{"id":5013,"date":"2023-03-01T20:28:07","date_gmt":"2023-03-01T19:28:07","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5013"},"modified":"2023-03-01T20:28:07","modified_gmt":"2023-03-01T19:28:07","slug":"hellripper-warlocks-grim-withered-hags-peaceville-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hellripper-warlocks-grim-withered-hags-peaceville-2023\/","title":{"rendered":"Hellripper \u2013 Warlocks Grim &amp; Withered Hags \u2013 Peaceville 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Hellripper-Warlocks-Grim-Withered-Hags.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Hellripper-Warlocks-Grim-Withered-Hags.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5014\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (28.02.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Wer bei Ein-Mann-Kapellen noch an den Hund aus der C&amp;A-Werbung denkt, der immer abwechselnd auf die Bassdrum haut und in die Tr\u00f6te pustet \u2013 es geht auch anders. Hellripper aus Aberdeen, Schottland, zeigen das sehr eindrucksvoll. Hellripper bestehen aus James McBain, und das schon seit knapp zehn Jahren. McBain singt sehr sch\u00f6n und spielt alle Instrumente selber. Fast. Doch dazu sp\u00e4ter mehr. Gesangstechnisch ist Hellripper mehr sowas wie Dunkelripper \u2013 James McBain keift, als gelte es, ein Black-Metal-Album der zweiten Welle aufzunehmen, aber das ist meines Erachtens auch schon der einzige Bezug zum Black Metal. Der Rest ist Speed\/Thrash und ganz viel Old School NWoBHM.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mein Kollege Carsten und ich lassen uns gelegentlich gegenseitig Musik anh\u00f6ren, die wir gerade gut finden, ich habe dadurch das Spektrum, das ich akustisch ertragen kann, in Richtung Dark Wave\/Dark Rock\/M\u2018era-Luna-Musik erweitert und er seins in Richtung Metal. W\u00e4hrend mein Chef vor Warlocks Grim &amp; Withered Hags die Flucht ergriff, unsere heutige kleine dienstliche Spontanbesprechung aufs Notwendigste verk\u00fcrzte und dabei meine B\u00fcrot\u00fcr hinter sich schloss, \u00e4u\u00dferte Carsten spontan, dass er sich Hellripper auch als Nicht-Metal-Fan gut anh\u00f6ren k\u00f6nne. Und das ist meines Erachtens das Ding bei Hellripper: Ich w\u00fcrde die Band ganz grob irgendwo knapp im Extreme Metal einordnen, was aber tats\u00e4chlich zu einem guten Teil am Black-Metal-Gesang liegt und zum restlichen Teil an dem teils herrlichen Speed-\/Thrash-Gekn\u00fcppel. Was nicht weh an den Ohren tut, sondern sehr gl\u00fccklich und innerlich ausgeglichen macht. Auf Songs wie \u201eGoat Vomit Nightmare\u201c (was f\u00fcr 1 herrlicher Titel!) klingt McBain dann bis auf den \u2013 auch hier keifenden \u2013 Gesang wie Mot\u00f6rhead und \u201ePoison Womb (The Curse Of The Witch)\u201c (Jahaa! McBain ist nicht nur ein guter Songwriter, Vokalist und begnadeter Multiinstrumentalist in Personalunion, sondern auch ein Titan der sich ins Hirn brennenden Songtitel!) h\u00f6rt sich an, als w\u00e4re hier die schaurig b\u00f6h\u00f6\u00f6se Verwandtschaft von Iron Maiden am Werk. \u00dcberhaupt: Was McBain da auf der Gitarre veranstaltet, ist technisch toll und macht Laune wie die sprichw\u00f6rtliche Sau. Es ballert, schrammelt (\u201eThe Cursed Carrion Crown\u201c sei hier als Anspieltipp aufs W\u00e4rmste anempfohlen) zum Einen und rattert zum Anderen (ebenfalls auf dem vorgenannten St\u00fcck), und dann gibt es supermelodische und dabei doch schnelle und harte Riffs, die in tolle Soli \u00fcbergehen \u2013 es gibt immer mehr als einen Grund, bei Hellripper mal genau hinzuh\u00f6ren.<br><br>Das Tempo ist vorwiegend schnell, ich empfehle Hellripper daher nicht als Soundtrack zum Kochen in der eigenen K\u00fcche, weil man vor lauter Headbangen das Kochgeschirr nicht scharf sieht und die ohne Unterlass zappelnden Gliedma\u00dfen st\u00e4ndig die Gew\u00fcrze an den Beh\u00e4ltnissen vorbeisch\u00fctten. Ach ja, und \u201e The Cursed Carrion Crown\u201c endet mit einem wundersch\u00f6n geshouteten Harmoniegesang von McBain mit sich selbst. Hernach entz\u00fcckt \u201eThe Hissing Marches\u201c mit einem Bassriff als Intro, das Mr. Kilmister lieben w\u00fcrde, und auch die danach einsetzende und dann wieder vom Bass abgel\u00f6ste Gitarre sind die logische Fortsetzung von Mot\u00f6rhead in den 2020er Jahren. Dazu passt auch der Gesang, hier weniger keifend. Das ist Rock\u2018n\u2018Roll! \u00dcberhaupt keift McBain nicht nur: Beispielsweise beim letzten Song \u2013 \u201eMester Stoor Worm\u201c \u2013 wechselt er beeindruckend zwischen Gekeife und Gegrowle. Klargesang wird auf diesem Album weder ben\u00f6tigt noch vermisst.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass McBain aber auch anders kann als alles, was ich zuvor beschrieb, zeigt er beim zweiten und dritten St\u00fcck des Albums: \u201eI, The Deceiver\u201c beginnt mit einer Aufeinandert\u00fcrmung von tollen Riffs, zun\u00e4chst im Midtempo, dann sch\u00f6n thrashig, und gesangsm\u00e4\u00dfig br\u00fcllt er dann alles in Grund und Boden, immer wieder von diesen wunderbaren, melodischen Riffs unterbrochen. Und dabei haut er auf das Schlagzeug ein, als h\u00e4tte es ihm was getan. Gro\u00df. Und dann das Titelst\u00fcck \u2013 es beginnt mit verzerrten und verhallten Gitarrenakkorden, abgel\u00f6st von solide bretternder Rhythmusgitarre, und verharrt dabei im Midtempo. Eine sch\u00f6ne Melodie treibt die n\u00e4chste vor sich her, dann beginnt McBain hymnisch zu \u2013 ja wieder einmal mehr \u2013 zu keifen und so setzt sich das St\u00fcck fort und fort. Hinzu kommen Soli, wundersch\u00f6n sind die, und dann, ab Minute 4:23 zeigt McBain, dass er Schotte ist, und f\u00e4hrt einen Dudelsack auf (gespielt von Antonio Rodr\u00edguez \u2013 danke metalinjection.net f\u00fcr diese Information). Bei knapp \u00fcber 5 Minuten legt dieser dann richtig los, zwischendurch schreit McBain immer wieder sehr episch, aber das letzte Drittel des \u00fcber 7 Minuten lang seienden Titelsongs geh\u00f6rt den Highland Bagpipes, und das vollkommen zu Recht. Und das f\u00fcr den Extreme Metal sagen wir mal eher ungew\u00f6hnliche Instrument dient hier nicht als folkloristische Verzierung, sondern wurde in extremer Weise gro\u00dfartig in den Metal hineingearbeitet. Hammer!<br><br>Ich habe hier jetzt nicht alle Songs explizit abgehandelt, aber lassen Sie sich versichert sein, liebe Krautnick-Lesenden, dass es auf diesem \u2013 immerhin \u00fcber 40 Minuten dauernden \u2013 Monument der gehobenen Metallunterhaltung nicht einmal ein winziges Pfefferminzpl\u00e4tzchen an F\u00fcllmaterial gibt \u2013 alles hat seine Existenzberechtigung und sitzt haargenau am richtigen Platz. Ich f\u00fcr meinen Teil h\u00f6re dieses Album seit dem Tag seines Erscheinens zwei- bis dreimal pro Tag, empfinde dadurch ein h\u00f6heres Ausma\u00df an Ungest\u00f6rtheit im B\u00fcro und ein gestiegenes psychosomatisches Wohlbefinden \u2013 daher anempfehle ich dieses Ma\u00df der Medikation auch jeder\/jedem Krautnick-Lesenden, der Black Metal, NWoBHM, Mot\u00f6rhead und Speed Metal zu sch\u00e4tzen wei\u00df und bereit ist, sich an der hier vorliegenden, ganz hervorragenden und \u00fcber jeden Zweifel erhabenen, satten Produktion, die zum Gl\u00fcck GARNIX mit Black Metal zu tun hat, zu erfreuen bereit ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (28.02.2023) Wer bei Ein-Mann-Kapellen noch an den Hund aus der C&amp;A-Werbung denkt, der immer abwechselnd auf die Bassdrum haut und in die Tr\u00f6te pustet \u2013 es geht auch anders. 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