{"id":5006,"date":"2023-02-23T22:14:22","date_gmt":"2023-02-23T21:14:22","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=5006"},"modified":"2023-02-23T22:14:22","modified_gmt":"2023-02-23T21:14:22","slug":"dream-invasion-8-8-64-db2fluctuation-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/dream-invasion-8-8-64-db2fluctuation-2023\/","title":{"rendered":"Dream Invasion \u2013 8.8.64 \u2013 db2fluctuation 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Dream-Invasion-8.8.64.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Dream-Invasion-8.8.64.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5007\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (23.02.2023)<br><br>Der Mann liebt Zahlenspiele, und auf seinem dritten numerisch betitelten Studioalbum als Dream Invasion dreht Erwin Jadot die Schraube noch acht Umdrehungen weiter: Nicht nur sind s\u00e4mtliche acht Tracks auf \u201e8.8.64\u201c exakt acht Minuten lang, es beginnen alle Titel mit dem achten Buchstaben des Alphabets und bestehen aus exakt acht Buchstaben. Auf diesen acht Tracks \u2013 plus einem Bonus-Track im Download \u2013 bewegt sich der Soundt\u00fcftler aus Belgien im weiten Feld des Ambient, von dr\u00e4uenden Drones \u00fcber zarte Synthiefl\u00e4chen bis ab ins All. So chillig Ambient \u00fcblicherweise auch sein mag, Jadot vertritt die Ansicht, dass Musik auch mal wehtun darf, und fordert die H\u00f6renden mit vereinzelt gesetzten Spitzen oder dunklen Sounds heraus. Nehmt euch in Acht!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das macht Jadot ganz erstaunlich, dass er mit Intro und Outro pro Track auf die Sekunde genau die acht Minuten einh\u00e4lt, ohne dass man den Eindruck bekommt, das sei erzwungen oder etwas sei k\u00fcnstlich gestreckt oder vorzeitig abgebrochen. Die Tracks sind schl\u00fcssig, sie bauen sich allm\u00e4hlich auf, entfalten sich \u00fcber die Laufzeit und ebben wieder ab, sie verschwinden in der Dunkelheit. So beginnt der Reigen gleich mit einem St\u00fcck, das auf einem dunklen Drone basiert und damit eine eher beklemmende Stimmung vorlegt als eine beim Ambient gew\u00f6hnlich zu erwartende entspannende. Davon r\u00fcckt er auch nicht ab, obschon er die Stimmung einiger Sounds im zweiten und dritten Track etwas aufhellt. Erst sp\u00e4t im vierten tritt \u00fcberhaupt so etwas wie eine Melodie hinzu, eine an- und abschwellende Sequenz \u00fcber der Schw\u00e4rze des Nichts.<br><br>So etwas wie ein \u00fcber ein unterschwelliges Pulsieren hinausgehender Rhythmus f\u00fcgt sich erst nach der H\u00e4lfte der Spielzeit ins Album ein, und auch der macht den Track nicht zwingend tanzbar, sondern verst\u00e4rkt das beklemmende Gef\u00fchl. Track sechs bietet dann einen Einblick darin, wie sich Jadot den Synthiepop der fr\u00fchen Achtziger vorstellt: experimentell, spacig, mit einer leichten EBM-Note und mindestens bei Kraftwerk und Tangerine Dream inspiriert, also zwischen D\u00fcsseldorf und Berlin. Schon im n\u00e4chsten Track wird es wieder industriell, mit einem z\u00f6gerlichen Schlagwerk und dem Sound eines unrund laufenden Motors. Ebenso zur\u00fcckhaltend rhythmusbasiert experimentell, schon beinahe ins Gruselige ragende wird Jadot im finalen Track des Hauptalbums, mit dem er dann rauschend in die Stille gleitet. Der Bonus-Track nimmt dieses Rauschen auf, hebt es alsbald in eine gedehnte Fanfare, zerlegt es mit nerv\u00f6sen Synthieeffekten, formt es in h\u00fcbsche Melodien und l\u00e4sst es dann wieder ins Nichts laufen, also quasi wie ein auf acht Minuten gestauchtes Best-Of des Albums.<br><br>Mit den Titeln seiner acht bis neun Tracks zeigt sich Jadot kreativ, humorvoll und geschichtsbewusst: \u201eHyacinth\u201c, \u201eHorology\u201c, \u201eHurtless\u201c, \u201eHeadhunt\u201c, \u201eHardcore\u201c, \u201eHollower\u201c, \u201eHetairai\u201c, \u201eHypopnea\u201c und \u201eHyStEriA\u201c lauten sie. In der Mitte ist also eine Reminiszenz an Front 242 versteckt, und das wundert nicht: Jadot ist nach dem Deb\u00fct ausgestiegenes Gr\u00fcndungsmitglied des Projektes Nothing But Noise, dessen verbliebene Musiker die Front-242-Mitgr\u00fcnder Daniel Bressanutti und Dirk Bergen sind, die au\u00dferdem das Label db2fluctuation betreiben, auf dem Jadot seine Musik nun ver\u00f6ffentlicht. \u201e8.8.64\u201c ist sein drittes mit Zahlenspielen, nach \u201e7.7.29\u201c aus dem Jahr 2020 und \u201e6.6.36\u201c aus dem Jahr 2021 sowie dem mit \u201e50\u201c betitelten Livetrack zu seinem n\u00e4mlichen Geburtstag im vergangenen Jahr. Sein Deb\u00fct \u201eMusic For A Daydreaming Nation\u201c aus dem Jahr 2005 wies bereits in die musikalische Richtung, die er mit \u201e8.8.64\u201c fortf\u00fchrt: Achtsam chillen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (23.02.2023) Der Mann liebt Zahlenspiele, und auf seinem dritten numerisch betitelten Studioalbum als Dream Invasion dreht Erwin Jadot die Schraube noch acht Umdrehungen weiter: Nicht nur sind s\u00e4mtliche acht Tracks auf \u201e8.8.64\u201c exakt acht Minuten lang, es &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/dream-invasion-8-8-64-db2fluctuation-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5006","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5006","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5006"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5006\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5008,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5006\/revisions\/5008"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5006"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5006"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5006"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}