{"id":5066,"date":"2023-03-20T21:10:58","date_gmt":"2023-03-20T20:10:58","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5066"},"modified":"2023-03-20T21:11:24","modified_gmt":"2023-03-20T20:11:24","slug":"pascow-sieben-kidnap-music-rookie-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/pascow-sieben-kidnap-music-rookie-records-2023\/","title":{"rendered":"Pascow \u2013 Sieben \u2013 Kidnap Music\/Rookie Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Pascow-Sieben.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Pascow-Sieben.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5067\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (19.03.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Ja Pascow, neues Album! Leckt mich am Arsch mit all dem anderen Mist. Hier erstmal vielen vielen lieben Dankesch\u00f6n an Christian aus Hannover, dass er mich vor einigen Jahren mit \u201eGeschichten, die einer schrieb\u201c zum Fan gemacht hat. Pascow mit P aus Gimbweiler mit G sind in den knapp 25 Jahren ihres bisherigen Bestehens zu einer, wenn nicht zu DER deutschen Punkrock-Institution herangewachsen, von daher verkneife ich mir gleich zu Anfang jedwede Sonderzug-Kalauer. Der Name Pascow klingt zwar wie eine Ortschaft im Brandenburgischen, wie Buckow oder Bratzow (Heimat des gebenden Blicks), benannt hat sich das Quartett aus Alex Pascow (Gitarre, Gesang), Swen Pascow (Gitarre), Flo Pascow (Bass) und Ollo Pascow (Drums) aber nach Victor Pascow, dem griechischen Einmannchor aus \u201eFriedhof der Kuscheltiere\u201c von Stephen King, dem Mann mit dem Herzen eines kleinen Jungen, das in einem Glas auf seinem Schreibtisch steht. Pascow haben wir wunderbare Albumtitel wie \u201eRichard Nixon Discopistole\u201c, \u201eLetzter Halt gefliester Boden\u201c oder \u201eDiene der Party\u201c zu verdanken, weshalb sich \u201eSieben\u201c im Vergleich ein wenig langweilig ausnimmt, aber daf\u00fcr angenehm selbsterkl\u00e4rend ist.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Cover- und das Backcoverartwork mit Bildern eines M\u00e4dchens (vorne) und eines Jungen (hinten), das aus einer Bilderserie der amerikanischen Fotografin Dorothea Lange \u00fcber die \u201eGreat Depression\u201c stammt, ist total stimmungsvoll und bedr\u00fcckend und erinnert mich an \u201eIn The American West\u201c von Richard Avedon (wir alle erinnern uns an das ernst dreinblickende M\u00e4dchen in der Fotocollage auf dem Cover von Sonic Youths \u201eSister\u201c, das ab der Zweitauflage aus urheberschutzrechtlichen Gr\u00fcnden durch ein schwarzes Rechteck ersetzt wurde. Exkurs nutzloses Wissen Ende). Und beide Bilder passen in ihrer anklagenden Hoffnungslosigkeit prima zum neuen Pascow-Album.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00f6ren wir zun\u00e4chst mal die Musik an: Jedwede Gitarre bei Pascow klingt wie auf Knieh\u00f6he aufgeh\u00e4ngt, aber immer supersch\u00f6n gespielt. Wir haben es hier mit Musik zu tun, die Freunden von EA80, Slime und H\u00fcsker D\u00fc gefallen d\u00fcrfte. Die Gitarren spielen weniger Riffs als vielmehr Melodien, dazu h\u00e4mmern Bass und Schlagzeug sehr songdienlich (ehrlich, beide dr\u00e4ngen sich niemals in den Vordergrund, obwohl sie das technisch locker k\u00f6nnten), und Alex schreit dazu seine \u2013 im Vergleich zu den fr\u00fchen Pascow-Ver\u00f6ffentlichungen sehr eing\u00e4ngigen und verst\u00e4ndlichen \u2013 Texte. Seine Stimme klingt fast immer n\u00f6lend und hat einen hohen Wiedererkennungswert.<\/p>\n\n\n\n<p>Pascow verk\u00f6rpern f\u00fcr mich vom rein musikalischen Standpunkt her den Punk der gegenw\u00e4rtigen Neuzeit \u2013 f\u00fcr Stadionauftritte vollkommen ungeeignet, authentisch, passiv-aggressiv, locker und zu gleichen Ma\u00dfen angespannt \u2013 schei\u00dfe, man will dazu vor einer B\u00fchne stehen, zackig rumhampeln und das Haupthaar sch\u00fctteln, als g\u00e4be es kein Morgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nun zur H\u00f6lle mit dem Teufel \u2013 was taugen uns Pascow textm\u00e4\u00dfig gesehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu kann man nur ein Wort sagen: Verdammt viel, Mann, ehrlich! Den Opener \u201eHimmelhunde\u201c hatte ich ja schon oben im zweiten Satz abgehandelt (Hammer, dieser Song geht sowas von \u00fcberall rein und wandelt sich in der letzten halben Minute auf einmal noch zu etwas ganz Anderem!), das zweite St\u00fcck \u201eK\u00f6nigreiche im Winter\u201c (gesanglich unterst\u00fctzt von Apocalypse Vega von Acht Eimer H\u00fchnerherzen) behandelt Obdachlosigkeit auf eine Art und Weise, die unter die Haut geht, und mit Zeilen wie \u201eAuf dem Baum bei den toten Fabriken haben wir uns Rache geschworen \u2013 Du die K\u00f6nigin im Ritzen und ich als K\u00f6nig hab immer gelogen\u201c verursachen Pascow eine ziemliche G\u00e4nsehaut, und mit dem folgenden \u201eMonde\u201c geht es unglaublich dystopisch weiter \u2013 der Text \u00fcber die Stadt, den M\u00fcll und den Tod geben den H\u00f6renden keinen Grund zum Lachen, sonst w\u00fcrden sie es tun. Weiter geht es mit \u201eGottes Werk und Teufels Beitrag\u201c: Ein Anti-AfD-Song, wie er besser nicht geht. Zuerst werden H\u00f6cke, Storch, Gauland, Chrupalla genannt und dann als Nazis mit Krawatte gebrandmarkt und im Refrain schreien Pascow \u201eUnd der Teufel schickt uns einen Kuss \u2013 wir haben von alledem gewusst.\u201c Im Verlauf des Textes werden dann auch noch Amazon, Glyphosat und Palm\u00f6l nicht geschont, wunderbar!<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Verlauf des Albums wird es musikalisch nicht langweiliger und textlich nicht belangloser, alles ist am Arsch und wird es bleiben, wir haben es fast geglaubt. H\u00f6rt es Euch an, sch\u00fcttelt das Haupthaar dazu, \u201eSieben\u201c ist sowas von ein Hammer von einem Album, dass man es kaum glauben kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (19.03.2023) Ja Pascow, neues Album! Leckt mich am Arsch mit all dem anderen Mist. 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