{"id":5018,"date":"2023-03-02T22:34:10","date_gmt":"2023-03-02T21:34:10","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5018"},"modified":"2023-03-12T20:58:10","modified_gmt":"2023-03-12T19:58:10","slug":"spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-14\/","title":{"rendered":"Spezial: addicted\/noname Label aus Moskau, Teil 14"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"110\" height=\"110\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3052\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (01.03.2023)<br><br>Ein kleiner Blick in die zur\u00fcckliegenden Monate und wie sie sich auf das fabelhafte Moskauer Label addicted\/noname auswirkten. Zu finden ist wie immer eine breite Palette an Stilen und Sounds: Fl\u00f6tendominierter Psychedelic Rock mit \u0411\u0443\u0440, psychedelischer Doom mit Spaceking, tanzbarer Avantgarde-Indierock mit \u041b\u0410\u041d\u042c, vielseitiger Black Metal mit Gigr\u00f8ma, melodischer In-die-Fresse-Thrash-Doom mit Crust und schleppender Hardcore-Sludge mit Erbo.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/\u0411\u0443\u0440-\u0411\u0443\u0440.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/\u0411\u0443\u0440-\u0411\u0443\u0440.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5019\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>\u0411\u0443\u0440 \u2013 \u0411\u0443\u0440 (2023)<\/strong><br><br>Diverse Block- und Querfl\u00f6ten und sogar eine Kazoo kommen auf dem selbstbetitelten Deb\u00fct des Psychedelic-Rock-Quartetts \u0411\u0443\u0440 (Bur) aus St. Petersburg zum Einsatz. Ihre Musik lassen die vier entspannt vor sich hin grooven und decken die Melodien eben mit diesen jazzig eingesetzten Blasinstrumenten ab. Man f\u00fchlt sich in die Hippiezeit der Sechziger zur\u00fcckversetzt, in den Fusion Jazz oder in die W\u00fcste entf\u00fchrt, an Lalo Schifrins Soundtracks erinnert. Das Soundtrackartige tr\u00e4gt die instrumental gehaltene Musik der Band zum Teil in den Songtiteln mit, wie dem der Vorabsingle \u201eKusturica\u201c oder wie in \u201eFrankenstein\u201c. Und manche Fl\u00f6tent\u00f6ne erinnern an das \u201eMission: Impossible Theme\u201c, aber nur leicht.<br><br>F\u00fcr ihr Deb\u00fct holten sich \u0411\u0443\u0440 haufenweise G\u00e4ste ins Studio, und so divers klingt dann auch das Gesamtergebnis, obschon die Fl\u00f6ten eine Konstante \u00fcber vielen der Tracks darstellen. Inmitten des krautig groovenden Psychedelic Rocks ragt pl\u00f6tzlich ein Achtziger-Schmockrock-St\u00fcck mit dem programmatischen Titel \u201e80\u2019s\u201c auf, mit Synthiedrums, Gniedelgitarre und textlosen Shoutsings, ein Spa\u00df! Anschlie\u00dfend verlegt sich die Band wieder aufs Psychedelische, probiert sich im Postrock aus, l\u00e4sst Leute auf Deutsch reden und die Bong kreisen und fl\u00f6tet zuletzt noch mal richtig ausufernd funky, jazzfusionierend, groovend, krautig, spacig, episch \u2013 im abschlie\u00dfenden 17 Minuten langen, \u00fcberw\u00e4ltigend wechselhaften Track.<br><br>\u0411\u0443\u0440 entstand 2017 aus dem St. Petersburger Musikerkollektiv Ohm, die heutige Besetzung manifestierte sich nach einem Geburtstagsgig f\u00fcr das Addicted-Label, und zwar mit Alexsandra Strogaleva, die die Fl\u00f6ten, das Kazoo und ihre Stimme einsetzt, Bassist Stanislav Chelapko, Schlagzeuger Evgeniy Viharev und Gitarrist Maksim Kononov. Als G\u00e4ste auf dem Album dabei sind: Aniya Faizrahmanova (\u0410\u043d\u0438\u044f \u0424\u0430\u0439\u0437\u0440\u0430\u0445\u043c\u0430\u043d\u043e\u0432\u0430), Yaruk Ganaev, Lyubov&#8216; Melochnaya (\u041b\u044e\u0431\u043e\u0432\u044c \u041c\u0435\u043b\u043e\u0447\u043d\u0430\u044f) und Ri Vinogradova mit Gesang, Dichterin Milyausha Gafurova (\u041c\u0438\u043b\u04d9\u04af\u0448\u04d9 \u0413\u0430\u0444\u0443\u0440\u043e\u0432\u0430), Vee Pokrovski mit Kehlgesang, die Percussionisten Yoel Gonzalez und Roman Galibov sowie Fl\u00f6tist Shanti Sena.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Spaceking-Anticosmic-Stoner-Metal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Spaceking-Anticosmic-Stoner-Metal.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5020\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Spaceking \u2013 Anticosmic Stoner Metal (2022)<\/strong><br><br>Zum dritten Mal veranstalten Spaceking einen psychedelisch doomenden L\u00e4rm, dass man sich headbangend am Sessel festketten muss \u2013 und staunt, dass es sich bei Spaceking immer noch um lediglich zwei Musiker handelt. Ivan Zakharov spielt Bass, Gitarre und Keyboards und Kirill Dmitriev Schlagzeug und Percussion \u2013 Gesang gibt es keinen und G\u00e4ste auch nicht, die beiden St. Petersburger kommen sehr gut allein zurecht.<br><br>Den Bass fuzzen sie ordentlich und metaln spacigen Stoner-Sludge-Doom dr\u00fcber. Den variieren sie, lassen ihn ab- und anschwellen, g\u00f6nnen ihm kosmische Ruhe, um dann wieder antikosmisch loszubrettern. Zwei Leute, die agiler ihre Spuren \u00fcbereinanderschichten als so manche vollst\u00e4ndige Band \u2013 was f\u00fcr ein fetter Sound, auch noch dicht produziert, mindestens so dicht wie die Rauchschwaden im Studio.<br><br>Der Albumtitel \u201eAnticosmic Stoner Metal\u201c referiert dieses Mal nicht wie gewohnt an ein etabliertes Werk des Progrock, dem sich das Duo selbst auch noch zuordnet. Das zweite Album hie\u00df n\u00e4mlich vor sieben Jahren \u201eThe Piper At The Gates Of Stone\u201c und das Deb\u00fct vor zehn Jahren \u201eIn The Court Of The Spaceking\u201c, diese Progrock-N\u00e4he l\u00e4sst das Duo hier eher hinter sich und widmet sich dem zugedr\u00f6hnten Rock\u2019n\u2019Roll; Titel wie \u201eBongrider 666\u201c sprechen klare Worte. Auf diese \u201eJourney\u201c, so der Titel des letzten Tracks, l\u00e4sst man sich gern ein.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/\u041b\u0410\u041d\u042c-\u0412\u043e\u043b\u0448\u0435\u0431\u043d\u044b\u0439-\u043c\u0438\u0440-\u0433\u0440\u0451\u0437-\u0421\u0438\u043d\u0438\u0439-Mix.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/\u041b\u0410\u041d\u042c-\u0412\u043e\u043b\u0448\u0435\u0431\u043d\u044b\u0439-\u043c\u0438\u0440-\u0433\u0440\u0451\u0437-\u0421\u0438\u043d\u0438\u0439-Mix.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5021\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>\u041b\u0410\u041d\u042c \u2013 \u0412\u043e\u043b\u0448\u0435\u0431\u043d\u044b\u0439 \u043c\u0438\u0440 \u0433\u0440\u0451\u0437 (\u0421\u0438\u043d\u0438\u0439 Mix) (2022)<\/strong><br><br>\u041b\u0430\u043d\u044c, Damhirsch, Dama Dama, nennt sich das Moskauer Quartett, das ausschlie\u00dflich aus Nichtmoskauern besteht und eine Art Avantgarde-Rock spielt, den es mit allerlei Elementen versetzt, die man gar nicht so genau zuordnen kann, was ja eben gerade gut ist. Rockmusik ist also lediglich die schwer definierbare Grundlage f\u00fcr das, was die Leute hier veranstalten. An mancher Stelle f\u00fchlt man sich an experimentelle Exkurse ins New York der sp\u00e4ten Siebziger versetzt, angelehnt an die Talking Heads etwa, auch in deren spr\u00f6der Tanzbarkeit. Manche Passagen gemahnen vielmehr an Wavemusik der Achtziger, andere an filigranen Neunziger-Indierock, dann gesellen sich psychedelische Elemente hinzu, kurz darauf flirrende Synthiesounds. Der klar artikulierte Gesang ist bisweilen vielmehr ein melodisches Sprechen, Mahnen, Fordern. Auf jeden Fall ist es ausnehmend einfallsreich, was die Leute hier in ihren sperrigen, r\u00e4udigen Songs unterbringen. Die Band selbst ordnet sich auch in Post-Punk und Industrial ein, und wenn man so will, kann man in manchen dunkel-repetetiven Phasen Anlehnungen an fr\u00fchere Swans heraush\u00f6ren, nur ohne deren Willen zu erdr\u00fcckendem L\u00e4rm.<br><br>Was es nun mit dem \u201eBlauen Mix\u201c des Albums \u201eZauberwelt der Tr\u00e4ume\u201c auf sich hat, ist eher r\u00e4tselhaft, da es einen anderen Mix dieses Deb\u00fcts gar nicht gibt. Daf\u00fcr aber mit \u201e\u0421\u043b\u043e\u0432\u043d\u043e \u0431\u0435\u043b\u044b\u0435 \u043b\u044e\u0434\u0438\u201c (\u201eWie Wei\u00dfe\u201c) eine Vorab-Single in zwei Versionen, die sich von der auf dem Album unterscheiden. Ja, die Titel verraten es: Die Texte sind durchgehend auf Russisch gehalten.<br><br>Die beiden Bandgr\u00fcnder des Jahres 2015 sind heute noch dabei: Victor Bragin mit Rhythmusgitarre, Gesang und Samples sowie Pavel Peretolchin mit Schlagzeug und elektronischer Percussion. Bass, Keyboards und zus\u00e4tzlicher Gesang kommen inzwischen von Dmirty Semenovykh und die Lead-Gitarre von Evgeny Zarubitsky. Weitere am Album Partizipierende sind Nikita Onisenko mit Sampling und Percussion, Polina Borisova mit Fl\u00f6te, Roman Baranyuk mit Tamburin und Aleksandra Lakonkina mit Backingvocals. So wild der Instrumentenmix sich hier darstellt, ist auch die Musik: Ein irrer Trip, auf den man sich da begibt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Gigroma-\u0427\u0435\u043b\u043e\u0432\u0435\u043a-\u0441\u043e\u0437\u0434\u0430\u0442\u0435\u043b\u044c-\u0441\u043c\u0435\u0440\u0442\u0438.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Gigroma-\u0427\u0435\u043b\u043e\u0432\u0435\u043a-\u0441\u043e\u0437\u0434\u0430\u0442\u0435\u043b\u044c-\u0441\u043c\u0435\u0440\u0442\u0438.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5022\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Gigr\u00f8ma \u2013 \u0427\u0435\u043b\u043e\u0432\u0435\u043a \u0441\u043e\u0437\u0434\u0430\u0442\u0435\u043b\u044c \u0441\u043c\u0435\u0440\u0442\u0438 (2022)<\/strong><br><br>Bei Gigr\u00f8ma aus St. Petersburg handelt es sich abermals um ein Duo: Gitarrist und S\u00e4nger Sergey Telichko (\u0421\u0435\u0440\u0433\u0435\u0439 \u0422\u0435\u043b\u0438\u0447\u043a\u043e) und Schlagzeuger Vladimir Zankevich lassen ihren poetischen Black Metal ohne organischen Bass auskommen. Nun also das erste Album \u201eDer Mensch, der Sch\u00f6pfer des Todes\u201c, auf dem sich das neu formierte Duo bei klassischen Texten unter anderem von Alexander Sergejewitsch Puschkin und Hermann Hesse bediente.<br><br>Die Musik hingegen scheint dies gar nicht zu reflektieren: Black Metal, mit allem, was dazugeh\u00f6rt, und das ist heutzutage eine Menge, von klassischen Blastbeats und Flirrgitarren bis zu postmoderner doomiger Atmosph\u00e4re. All das bedient das Duo und keift dazu auf Russisch, dass es eine Freude ist. Um den Sound so fett zu bekommen, arbeiten Gigr\u00f8ma mit diversen Mitteln, darunter einem programmierten Bass und einem zus\u00e4tzlichen Amp f\u00fcr die Gitarre. Auch in fett ist die Musik trotzdem dem Genre entsprechend kalt, ebenso in den ruhigeren, postschwarzmetallischen und sogar postrockigen Passagen. So abwechslungsreich sind die Tracks des Duos n\u00e4mlich, und dadurch wird das ganze Album herrlich vielseitig. Und dabei auch noch so geil gespielt, die beiden Jungs k\u00f6nnen was an ihren Apparaten!<br><br>So richtig neu ist im Black Metal nur schwierig etwas zu generieren, hier ist es der Stilmix, mit dem Gigr\u00f8ma punkten. Und da die beiden Protagonisten dies selbst wissen, legen sie ihre Einfl\u00fcsse offen dar, und die decken ebenjene Bandbreite ab wie das Album, von Wiegedood \u00fcber Sunn O))) und Wolves In The Throne Room bis Downfall Of Gaia und mehr. Kann man nur abnicken und erfreut feststellen, dass die beiden etwas gutes Eigenes daraus machen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Crust-Wanderers.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Crust-Wanderers.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5023\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Crust \u2013 Wanderers (2022)<\/strong><br><br>Geil, neue Musik von Crust! M\u00e4chtig harten Speed-Doom machen die drei Moskauer hier wieder, brutal, episch, riffig, volumin\u00f6s, in die Fresse und in die Seele gleicherma\u00dfen. Streckenweise erinnert der L\u00e4rm hier sogar an fr\u00fchen Thrash von Sepultura, und wenn\u2019s richtig schnell wird, k\u00f6nnte man \u201eWanderers\u201c glatt in die Black-Metal-Schublade einordnen. Aber nur tempor\u00e4r und nicht ins Tiefk\u00fchlfach, denn daf\u00fcr zaubern die drei hier echt viel zu viel aus dem Hut, was sie beherzt durch den beheizten Fleischwolf drehen.<br><br>Flirrend-melodischen Postrock kann man hier n\u00e4mlich au\u00dferdem h\u00f6ren wollen, Hardcore, Death Metal, was nicht alles, das sch\u00fctteln die drei einfach so aus dem \u00c4rmel und kombinieren es nicht nur sinnig, sondern gestalten ein schl\u00fcssiges Werk daraus, bei dessen Genuss die diversen Einzelelemente nicht als aneinandergereihte Bl\u00f6cke auftreten. Crust machen Crustmusik, aber keinen Crust. M\u00fcssen sie ja auch nicht.<br><br>Crust sind S\u00e4nger und Bassist Arthur Filenko, Gitarrist und Effektingenieur Vlad Tatarsky und Schlagzeuger Roman Romanov. Der Bandname ist nat\u00fcrlich verwechselbar, den gibt\u2019s h\u00e4ufiger, aber eine Musik wie diese in der Kombination nicht. \u201eWanderers\u201c ist nach \u201eThe Promised End\u201c, \u201eStoic\u201c und \u201e\u2026 And A Dirge Becomes An Anthem\u201c das vierte Album seit 2019, zudem kamen ab 2015 noch unz\u00e4hlige EPs und Singles dazu. Konzeptionell vertonen Crust hier den Doom, in den der Mensch geboren wird, und mal ehrlich, wenn der so klingt, ist das doch alles gar nicht so schlimm! So sch\u00f6n kann Brutalit\u00e4t sein.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/\u041c\u0420\u0410\u0417\u042c-\u0412\u0441\u0435-\u0432\u0437\u0440\u043e\u0441\u043b\u044b\u0435-\u043b\u044e\u0434\u0438.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/\u041c\u0420\u0410\u0417\u042c-\u0412\u0441\u0435-\u0432\u0437\u0440\u043e\u0441\u043b\u044b\u0435-\u043b\u044e\u0434\u0438.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5024\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>\u041c\u0420\u0410\u0417\u042c \u2013 \u0412\u0441\u0435 \u0432\u0437\u0440\u043e\u0441\u043b\u044b\u0435 \u043b\u044e\u0434\u0438 (2022)<\/strong><br><br>\u043c\u0440\u0430\u0437\u044c hei\u00dft Abschaum, also ein klassischer Punkname f\u00fcr das Moskauer Quartett. \u201eAlle Erwachsenen\u201c ist das Deb\u00fctalbum nach den zwei Singles \u201e\u0420\u043e\u0434\u0438\u0442\u0435\u043b\u0438\u201c und \u201e\u0422\u043e\u043d\u043d\u0435\u043b\u044c\u043d\u044b\u0439 \u0441\u0438\u043d\u0434\u0440\u043e\u043c\u201c, die auch beide hier enthalten sind. Die vier Musiker nutzen ihren groovenden Post-Hardcore-L\u00e4rm, um dazu ordentlich eruptiv herumschreien zu k\u00f6nnen. Und das mit dem Groove, das haben sie drauf, sie machen nicht einfach nur L\u00e4rm, das hat Struktur, Drive, Energie. Bock auf Pop hat hier trotzdem keiner, die Sch\u00f6nheit liegt hier vielmehr in der Wut, in der schlechten Laune, in der Aggressivit\u00e4t.<br><br>Daf\u00fcr m\u00fcssen \u043c\u0440\u0430\u0437\u044c nicht mal zwingend Tempo machen, die Wucht ihrer Wut dr\u00fccken die vier auch mit heavy Kopfnicker-Riffs aus. Etwas flotter k\u00f6nnen sie aber auch, mal inmitten eines Songs auf die Tube dr\u00fccken beispielsweise. Und immer wieder vom gerotzten Gesang ins Geschrei umschalten. Die Band hat Feuer unterm Hintern und ausnehmen \u00fcble Laune, da wundert es sehr, wie vielseitig und streckenweise sogar verspielt ihnen dabei ihr Krach gelingt. Gegen Ende des Albums m\u00f6chte man trotzdem einmal laut zur\u00fcckschreien.<br><br>Das Noiserock-Quartett besteht aus S\u00e4nger \u041c\u0430\u043a\u0441\u0438\u043c (Maxim), Schlagzeuger \u0410\u043b\u0435\u043a\u0441\u0430\u043d\u0434\u0440 (Alexander), Bassist \u0414\u043c\u0438\u0442\u0440\u0438\u0439 (Dmitry) und Gitarrist \u0420\u043e\u043c\u0430\u043d (Roman). Beachtenswert ist hier nicht nur die Musik, sondern auch das Artwork: Singles und Album sind ausnehmend \u00e4sthetisch bebildert, mit verst\u00f6renden Portr\u00e4ts; das Album ziert ein melancholisch dreinblickender Mann im Anzug, dessen Gesicht verschrammt ist. Ein beachtliches Deb\u00fct, das aufhorchen l\u00e4sst \u2013 schon allein, wenn man so angebr\u00fcllt wird.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Erbo-Iare.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Erbo-Iare.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5025\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Erbo \u2013 Iare (2022)<\/strong><br><br>\u10d4\u10e0\u10d1\u10dd, Erbo, ist Georgisch und hei\u00dft Butterschmalz. Das geht schon mal gut los mit diesem Moskauer Trio mit georgischen Wurzeln! Ausgangspunkt f\u00fcr die Gr\u00fcndung dieser Band waren die Jamsessions der beiden Gitarristen George\/Georgiy Tolordava und Viktor Diachkov, die in ihrem K\u00e4mmerlein einen dicken, harten, magmaartigen Gitarrensound zu generieren versuchten, und sich darin erst als vollst\u00e4ndig empfanden, sobald Schlagzeuger Miahail Rakaev dazukam \u2013 sie somit also auch das Fehlen einen Bassisten nicht als Leerstelle auffassten.<br><br>Nun sind schwere Gitarren mit Schlagzeug allein kein Erkennungszeichen f\u00fcr eine musikalische Ausrichtung, und die ist im Falle von Erbo nicht so einfach zu bestimmen. Man h\u00f6rt eine Art noisigen Post-Hardcore, der in die Sludge-Richtung geneigt ist, versetzt mit den flirrenden Gitarren und der zur\u00fcckgenommenen Energie des Postrock sowie dem Groove des spacig verstonerten Indierock. Dabei haben sie keine Eile, vielmehr malmen sie ihre Wucht in die Welt, denn es steckt in ihr die Wut auf die Welt, und wo geh\u00f6rt die besser hin als mitten hinein. Zu allem singen bis schreien Erbo ihre Texte auf Georgisch, was dem L\u00e4rm eine mystische Komponente hinzuf\u00fcgt.<br><br>Vier Songs in 21 Minuten schichten Erbo hier auf. Die Titel transkribiert das Trio in lateinische Buchstaben: \u201eIare\u201c, Georgisch \u201e\u10d8\u10d0\u10e0\u10d4\u201c, hei\u00dft \u201eGehe weiter\u201c. \u201eAq var\u201c, \u201e\u10d0\u10e5 \u10d5\u10d0\u10e0\u201c, \u201eIch bin hier\u201c. \u201eAq vidgebi\u201c, \u201e\u10d0\u10e5 \u10d5\u10d8\u10d3\u10d2\u10d4\u10d1\u10d8\u201c, \u201eIch werde hier stehen bleiben\u201c. \u201eShekitkhva\u201c, \u201e\u10e8\u10d4\u10d9\u10d8\u10d7\u10ee\u10d5\u10d0\u201c, \u201eFrage\u201c. An den hohen Gesang muss man sich erst gew\u00f6hnen, aber das hat man bei Geddy Lee ja auch irgendwann hinbekommen. Aktuell arbeitet das Trio offenbar an weiterem Material, und angesichts dieses erbaulichen Deb\u00fct-Brockens kann man sich darauf nur freuen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/noname666.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Der Bandcamp-Link zu addicted\/noname<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.03.2023) Ein kleiner Blick in die zur\u00fcckliegenden Monate und wie sie sich auf das fabelhafte Moskauer Label addicted\/noname auswirkten. Zu finden ist wie immer eine breite Palette an Stilen und Sounds: Fl\u00f6tendominierter Psychedelic Rock mit \u0411\u0443\u0440, psychedelischer &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-14\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,15,19],"tags":[],"class_list":["post-5018","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-besonderes","category-download-stream"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5018"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5018\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5051,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5018\/revisions\/5051"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}