{"id":5039,"date":"2023-03-07T22:09:56","date_gmt":"2023-03-07T21:09:56","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5039"},"modified":"2023-03-07T22:09:56","modified_gmt":"2023-03-07T21:09:56","slug":"dobbeltgjenger-the-twins-apollon-records-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/dobbeltgjenger-the-twins-apollon-records-2023\/","title":{"rendered":"Dobbeltgjenger \u2013 The Twins \u2013 Apollon Records 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Dobbeltgjenger-The-Twins.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Dobbeltgjenger-The-Twins.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5040\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (07.03.2023)<br><br>Fetzige Melancholie und melodische Tanzbarkeit als catchy Rockmusik, so kommen Dobbeltgjenger aus Bergen auf ihrem vierten Album \u201eThe Twins\u201c daher. Darauf mischt das Quartett Anlehnungen an guten Achtziger-Pop, den Dance Rock (offizielle Wikipedia-Klassifizierung) von !!!, den Funk von INXS und den Synthierock (ebenfalls Wikipedia) des Deb\u00fcts der D\u00e4nischen Nachbarn Spleen United zu einer gutgelaunten Depressions-Verarbeitungs-Platte. \u201eThe Twins\u201c ist ungemein ohrwurmlastig und mitrei\u00dfend, die Norweger kombinieren Rockinstrumente und Electroeffekte auf eine organische Weise zu einer Radiomusik, wie man sie sich 2023 viel viel lieber w\u00fcnschte als die, die man stattdessen zu h\u00f6ren bekommt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Hier ist scheinbar alles auf den Effekt ausgelegt, und der Effekt soll wohl maximal eing\u00e4ngige Unterhaltung sein. Die Songs funktionieren als Popwerkzeuge, die in ihrer regelm\u00e4\u00dfigen Anwendung trotz dunkler Themen f\u00fcr eine angenehme Grundstimmung beim Konsumenten sorgen. Mit deutlich mehr Qualit\u00e4t als alles, was \u201edie Hausfrau nicht beim B\u00fcgeln\u201c st\u00f6ren soll (Zitat Kr\u00fcger), da hebt es \u201eThe Twins\u201c sehr weit \u00fcber das Gew\u00f6hnliche hinaus. Obschon man es bei Dobbeltgjenger mit h\u00f6rbar versierten Musikern zu tun bekommt, setzen sie ihre F\u00e4higkeiten nicht dazu ein, komplexe St\u00fccke und Sounds zu erstellen, sondern funktionale Songs mit komplexer Tapete; ein kurzes Gitarrensolo wie in \u201eBlood Money\u201c stellt die Ausnahme zur Regel dar. Auch in den Songl\u00e4ngen h\u00e4lt die Band in den 13 Liedern vornehmlich das klassische Radioformat ein.<br><br>Hier spielt alles zusammen: Der Gesang transportiert vielseitige, abwechslungsreiche Melodien, die dabei auch noch eing\u00e4ngig sind, dazu gibt es dicht gespielte Musik mit Elementen aus Rock und Synthiepop, die zusammengenommen weder das eine noch das andere klar bedienen, aber auch nicht verweichlicht wirken. Ihre Songs durchsetzen die vier mit Breaks und Fills, die sie passend zum Rest anordnen, die den Fluss nicht unterbrechen, die H\u00f6renden aber bei der Stange halten und die ganze Platte bemerkenswert machen. Druck machen sie auch mal, den aber weder heavy noch opulent, sondern \u2013 kompakt. Und: sch\u00f6n! Bis hinein in die Balladen, etwa \u201eToughen Up\u201c oder der sich kurz in ein Inferno hineinsteigernde Rausschmei\u00dfer \u201eDone\u201c.<br><br>Einziger Nachteil mag sein, dass man sich bei einigen Elementen an Vertrautes erinnert f\u00fchlt, aber die Gesamtheit l\u00e4sst doch vorrangig die H\u00fcften wackeln als den Kopf greinen. \u201ePink\u201c etwa zitiert ausnehmend ungeniert die Pop-Funk-Licks von INXS. Sobald die St\u00fccke mal etwas r\u00e4udiger sind, wie beispielsweise \u201eShoot\u201c, erinnern sie an die druckvolle Imperativmusik von !!!, die das Tanzen ja nahezu erzwingt. Und den Mix aus Rock und Electro ohne explizit Roll und Dance kennt man so ann\u00e4hernd von Spleen United, die sich derzeit \u00fcbrigens nach zehn Jahren Pause auf ihren zweiten Fr\u00fchling vorbereiten. \u00c4hnlich wie die Nachbarn machen Dobbeltgjenger zwar rockifizierte Tanzmusik und predigen nicht den Hedonismus, sondern lassen auch melancholische Z\u00fcge zu: \u201eLike A Crocodile\u201c etwa beginnt mit einem dunklen Synthie-Drone, das Tempo ist reduziert, die Akkorde werfen Schatten. Und so ein Bisschen Bee Gees mag man im hohen Gesang dann auch ausmachen, beispielsweise inmitten von \u201eGenghis Khan\u201c, so etwas passt ja auch zu handgespielter Discomusik.<br><br>Das mit der Melancholie hat durchaus eine inhaltliche Entsprechung: Songwriter und Bandkopf Vegard Wikne verarbeitet in mit dem Album seine Depressionen und den Kampf mit seinem dunklen inneren Zwilling. Wie gut, dass er mit Bassist Jone Kuven, Ossicles- und Major-Parkinson-Schlagzeuger Sondre Sagstad Veland, Gitarrist Knut-Martin Langeland Rasmussen sowie Ossicles-Gastmusiker Bastian Veland so versierte und mitf\u00fchlende Mitstreiter hat. Zusammen belegen sie, dass Komplexit\u00e4t und Eing\u00e4ngigkeit keine Widerspr\u00fcche sein m\u00fcssen. So machen Depressionen gute Laune.<br><br>\u201eThe Twins\u201c ist das vierte Album von Dobbeltgjenger, nach \u201eWhen I\u2019ve Gone To Space\u201c 2016, \u201eLimbohead\u201c 2018 und \u201eSmooth Failing\u201c 2021. Es gab einen Besetzungswechsel, Bassist Jakob S\u00f8nnesyn ist seit diesem Album nicht mehr dabei. Das neue ist das kompakteste der vier Alben, auf den ersten dreien integrieren sie das Verspielte, Experimentelle und auch Rockige noch nicht so in einen dichten Gesamtsound, sondern lassen es noch eher jeweils f\u00fcr sich wirken. Es findet also eine Entwicklung statt, hin zu \u201eThe Twins\u201c. Erstaunlich \u00fcbrigens, dass sie bereits 2018 mit \u201eTin Foil Hat\u201c \u00fcber Aluhuttr\u00e4ger l\u00e4sterten. Vision\u00e4r!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (07.03.2023) Fetzige Melancholie und melodische Tanzbarkeit als catchy Rockmusik, so kommen Dobbeltgjenger aus Bergen auf ihrem vierten Album \u201eThe Twins\u201c daher. 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