{"id":5081,"date":"2023-03-28T20:14:37","date_gmt":"2023-03-28T18:14:37","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5081"},"modified":"2023-03-28T20:14:37","modified_gmt":"2023-03-28T18:14:37","slug":"jack-dangers-lucky-bag-flexidisc-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jack-dangers-lucky-bag-flexidisc-2023\/","title":{"rendered":"Jack Dangers \u2013 Lucky Bag \u2013 Flexidisc 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Jack-Dangers-Lucky-Bag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Jack-Dangers-Lucky-Bag.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5082\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (28.03.2023)<br><br>Diese Compilation ist unh\u00f6rbar. Zumindest die Tracks der Doppel-CD, die auf dem beigelegten USB-Stick tragen deutlich erkennbare Z\u00fcge von dem, was man an Meat Beat Manifesto so mag, aber das Haupt-Solo-Album von Bandkopf Jack Dangers ist mitnichten ein \u201eLucky Bag\u201c, auch wenn er Ohrenst\u00f6psel und Bonbons in die Schachtel legt, sondern es handelt sich vielmehr um \u201eSketches Of Pain\u201c, wie der K\u00fcnstler auf eine beigef\u00fcgte Karte drucken lie\u00df. John Stephen Corrigan pl\u00fcndert seine Datenbanken und fegt Aufnahmen aus den Jahren 1982 bis 2022 zusammen, die das Attribut \u201eNoise\u201c komplett erf\u00fcllen: Nahezu frei von Rhythmus l\u00e4rmen die St\u00fccke vor sich hin. Und nerven. Ger\u00e4usche, die man nicht mal als Avantgarde oder Experiment goutieren mag, die allerh\u00f6chstens als Ausgangslage f\u00fcr ausformulierte Tracks herhalten k\u00f6nnten, aber nicht als Material eines Doppelalbums. Immerhin die wav-Dateien auf dem Stick lohnen sich. Und die Schachtel ist h\u00fcbsch.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Immerhin: Los geht es mit einer verfremdeten Gitarre, die man als solche sogar heraush\u00f6rt. Ebenso, dass es sich um eine sehr alte Aufnahme handelt, die Box ist chronologisch sortiert: \u201eGuitarworks\u201c, so verr\u00e4t es bereits der Titel, erinnert im Sound an fr\u00fche Demos von Matt Johnson und The The. Und damit kann man eigentlich auch schon wieder aufh\u00f6ren, der Rest ist L\u00e4rm. Dangers prokelt an Ger\u00e4tschaften herum und schneidet mit, was diese an Ger\u00e4usch erzeugen. Das ist nicht harmonisch, nicht rhythmisch, nicht sch\u00f6n, nicht experimentell, nicht Dark Ambient, nicht auf die klassisch-europ\u00e4ische Weise spannendes Industrial, nicht mal irgendwie besonders, einfach nur in den Ohren schmerzendes Ger\u00e4usch. Macht keinen Spa\u00df.<br><br>Sogar dann nicht, wenn man erf\u00e4hrt, dass einige der Tracks mitnichten unver\u00f6ffentlicht, sondern bereits auf Alben von Meat Beat Manifesto zu haben sind: \u201eGod O.D. Pt.4\u201c 1989 auf dem Quasi-Deb\u00fct \u201eStorm The Studio\u201c, \u201eKick That Man\u201c 1990 auf dem Nachfolger \u201eArmed Audio Warfare\u201c, \u201eRejector\u201c 2018 auf \u201eImpossible Star\u201c. Im Rahmen eines regul\u00e4ren Albums k\u00f6nnen solche Experimente durchaus funktionieren und etwas Sinnvolles zur Narration beitragen, als Dauerschleife sind sie jedoch unh\u00f6rbar. Sch\u00f6n immerhin, dass mit \u201eStrange Case\u201c der Track \u201eA Strange Case Of Instrumentation\u201c von der nur an Teilnehmer der gleichnamigen Veranstaltung ausgegebenen \u201eBrainwaves\u201c-Compilation eine bereits ver\u00f6ffentlichte Rarit\u00e4t auf der Compilation enthalten ist. Und \u201eGuitar Works\u201c gab es, ebenso wie die einst\u00fcndige und ebenfalls eher noisige \u201eModulisme Session #50\u201c des USB-Sticks, bereits als Download zu haben.<br><br>Das Willk\u00fcrliche der Musik schl\u00e4gt sich auch in den Tracktiteln nieder: \u201eData#1\u201c, \u201eData#2\u201c, dann \u201ea.1\u201c bis \u201eg.1\u201c, sehr programmatisch \u201eNoise Test\u201c, auch \u201eUnnamed Signal 4\u201c. Anders die als \u201eTape Stash\u201c gesammelten wav-Dateien der Jahre 1998 bis 2018 auf dem merkw\u00fcrdigen USB-Stick, dessen Handhabung zun\u00e4chst verwirrt: Man muss die Kreditkarte an einer Stelle umklappen, dann ploppt ein Zugang zum Speicher auf, den man in USB-Slots stecken und auf die Daten \u2013 darunter auch zahllose Scans von Polaroids \u2013 zugreifen kann. Diese Tracks bedienen das repetetiv Rhythmische, Dubbige, von Big Beat \u00fcber Acid House und Industrial bis Jazz, was man an Meat Beat Manifesto so liebt. Sie h\u00e4tten es viel mehr verdient, als CD gebrannt zu sein, als die anstrengende Noise Pollution.<br><br>Es gibt offenbar Gr\u00fcnde, warum Dangers die Box auf der Bandcamp-Seite zwar verkauft, die Tracks aber weder zum Stream noch zum Download anbietet. Immerhin gibt es fr\u00f6hliche Goodies in der Pappschachtel, das ist s\u00fc\u00df, was die beiden Bonbons, und selbstironisch, was die Ohrst\u00f6psel betrifft, wenngleich man die CDs ja auch einfach leiser oder gleich gar nicht abspielen kann. Je nach Limitierung bekommt man \u00fcberdies noch andere Gutsle kredenzt: ein signiertes Polaroid \u2013 und ein St\u00fcck Nierenstein des K\u00fcnstlers. Die Box ist ein Sammlerobjekt mithin, ein weiteres auf der langen Liste der Sammlerobjekte, sofern man das Bestreben hat, alles von Jack Dangers zu besitzen, also neben seinen Solo-Sachen und Meat Beat Manifesto noch Perennial Divide, Space Children und Tino. Selbst die aktuellen Alben sind bisweilen schwer zu haben: So spielte Dangers als Meat Beat Manifesto parallel zu The Young Gods \u201eIn C\u201c von Terry Riley neu ein \u2013 aber die LP ist l\u00e4ngst vergriffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.03.2023) Diese Compilation ist unh\u00f6rbar. 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