil zu sich nehmen. Mit \u201eRun\u201c folgt dann nochmal ein langes St\u00fcck, ungef\u00e4hr sechseinhalb Minuten lang, Harris singt intensiv und beschw\u00f6rend und die Musik klingt dramatisch. H\u00e4rte durch Langsamkeit und Intensit\u00e4t anstatt durch schnelles Gebratze, sehr sch\u00f6n! \u201eSunflare\u201c haut vermeintlich auch in diese Kerbe, ist aber mehr vom harten, wenn auch nicht unbedingt schnellen Beat gepr\u00e4gt als der Vorg\u00e4nger. Harris\u2018 Stimme klingt hier besonders sch\u00f6n und macht mich vorschlagen wollen, dass er mal zusammen mit Michael Stipe was aufnehmen sollte. Einfach nur so. Man muss schlie\u00dflich auch mal was einfach nur so machen. \u201eSunflare\u201c geht flie\u00dfend in dass letzte St\u00fcck des Albums, \u201eUnder Sky\u201c, \u00fcber, ein weiteres Instrumentalst\u00fcck, dass das Album auf eine sch\u00f6n runde Weise beschlie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Fazit nach dem ersten intensiven Kontakt mit der Musik von VNV Nation: Wenn die Sonne mal wieder nicht scheint (so wie heute \u00fcber weite Strecken des grauen Tages), taugt mir auch deren elektrische Variante auf das Vortrefflichste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (23.05.2023) VNV Nation gibt es schon ewig, dennoch habe ich mich erst mit \u201eElectric Sun\u201c mit ihnen besch\u00e4ftigt. 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