{"id":5075,"date":"2023-03-22T21:20:38","date_gmt":"2023-03-22T20:20:38","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5075"},"modified":"2023-03-22T21:20:38","modified_gmt":"2023-03-22T20:20:38","slug":"was-meine-freundin-gerne-hoert-die-musikkolumne-eine-wochenend-beziehung-mit-einem-lied","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/was-meine-freundin-gerne-hoert-die-musikkolumne-eine-wochenend-beziehung-mit-einem-lied\/","title":{"rendered":"<strong>Was meine Freundin gerne h\u00f6rt \u2013 die Musikkolumne: Eine Wochenend-Beziehung mit einem Lied<\/strong>"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Was-meine-Freundin-gerne-Logo-111.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Was-meine-Freundin-gerne-Logo-111.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4578\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Onkel Rosebud<\/p>\n\n\n\n<p>Letztes Wochenende beehrte mich meine Freundin mit Abstinenz. Folgerichtig thematisiert diese Kolumne weniger sie, viel mehr einen Song, mit dem ich ihrer and\u00e4chtig nicht gewahr wurde, und was dieser Song in meinem Kopf angestellt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorausgeschickt sei jedoch folgendes Zitat: \u201eMusik wird durch ihre H\u00f6rer identifiziert. So ist die Interpretation aussagender als das Lied selbst, und oft m\u00fcssen gewisse Voraussetzungen erf\u00fcllt sein, um ein St\u00fcck \u00fcberhaupt in einem Kontext einordnen zu k\u00f6nnen. Sind die Interpretationen und die daraus folgenden (Streit-) Diskussionen ja eigentlich ein fixer Bestandteil, so ist ein Lied nicht mehr als eine zeitlich abgeschlossene Sache zu beachten, sondern als Prozess, in dessen Spitze jene 5-Minuten-Audio-Aufnahme steht. Diskussionen, Meinungen und Kritiken lassen ein Lied, wenn man es so will, wachsen. Nie wird ein einziger wirklich alle Komponenten eines St\u00fcckes, die so entstehen, fassen, nie jemand allen entgehen k\u00f6nnen.\u201c (Kasra Seirafi im Buch \u201eVarious Artists \u2013 Ich liebe Musik\u201c, Herausgeber J\u00f6rg Hiecke, 1999).<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mein Wochenendschlager mit dem sch\u00f6nen Titel f\u00fcr eine Beziehung: \u201eA Massive Overdose Of Communication (Third Version)\u201c wird vorgetragen von der S\u00fcddeutschen Formation Readymade, so geschehen auf der zweiten Singleauskopplung \u201eSupernatural\u201c ihres 1999 erschienenen Albums. Von dem Song geht etwas Magisches aus. Ein eher schleppend, leicht angezerrter Gitarrengroove mit hervorstechender Bassline umrahmt einen Text, in dem es darum geht, was einer empfindet, wenn er mit \u00fcberf\u00fctterten Eindr\u00fccken nach durchzechter Nacht mit Freunden nach Hause kommt, wieder alleine ist, den Abend Revue passieren l\u00e4sst und darauf wartet, dass noch irgendetwas passiert. \u201e\u2026 And if I need some time to be alone, don\u2019t get mad at me. I would be lonely person if I couldn\u2019t spend time with myself.\u201c Was passiert, ist alles und nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Lied l\u00e4sst mich sanft im Alltag innehalten, sch\u00e4rft auf hinterlistigste Weise die Sinne, zieht die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Es gleitet mich in einen Zustand, der vergleichbar mit den Sekunden kurz vorm Eintauchen in den Schlaf ist. Wo die Realit\u00e4t verschwindet, Dinge pl\u00f6tzlich begreifbar werden, das Universum in einem Punkt zusammenschmilzt und erkennbar erscheint. Ich wei\u00df nicht, ob der geneigte Leser diese Erfahrungen teilen kann, wie es ist, immer nur ein Lied wieder und wieder zu h\u00f6ren, sich dabei hineinzusteigern und immer neue Nuancen zu entdecken. Die \u201ePROGRAM\u201c- und \u201eREPEAT\u201c-Tasten an der Fernbedienung machen das heutzutage ganz einfach. Man muss nicht einmal aufstehen. Damit kann man sich in einer Stimmung katapultieren, deren Ausma\u00df unmittelbar beeinflussbar ist und mit Tr\u00e4nen oder Herzspr\u00fcngen enden kann. Je nach Stimmungslage ist mir es m\u00f6glich, in dem Repeat-Selbstversuch zu einem Song einerseits mit geschlossenen Augen t\u00e4nzelnd und Luftgitarre spielend durch meine bescheidene Klause zu hopsen und so meine Laune aufzupolieren. Andererseits kann ich dazu aber auch dement aus dem Fenster starren, auf grauen unsanierten Altbau, der sich hinter meinem Balkon hervortut und Novemberluft inhalierend in meine kleine existenzielle Krise abdriften, um schlie\u00dflich eine bestimmte Saite der Seele anschlagend unvermittelt loszuheulen. Einfach so. Und das ist sch\u00f6n. Sch\u00f6ner ist, dass sowas noch geht\u2026 Und noch sch\u00f6ner ist, dass kommendes Wochenende meine Freundin wieder mein graues Novembergem\u00fct erhellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Onkel Rosebud<\/p>\n\n\n\n<p>P.S.: Dieser Text erschien erstmals am 12. Januar 2000 in ad-rem, Jahrgang 12, Nummer 1.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Onkel Rosebud Letztes Wochenende beehrte mich meine Freundin mit Abstinenz. Folgerichtig thematisiert diese Kolumne weniger sie, viel mehr einen Song, mit dem ich ihrer and\u00e4chtig nicht gewahr wurde, und was dieser Song in meinem Kopf angestellt hat. 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