{"id":5062,"date":"2023-03-16T22:06:18","date_gmt":"2023-03-16T21:06:18","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5062"},"modified":"2023-03-16T22:06:18","modified_gmt":"2023-03-16T21:06:18","slug":"david-rothenberg-bernhard-woestheinrich-ali-sayah-homayoun-iapetus-media-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/david-rothenberg-bernhard-woestheinrich-ali-sayah-homayoun-iapetus-media-2023\/","title":{"rendered":"David Rothenberg, Bernhard W\u00f6stheinrich, Ali Sayah \u2013 Homayoun \u2013 Iapetus Media 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/David-Rothenberg-Bernhard-Woestheinrich-Ali-Sayah-Homayoun-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/David-Rothenberg-Bernhard-Woestheinrich-Ali-Sayah-Homayoun-.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5063\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (16.03.2023)<br><br>Dieses offenbar spontan im Studio zusammengef\u00fcgte namenlose Trio aus David Rothenberg, Bernhard W\u00f6stheinrich und Ali Sayah macht keine Kompromisse. Drei multidisziplin\u00e4re Menschen verbringen mit ihren Instrumenten und einiger moderner Technik Zeit in Berlin, starten ihre Session noch mit Rhythmen, lassen die alsbald fahren und verlieren sich in \u2013 nun: vermutlich sich selbst, bevor sie doch wieder in einem gemeinsamen Tritt geraten. Grob sortiert sich dieses Album wohl selbst automatisch unter Jazz ein, auch wenn mit den elektronischen Anteilen etwas Industrial, Techno und Ambient Einzug finden. Mit den Klarinetten, die vorrangig zu h\u00f6ren sind, birgt \u201eHomayoun\u201c einen grunds\u00e4tzlich warmen Sound, das scheinbar Willk\u00fcrliche und die hintergr\u00fcndige Leere machen den Zugang indes nicht allzu leicht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>F\u00fcnf Tracks generiert das Trio, die ersten beiden je acht Minuten, die letzten drei jeweils mehr als eine Viertelstunde lang. In der Tat unterscheiden sich diese Tracks, auch wenn das Album einen Fluss ergibt. Die Musiker steigen ein mit Jazz, Dub, Industrial und Techno, lassen die Bassklarinette warm irrlichtern und generieren synthetische Rhythmen dazu, alsbald sogar spartanische Harmonien und an Achtziger-Pop erinnernde Synthiefl\u00e4chen, bald eher Zirpen, Zischen, Klickern. Eine liebliche Fl\u00f6te, eine Klarinette, ein Klavier finden Anwendung, gelegentlich die orientalische Laute Tar. Manche T\u00f6ne klingen nach Spinett, ein Schlagzeug gibt es auch in analog zu h\u00f6ren.<br><br>Die Grundstimmung dieser minimalistischen Musik ist eher dunkel, das steht ihr gut zu Gesicht. In der Kombination aus scheinbar willk\u00fcrlichen Melodien und Electroeffekten erinnert \u201eHomayoun\u201c leicht an die tschechische Band DekadentFabrik, an anderer Stelle f\u00fchlt man sich von der Klarinette in Richtung Klezmer entf\u00fchrt, besonders dann, wenn sie munter tiriliert oder mit den anderen Elementen ausnahmsweise mal harmoniert und nicht selbstversunken umherirrt. Etwas Spaghettiwestern weht au\u00dferdem punktuell durch die Pr\u00e4rie, das beil\u00e4ufige Orientalische liegt schon in der Tar verankert. Die einzelnen Elemente, die die drei Musiker hier zur Anwendung bringen, sind wunderbar, nur lassen sich die drei auf gesamter Strecke etwas zu viel Zeit, eine Straffung der Aufnahmen h\u00e4tte dem H\u00f6rgenuss gutgetan, an ein, zwei Stellen f\u00fchlt man sich musikalisch sogar eher genervt als herausgefordert.<br><br>Laut Info waren zwei der drei Musiker im Mai 2022 mit dem Fahrrad in Berlin unterwegs, um im Studio von BrandtBrauerFrick auf den dritten zu treffen. Ob es sich dabei um einen Zufall handelte, sagt die Info nicht, und auch nicht, welche Bedeutung die Fahrr\u00e4der dabei hatten. Bei den Radfahrern handelt es sich um David Rothenberg und Bernhard W\u00f6stheinrich, im Studio wartete Ali Sayah auf die beiden. Alle drei haben \u00fcppige Bio- und Discographien: Ali Sayah, 1981 in Teheran geboren, studierte visuelle Kommunikation, nahm dies zur Basis, um Visual Artist zu werden, und ist au\u00dferdem noch Musiker in Persischer und Indie-Kultur. Hier spielt er Bass und Tar. Bei David Rothenberg handelt es sich um einen 1962 in den USA geborenen Jazz-Klarinettisten \u2013 und Philosophen, mit einer Vielzahl an Publikationen. Und an Musikver\u00f6ffentlichungen, eigenen wie Gastauftritten. Hier bedient er Klarinette, Bassklarinette und iPad. Als drittes musiziert der 1968 bei G\u00fctersloh geborene Grafikdesigner, Maler und Multimedia-K\u00fcnstler Bernhard W\u00f6stheinrich mit. Solo, als The Redundant Rocker und in diversen Bands ver\u00f6ffentlichte auch er bereits Dutzende Alben. Hier tr\u00e4gt er Piano, Keyboards, virtuelle Synthesizer und Sequencer bei.<br><br>Ganz viel Kunst also, und die setzt sich nicht nur in der Musik durch, sondern auch im Titel: \u201eHomayoun\u201c (\u0647\u0645\u0627\u06cc\u0648\u0646) ist Persisch und hei\u00dft Gl\u00fcck oder gl\u00fcckverhei\u00dfend \u2013 und ist au\u00dferdem die Bezeichnung eines musikalischen Modus\u2018 im Dastg\u0101h-System, und dabei wiederum handelt es sich um ein modales System in der traditionellen Persischen Kunstmusik, das durch seine Tonabst\u00e4nde charakterisiert wird. So weit die schnelle Recherche \u2013 was das genau bedeutet und ob sich das tats\u00e4chlich auch auf dem danach benannten Album niederschl\u00e4gt, wissen vielleicht einige Musikwissenschaftler oder Berliner Radfahrer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (16.03.2023) Dieses offenbar spontan im Studio zusammengef\u00fcgte namenlose Trio aus David Rothenberg, Bernhard W\u00f6stheinrich und Ali Sayah macht keine Kompromisse. 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