{"id":5206,"date":"2023-05-11T22:18:47","date_gmt":"2023-05-11T20:18:47","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5206"},"modified":"2023-05-11T22:18:47","modified_gmt":"2023-05-11T20:18:47","slug":"killing-joke-in-dub-rewind-vol-ii-cadiz-music-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/killing-joke-in-dub-rewind-vol-ii-cadiz-music-2023\/","title":{"rendered":"Killing Joke \u2013 In Dub Rewind (Vol. II) \u2013 Cadiz Music 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Killing-Joke-In-Dub-Rewind-Vol.-II.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Killing-Joke-In-Dub-Rewind-Vol.-II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5207\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (11.05.2023)<br><br>Was ist dieses Dub \u00fcberhaupt? Eigentlich: In den Sechzigern auf Jamaika doppelten die Produzenten Reggae-Tonspuren, fertigten also einen Dub, eine Kopie, an, und legten sie verschoben zueinander \u00fcbereinander, sodass eine Art Echoeffekt entstand. In den Achtzigern stand Dub nicht ganz selten schlicht f\u00fcr Remix, und heute verh\u00e4lt es sich damit oft nicht so sehr anders. Die reine Lehre predigt auch Youth nicht, der acht ausgew\u00e4hlte Songs aus 40 Jahren seiner Band Killing Joke unter dem Begriff Dub neu bearbeitet (davon zwei zweimal) und die Postpunkst\u00fccke zwar mit viel Echo und Hall versieht, aber auch mit anderen elektronischen Spielweisen, Drum And Bass, Big Beat, Electroclash, Techno, Ambient. Au\u00dfen vor l\u00e4sst er Goa und Industrial, obwohl beides gerade bei ihm naheliegen w\u00fcrde. Und mit Rin\u00f4c\u00e9r\u00f4se ist sogar ein Fremdmixer dabei. Eine sch\u00f6ne Tanzparty mit eingestreuten Offbeats, diese Doppel-LP!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wenn man sich diese beiden Platten so anh\u00f6rt, wird einem nochmal extra bewusst, wie viel Reggae eigentlich in jeder Musik verborgen zu sein scheint, man muss sie nur freibuddeln. Das eigentlich sehr nach vorn treibende Gitarrenst\u00fcck \u201eI Am The Virus\u201c etwa l\u00e4sst in dieser Reggae-Version die Rockigkeit gar nicht vermissen, lediglich das angedeutete rhythmische Hundegebell ist etwas befremdlich. Auch in \u201eThe Death And Resurrection Show\u201c kommt der Offbeat gut. Doch Youth verweilt nicht auf den Genres, er mixt zusammen, was das Zeug h\u00e4lt, und l\u00e4sst letzteren Song in einen peitschenden Drum And Bass \u00fcbergehen. Wohl gemerkt, nicht Dubstep, so modernes Teufelszeug kommt dem altgedienten Produzenten nicht ins Mischpult.<br><br>Von allen Genres, die Youth hier verwurstet, bringt er auch ausgew\u00e4hlte Charakteristika unter; es gibt so Sounds, die man mit den Stilen verbindet, und die streut er dezidiert ein, bestimmte St\u00f6rger\u00e4usche aus dem Drum And Bass, den typischen gesampelten Trommelwirbel aus dem Ska, synthetische Drumsounds wie im Breakdance, Sirenengeheul wie im Big Beat, sph\u00e4risches Blubbern wie im Ambient, die knackigen Hi-Hats aus dem House, und auch hier wieder alles eher so punktuell, \u00fcber die Strecken verteilt, die Youth hier ausrollt, manchmal bis zur Unkenntlichkeit der Originale, da l\u00e4sst er seiner Fantasie freien Lauf. An \u201eBloodsport\u201c vom 1980er-Deb\u00fctalbum l\u00e4sst er die Franzosen Rin\u00f4c\u00e9r\u00f4se die Finger legen, und ihr Mix f\u00fcgt sich ins Gesamtbild bestens ein.<br><br>Youth macht hier vor nix Halt, das ist spannend, aus welchen Epochen der ohnehin schon diversen Killing Joke er sich bedient. Klar, schon die Deb\u00fct-Single trumpfte neben NWoBHM und Postpunk mit Dub auf, damals, \u201eTurn To Red\u201c, 1979. Seitdem wuselten die vier in so vielen Genres herum, dass eine Killing-Joke-Sammlung allein schon abwechslungsreicher ist als jede gutsortierte Indie-Sammlung ohne sie. Aus l\u00e4sst Youth hier die synthiepoppigen Achtziger und konzentriert sich auf das postpunkige Fr\u00fchwerk mit den zwei Non-Album-Singles \u201eChange\u201c und \u201ePssyche\u201c und das dem Metal n\u00e4here sp\u00e4te Oeuvre. Es begeistert, dass Youths Beats hart und seine Sounds klar sind, hier entsteht kein lauer Brei, sondern ein farbenfrohes, vielseitiges, l\u00e4rmiges, tanzbares Electro-Werk mit haufenweise Samples aus den Originalsongs.<br><br>\u201eIn Dub Rewind (Vol. II)\u201c, dessen erster Teil vor zwei Jahren mit \u00e4hnlichem Konzept erschien (und die Basis dazu 2014 als \u201eIn Dub\u201c-Dreifach-LP), k\u00f6nnte man als schn\u00f6de Zweitverwertung auffassen, w\u00e4hrend die neue Single \u201eFull Spectrum Dominance\u201c ausschlie\u00dflich im Stream zu haben ist und man nach der \u201eLord Of Chaos EP\u201c aus dem vergangenen Jahr auf ein neues Studioalbum lauert \u2013 \u201ePylon\u201c ist bereits acht Jahre alt \u2013, aber nee, der Youth, der legt sich ins Zeug, und anders als auf dem ersten Teil sind hier alle Mixe bisher unver\u00f6ffentlicht. Zudem ist das Doppel-Vinyl im zitronigen Gelb und minzigem Gr\u00fcn gehalten, das macht\u2019s zus\u00e4tzlich wertvoll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (11.05.2023) Was ist dieses Dub \u00fcberhaupt? Eigentlich: In den Sechzigern auf Jamaika doppelten die Produzenten Reggae-Tonspuren, fertigten also einen Dub, eine Kopie, an, und legten sie verschoben zueinander \u00fcbereinander, sodass eine Art Echoeffekt entstand. 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