{"id":504,"date":"2013-05-05T14:44:16","date_gmt":"2013-05-05T12:44:16","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=504"},"modified":"2014-02-12T10:47:10","modified_gmt":"2014-02-12T09:47:10","slug":"killing-joke-the-singles-collection-1979-2012-spinefarm-records-2103","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/killing-joke-the-singles-collection-1979-2012-spinefarm-records-2103\/","title":{"rendered":"Killing Joke \u2013 The Singles Collection 1979-2012 \u2013 Spinefarm Records 2013"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-505\" title=\"Killing Joke - The Singles Collection\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Killing-Joke-The-Singles-Collection.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (05.05.2013)<\/p>\n<p>So dicht liegen \u00dcbervollst\u00e4ndigkeit und Unvollst\u00e4ndigkeit beieinander. Killing Joke ver\u00f6ffentlichen eine Singles-Sammlung auf zwei CDs (oder wahlweise auch 33) mit einer Rarit\u00e4ten-CD als Bonus. Es \u00fcberrascht, was im Bunde der 33 alles auftaucht, da bleiben tats\u00e4chlich so gut keine L\u00fccken, und es \u00fcberrascht auch, was das Quartett aus den Archiven kramt, wor\u00fcber selbst Eingeweihte staunen, und doch, gerade dort fragt man sich dann: Wenn schon jener Remix drauf ist, warum nicht die anderen auch? Egal, eine lohnenswerte Anschaffung ist die Dreier-CD auch f\u00fcr den Sammler, und f\u00fcr Entdecker sowieso, die k\u00f6nnen gleich mal karriere\u00fcberspannend bei Killing Joke herausfinden, wo ihre neueren Lieblingsbands so geklaut haben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Insbesondere in ihrer zweiten Lebensh\u00e4lfte ist die Band bei der Auflistung ihrer Singles sehr akribisch. Die zweite CD beginnt gleich mit einem Track, den sich selbst Sammler kaum bei eBay leisten k\u00f6nnen: der \u201eFlexi-Disc Version\u201c von \u201eThe Beautiful Dead\u201c. Obskurer und rarer geht es kaum, und welche andere Band h\u00e4tte \u00fcberdies eine Flexi-Disc in ihre Singles-Discografie aufgenommen. In den 90ern dann begann die Band damit, zu den Album-Versionen alternative Single-Versionen abzumischen, und die sind hier vertreten. Mit \u201eHosannas From The Basements Of Hell\u201c begann die Zeit der raren Singles, die es lediglich \u00fcber einen bestimmten Mailorder zu erwerben gab, und auch die sind alle enthalten; von \u201eGhosts Of Ladbroke Grove\u201c indes die B-Seite, der \u201eDub Edit\u201c n\u00e4mlich. Dazu, fast genauso obskur wie die Flexi-Disc, eine Record-Store-Day-Single, n\u00e4mlich \u201eFresh Fever From The Skies\u201c, das sich von der Albumversion gar nicht unterscheidet und daher fast obsolet ist. Aber eben zur Vollst\u00e4ndigkeit beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die erste Karriereh\u00e4lfte beginnt erstaunlicherweise nicht mit dem Titeltrack der Deb\u00fct-EP \u201eTurn To Red\u201c, sondern mit dem darauf enthaltenen \u201eNervous System\u201c, das parallel separat als Single und 10\u201c erschienen war. Es folgen die fr\u00fchen Postpunk-Sachen, inklusive der Single-Only-Releases \u201eBirds Of A Feather\u201c, \u201eMe Or You?\u201c und \u201eA New Day\u201c. Jener Song leitet zur Pop-Phase \u00fcber, inklusive \u201eLove Like Blood\u201c, und endet mit den Singles zum ungerechtfertigterweise unbeliebtesten Album \u201eOutside The Gate\u201c. In dieser Liste erscheint dann die erste L\u00fccke: Es fehlt \u201eChange\u201c, sowohl als 1980er-Single als auch als 1992er \u201eThe Spiral Tribe Mix\u201c und \u201eYouth Mixes\u201c. \u201eChange\u201c taucht dann auf der 33er-Version als B-Seite zu \u201eRequiem\u201c auf, das wird der Grund sein.<\/p>\n<p>Die dritte CD mit den Rarit\u00e4ten l\u00e4sst den Fan sich freuen und wundern. Freude gibt\u2019s \u00fcber die drei Sampler-Beitr\u00e4ge aus den 90ern, die der Fan sicherlich ohnehin zusammengesammelt hat, \u201eDrug\u201c vom zweiten \u201eMortal Kombat\u201c-Soundtrack, \u201eOur Last Goodbye\u201c vom \u201eFree The West Memphis Three\u201c-Sampler und \u201eHollywood Babylon\u201c vom \u201eShowgirls\u201c-Soundtrack, alle drei wundervolle St\u00fccke, die nicht zu kennen ein Vers\u00e4umnis ist, und die Freude des Sammlers wird gr\u00f6\u00dfer, weil letzterer Song in einer bislang unbekannten l\u00e4ngeren Version vorliegt. Es folgen drei St\u00fccke aus den Sessions zu \u201eAbsolute Dissent\u201c, mit \u201eFour Stations Of The Sun\u201c ein lang gesuchter Track aus den \u201eDemocracy\u201c-Sessions und das hochgradig brillante \u201eZennon\u201c von der \u201eLoose Cannon\u201c-DVD-Single. Zwei weitere St\u00fccke werfen indes Fragen auf: Warum ein \u201eRadio Edit\u201c von \u201eMoney Is Not Our God\u201c? Warum der \u201eAotearoa Mix\u201c von \u201ePandemonium\u201c, wo bleibt der von \u201eMathematics Of Chaos\u201c, und wo bleibt das obskure \u201eAn Irrational Auld Court Jester Talks (A Spiralling Recession In Time Mix)\u201c, das auf einer \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 neuseel\u00e4ndischen CD-Rom namens \u201eAotearoa\u201c enthalten ist? Zwar gibt es diverse Rarit\u00e4ten bereits auf den Wiederver\u00f6ffentlichungen der Killing-Joke-Alben als Bonus, aber es kamen ja neue hinzu. Und es gab weitere Sampler-Beitr\u00e4ge, Remixe etwa, die hier fehlen, etwa der \u201eHideous Mix\u201c von \u201eMoney Is Not Our God\u201c, der \u201eUnited Nations Mix\u201c von \u201eDemocracy\u201c sowie die \u201eHallocinogenic\u201c-Mixe von \u201eFour Stations Of The Sun\u201c und \u201eJana\u201c. Dennoch, die dritte CD ist eine gro\u00dfe Freude \u2013 obwohl es erstaunt, dass sie nur zehn Tracks enth\u00e4lt, k\u00fcndigte die Band auf ihrer Webseite doch 16 St\u00fccke an. Es fehlen: \u201eTransient Place\u201c von \u201eFreispiel: The Soundtrack\u201c (eigentlich kein Killing-Joke-Song, sondern ein Session-St\u00fcck unter Teilnahme von KJ-Musikern), der \u201eNaval Mix\u201c von \u201eWardance\u201c (von der Kassetten-Single zu \u201eSanity\u201c), der \u201eAcapella Mix\u201c von \u201eRequiem\u201c, \u201eiBuy\u201c mit Tim Burgess von den Charlatans, eine \u201eIntellect\u201c-Version mit dem Violinisten Aboud Abdel Al sowie zwei Belege f\u00fcr die bedauerliche Schwachk\u00f6pfigkeit der musikalischen Genies, n\u00e4mlich ein schamanisches Ritual in der K\u00f6nigskammer der Gizeh-Pyramide und ein philosophischer Dialog, jeweils mit Jaz Coleman und Youth. Wei\u00df der Geier, wo all diese St\u00fccke nun gelandet sind.<\/p>\n<p>Wer viel Geld ausgeben wollte, konnte sich bei Pledge Music auch die Box mit den 33 CDs (plus Bonus-CD) zulegen. Die allerdings nun wirklich auch dem Fan mehr W\u00fcnsche offen l\u00e4sst als erf\u00fcllt, abgesehen von der Flexi-Disc-Sache. Denn der Fan, der alle Singles zu Hause im Regal hat, wei\u00df, dass diese auf Einzel-CDs gebannten Ur-Singles weitgehend unvollst\u00e4ndig sind. \u201eAlmost Red\u201c hat als 12\u201c vier St\u00fccke, die erste CD bringt aber nur die beiden der \u201eNervous System\u201c-Single, nicht mal den dritten Track der gleichnamigen 10\u201c-Version. Da war die \u201eChaos For Breakfast\u201c-Compilation vor neun Jahren mit den ersten vier Singles kompromissloser, also vollst\u00e4ndiger. Sehr viele St\u00fccke der 80er haben als 12\u201c mindestens einen Track mehr, \u201eMe Or You?\u201c als Doppel-7\u201c ebenfalls, in den 90ern kamen mit den Maxi-CDs diverse Bonus-Remixe dazu, die hier fehlen, sowie die St\u00fccke, die die j\u00fcngsten Singles zu wahren EPs machten. Lediglich mit der allerletzten Single \u201eCorporate Elect\u201c locken die Jungs den Fan: Darauf ist mit dem \u201eBloody Beetsroots Remix\u201c von \u201eIn Cythera\u201c ein tats\u00e4chlich sonst nirgendwo erh\u00e4ltliches St\u00fcck als Bonus drauf.<\/p>\n<p>Ansonsten l\u00f6blich: Die Band verzichtet auf eine ausschlie\u00dflich f\u00fcr diese Compilation produzierte neue Single, anders als etwa die gleichalten Simple Minds auf der gleichzeitig erschienenen Best-Of \u201eCelebrate: The Greatest Hits\u201c, und liefert stattdessen Archivsch\u00e4tze. Dennoch, eine dergestalt umtriebige und produktive Band kann nur unvollst\u00e4ndig bleiben. Spa\u00df macht die Melange aus Punk, Post Punk, Dub, Metal, Pop, Techno und Klassik auf jeden Fall \u2013 denn so breitgef\u00e4chert wie bei Killing Joke und doch so eigenst\u00e4ndig und wiedererkennbar ist kaum ein Band-Sound auf diesem Planeten.<\/p>\n<p>[Edit 12.02.2014] Der &#8222;Bloody Beetsroots Remix&#8220; von &#8222;In Cythera&#8220; ist nat\u00fcrlich sehr wohl auch anderswo enthalten: auf der &#8222;Corporate Elect&#8220;-Single n\u00e4mlich. Und auf der ebenfalls via Pledge finanzierten &#8222;In Dub&#8220;-Compilation, die es bereits als Download gibt und die demn\u00e4chst auch analog ver\u00f6ffentlicht wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.05.2013) So dicht liegen \u00dcbervollst\u00e4ndigkeit und Unvollst\u00e4ndigkeit beieinander. Killing Joke ver\u00f6ffentlichen eine Singles-Sammlung auf zwei CDs (oder wahlweise auch 33) mit einer Rarit\u00e4ten-CD als Bonus. 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