{"id":5192,"date":"2023-05-08T22:09:02","date_gmt":"2023-05-08T20:09:02","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5192"},"modified":"2023-05-08T22:09:02","modified_gmt":"2023-05-08T20:09:02","slug":"22-pistepirkko-kind-hearts-have-a-run-run-bare-bone-business-johanna-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/22-pistepirkko-kind-hearts-have-a-run-run-bare-bone-business-johanna-2022\/","title":{"rendered":"22-Pistepirkko \u2013 Kind Hearts Have A Run Run \u2013 Bare Bone Business\/Johanna 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/22-Pistepirkko-Kind-Hearts-Have-A-Run-Run.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/22-Pistepirkko-Kind-Hearts-Have-A-Run-Run.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5193\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (08.05.2023)<br><br>Und pl\u00f6tzlich sind sie wieder da. Elf Jahre nach dem letzten Studioalbum klingt \u201eKind Hearts Have A Run Run\u201c, als w\u00e4ren 22 Pistepirkko \u2013 jetzt mit Bindestrich, also 22-Pistepirkko \u2013 nie weg gewesen, als g\u00e4be es gar keine L\u00fccke in der Discographie, als w\u00e4ren gar keine Zeit vergangen. Das Trio aus Finnland setzt einfach da an, wo man es erwartet, erhofft gar, bei fluffigem Indierock, mal filigran geklimpert, mal elektronisch verfettet, mal ungest\u00fcm, mal introvertiert, immer mit der fast weiblich klingenden hohen Stimme von Hannu Ker\u00e4nen alias P.K., in die man sich so verliebt hat, weil sie einzigartig und ausdrucksstark ist, egal, welche Musik dahinter liegt. Das Album ist oberfl\u00e4chlich unspektakul\u00e4r, die Verzerrer haben hier n\u00e4mlich weitgehend Atempause, aber die Details sind wundersch\u00f6n. Darauf wartet man gern eine Dekade lang.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Unspektakul\u00e4r ist nat\u00fcrlich Quatsch, man muss das Album eben lauter h\u00f6ren, der Details wegen. \u201eHeatseeker\u201c ist so ein Beispiel, es beginnt mit elektronischem Synthiepluckern und gewispertem Text, bis es abrupt ausbricht und in eine Art clubbigen Trip-Hop-Beat mit dezidiert eingerammten Riffs \u00fcbergeht, bis ein Chor zur Akustikklampfe weitermacht. Alles in nur einem Song, der zudem gar nichts mit AC\/DC zu tun hat. Ansonsten steht das Behutsame sehr im Vordergrund, auch wenn hier und da mal die Gitarren hart angeschlagen werden, 22 Pistepirkko brechen einfach mit allem, Erwartungen und Regeln, ihr Indie-Rock ist keiner und wiederum auch nichts anderes als das.<br><br>Sp\u00e4testens das Titellied kn\u00fcpft da an alte Zeiten an, da dringt der Garage Rock der EP \u201eOu Wee!\u201c aus dem Jahr 1986 wieder durch, die Instrumente bekommen einen Fuzz draufgeschaufelt, und anschlie\u00dfend \u00fcberh\u00f6hen die drei das gutgelaunt georgelte Drama mit dem kaum zwei Minuten langen \u201eYes\/No\u201c in h\u00f6chste H\u00f6hen. Es geht, aber nur kurz, dann \u00fcbernimmt wieder das Filigrane, das das Trio kurz darauf doch wieder kraftvoll durchbricht. Synthiebeats wie aus den Achtzigern geh\u00f6ren schon was l\u00e4nger zum 22PP-Sound, der Kontrabass dazu im \u201eBoomerang\u201c bildet einen vortrefflichen Kontrast. Und so eine Trompete im Rauswerfer \u201ePainted Smile\u201c gew\u00e4hrt dem Spaghettiwestern Einlass, nur dass hier ein Cello die Grundlage bildet. Ein wilder Mix also, und definitiv alles andere als unspektakul\u00e4r.<br><br>Nun ist von der Vergangenheit als Finnlands schnellster Ramones-Coverband selbst beim Deb\u00fct \u201ePiano, Rumppu ja Kukka\u201c aus dem Jahr 1984 kaum noch etwas zu h\u00f6ren, da fand das seitdem unumbesetzte Trio schnell einen eigenen Sound, der versponnen, experimentell und trotzdem eing\u00e4ngig ist, entwickelte den weiter, f\u00fcgte sp\u00e4testens nach dem Remix-Album \u201eZipcode\u201c 1996 elektronische Elemente hinzu, verfiel immer wieder in Sixties-Garage-Ausfl\u00fcge und reifte und reifte und reifte. Als w\u00e4re nix gewesen, kn\u00fcpft \u201eKind Hearts Have A Run Run\u201c direkt bei \u201eLime Green Delorean\u201c aus dem Jahr 2011 an. So ganz abwesend waren die drei Musiker indes nicht, die Br\u00fcder Hannu und Asko Ker\u00e4nen versuchten sich an Solo-Alben und Nebenprojekten (Asko: Kati &amp; Asko, Antero Priha &amp; Asko Ker\u00e4nen, Ylva, You\/Me; Hannu: PK Ker\u00e4nen &amp; Leija Lautamaja, Solo-Album \u201eSerobi Songs\u201c), Schlagzeuger Esa Haverinen war neben vielen anderen Zusammenarbeiten am Projekt Kati &amp; Asko ebenfalls beteiligt.<br><br>Schade nur, dass es \u201eKind Hearts Have A Run Run\u201c als CD au\u00dferhalb Skandinaviens nicht so einfach zu erwerben gibt. Und das, obwohl \u201eEleven\u201c 1998 mit dem Hit \u201eOnion Soup\u201c in ganz Europa f\u00fcr so viel Aufmerksamkeit sorgte, dass 22 Pistepirkko f\u00fcr den in Deutschland produzierten Film \u201eDownhill City\u201c mit Franka Potente und von Hanu Salonen nur ein Jahr sp\u00e4ter den Soundtrack erstellen durften. Alsbald erkaltete die internationale Aufmerksamkeit jedoch und 22 Pistepirkko \u2013 der Marienk\u00e4fer mit 22 Punkten \u2013 musiziert unter dem Radar f\u00fcr eine treue Gemeinde weiter. Und w\u00e4re der Facebook-Algorithmus fairer, h\u00e4tte man auch bereits zum Zeitpunkt des Erscheinens von diesem Album erfahren, und nicht erst anderthalb Jahre sp\u00e4ter. Verschwiegen sein soll \u201eKind Hearts Have A Run Run\u201c jedoch auf gar keinen Fall!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.05.2023) Und pl\u00f6tzlich sind sie wieder da. 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