{"id":5048,"date":"2023-03-12T20:42:43","date_gmt":"2023-03-12T19:42:43","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5048"},"modified":"2023-03-12T20:42:43","modified_gmt":"2023-03-12T19:42:43","slug":"slowthai-ugly-method-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/slowthai-ugly-method-records-2023\/","title":{"rendered":"slowthai \u2013 UGLY \u2013 Method Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Slowthai-Ugly.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Slowthai-Ugly.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5049\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (12.03.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Haaach \u2013 was ist das f\u00fcr 1 Jahr! Gerade mal knapp mehr als zwei Monate dran am seien, und schon neues Material von zwei meiner liebsten dedicated followers of the UK: Eine Woche vor \u201eUK GRIM\u201c von Sleaford Mods ver\u00f6ffentlicht slowthai als weiterer Chronist des decline of the British Empires sein drittes Album und l\u00e4sst wiederum kein gutes Haar an den rauchenden Tr\u00fcmmern desselben.<\/p>\n\n\n\n<p>YNWA \u2013 You\u2018ll never walk alone. Das kennen wir. Und nun lernen wir: UGLY \u2013 You gotta love yourself. So hei\u00dft slowthais neues Album n\u00e4mlich ausgeschrieben. Tyron Kaymone Frampton, wie slowthai mit b\u00fcrgerlichem Namen hei\u00dft, begeisterte mich im Jahr 2019 mit \u201eNothing Great About Britain\u201c zutiefst, schoss sich dann Anfang 2020 mit einem missgl\u00fcckten und gl\u00fccklicherweise schnell verziehenen Auftritt bei den NME Awards zun\u00e4chst ab, um dann ein Jahr sp\u00e4ter mit \u201eTyron\u201c ein Brett von einem Doppelalbum herauszubringen, das mehr als neugierig auf s\u00e4mtlichen weiteren Output machte.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Und mit UGLY liefert slowthai ein drittes Album, das meiner Meinung nach auch als Deb\u00fct reingehauen h\u00e4tte, als w\u00e4re noch einiges gro\u00dfartig an Gro\u00dfbritannien. Und musikalisch ist es das auch. Bislang habe ich slowthai als ganz hervorragenden reinen Rap\/Grime-Artisten angesehen, und auf diesem Feld ist er auch auf UGLY weiterhin t\u00e4tig, aber nicht nur. Gl\u00fccklicherweise nicht nur, denn dass slowthai rappen kann und dabei einen Flow hat, der seinesgleichen sucht und beim H\u00f6ren Laune macht, hat er auf seinen ersten beiden Alben bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Aber auf UGLY stellt sich slowthai stilistisch breiter auf, als ich das f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte: Der Opener \u201eYum\u201c beginnt mit sanfter Elektronik, Gehechel und einem in aller Deutlichkeit dar\u00fcber gelegtem \u201eYou\u2018re great you\u2018e good you\u2018re king you\u2018re queen, you\u2018re a genius.\u201c Der Song wird lauter, rhythmischer und, ja \u2013 h\u00e4rter. Die Musik baut sich zu einem industriellen Geballer auf und slowthai singt \u201eThe other day I had a conversation with my therapist, I was tellin&#8216; him &#8218;bout situations I always end up in how I act impulsively, how things seem to happen to me. I was sayin&#8216;, \u201aPoor me, sorry me, sorry sir\u2018, he said, \u201aTyron, you just gotta learn to breathe \u2013 imagine you&#8217;re on a staircase and each step you take is a step down from bein&#8216; at that level\u2018. He said, \u201aBreathe, breathe, breathe\u2018.\u201c Das Lustige daran ist, es hat ihn nur mehr angepisst. Am Ende schreit der Protagonist des Songs. Impulsiv und beeindruckend, gro\u00dfes Songwriting.<br><br>Das folgende \u201eSelfish\u201c ist Indie-Rock mit Schlagzeugmaschine, jeder, der in den 80ern musikalisch weitab des Mainstream sozialisiert wurde, f\u00fchlt sich hier zuhause. Der Text besch\u00e4ftigt sich mit der Notwendigkeit des Arschkriechens, um irgendwo aufzusteigen, und der Refrain besteht passenderweise ausschlie\u00dflich aus \u201eI\u2018m just thinkin\u2018 for myself\u201c. Das folgende \u201eSooner\u201c k\u00f6nnte auf jedem Album vertreten sein, an dem Peter Doherty beteiligt war, und das spricht mehr als f\u00fcr sich. Geile Gitarre, geile Melodie, geiler Gesang und zudem noch extrem tanzbar. Wow!<br><br>\u201eFeel Good\u201c klingt wie der Punk der 2020er Jahre, auf \u201eNever Again\u201c croont slowthai zun\u00e4chst und man fragt sich, ob er dem Sprechgesang nun ein f\u00fcr allemal abgeschworen h\u00e4tte, doch bereits in der ersten Strophe rappt er wieder, als h\u00e4tte er seit \u201eNothing Great About Britain\u201c nichts anderes mehr getan, und bringt mit seiner einerseits sch\u00fcchtern klingenden und andererseits unverwechselbaren Stimme die trostlose Hoffnungslosigeit ungewollter Schwangerschaften auf den Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Album springt zwischen Grime und Alternative hin und her und ich bin begeistert, wie gut slowthais Stimme und Gesangsstil abseits des Rap hinhauen. Auf \u201eHappy\u201c muss man sich beispielsweise nur den Refrain anh\u00f6ren, um begeistert zu sein, \u201eFalling\u201c holt dann wieder die Doherty-Fans unter den slowthai-Fans ab, au\u00dferdem h\u00f6rt man slowthai bei diesem Song mal richtig schreien, gro\u00dfartig; auf dem darauf folgenden \u201eWotz Funny\u201c haut die musikalische Untermalung in dieselbe Kerbe wie bei Shame oder den Idles, auch das beherrscht slowthai, ohne dabei weniger als unverkennbar zu werden, mit \u201eTourniquet\u201c folgt danach ein sehr ruhiges St\u00fcck, bei dem sich slowthais Gesang am Ende auch wieder irgendwie in Rage hineinsteigert, und das abschlie\u00dfende \u201e25% Club\u201c erstaunt durch die anf\u00e4nglichen Elektrokl\u00e4nge, \u00fcber die slowthai dann einen unverwechselbaren Gesang legt und sogar Epping Forest erw\u00e4hnt, den ich bislang nur von Genesis kannte. Und ja, ebenso abwechslungsreich finde ich \u201eUGLY\u201c. Wer h\u00e4tte das gedacht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (12.03.2023) Haaach \u2013 was ist das f\u00fcr 1 Jahr! 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