{"id":4974,"date":"2023-02-08T20:59:04","date_gmt":"2023-02-08T19:59:04","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4974"},"modified":"2023-02-08T20:59:04","modified_gmt":"2023-02-08T19:59:04","slug":"zoahr-apraxia-zoahr-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/zoahr-apraxia-zoahr-2022\/","title":{"rendered":"Zoahr \u2013 Apraxia \u2013 Zoahr 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Zoahr-Apraxia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"112\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Zoahr-Apraxia.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4975\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (08.02.2023)<br><br>Mit beiden Beinen knietief irgendwo drinstecken, das erfordert zumeist einen gewaltigen Spagat, aber der f\u00e4llt dem Trio Zoahr aus Pirmasens leicht: Die Jungs stecken n\u00e4mlich mit einem Bein in den psychedelisch rockenden Siebzigern und mit dem anderen in dichten Rauchschwaden. Heraus kommt das live im Studio eingespielte \u201eApraxia\u201c, das bereits zweite Album von Zoahr, und wie schon beim Deb\u00fct \u201eOff Axis\u201c mag man nicht glauben, dass diesen fetten Stoner-Sound nur drei Leute erzeugen. Drin in dieser T\u00fcte ist alles, was man so erwartet, und weil das ja schon bekannt ist, einfach noch einiges mehr: klassischer Siebziger-Hardrock, sich bei dem ohnehin bedienender Neunziger-Grunge, W\u00fcstenblues, ein Ausflug in den Spacerock und was am Wegesrand noch so w\u00e4chst. So retro, dass es in der Zukunft wieder rauskommt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Was man macht, wenn man nur zu dritt ordentlich Druck auf den Bong kriegen will: den auf 11 gedrehten Bassverzerrer in die Garage stellen und, wenn m\u00f6glich, aus mehr als nur einer Kehle singen. Die Songs dazu sind oft genretypisch im bluesigen Dreiverteltakt gehalten, dazu gniedelt und spacet die Gitarre. Heraus kommt aber mitnichten ausschlie\u00dflich Stonerrock, daf\u00fcr haben das All und die W\u00fcste, in die Zoahr wechselnd abspacen, zu wenige Grenzen, und au\u00dferdem ist zu viel Druck auch gar nicht gut f\u00fcr die R\u00fcbe. Also drosseln die drei Musikanten bisweilen das auf \u201eOff Axis\u201c noch eher hoch angesetzte Tempo und lassen den Songs auch mal die Zeit, die sie brauchen, um sich zu entfalten. Dann kehrt etwas Ruhe ein, jeder der drei vertieft sich in sein Instrument, es entstehen traumwandlerische Soundlandschaften, in denen man sich gern umh\u00f6rt und dabei dann viele Details entdeckt.<br><br>Was der Bass allein immer so vor sich hin am tirilieren ist, was die Gitarre f\u00fcr Melodieb\u00f6gen in den Himmel zaubert, was das Schlagzeug inmitten langer Strecken f\u00fcr Kapriolen schl\u00e4gt! Dann reduziert das Trio auch den Gesang, der klar die chillige Musik begleitet. Bis es aber auch wieder gut ist, die Band alle Regler aufdreht und dem ordentlichen Gedr\u00f6hn fr\u00f6hnt. So entsteht ein dynamisches Album, das sich aufgrund der vielz\u00e4hligen Ausdrucksm\u00f6glichkeiten der Band nicht eindeutig kategorisieren l\u00e4sst, und das ist genau richtig so.<br><br>Nat\u00fcrlich kann niemand mehr das Stonerrad neu erfinden, so kommt es eben auch dazu, dass man sich beim H\u00f6ren von \u201eApraxia\u201c hier und da an vertraute Vorbilder erinnert f\u00fchlt, und die sind zwangsl\u00e4ufig so divers, wie es die Musik hier ebenfalls ist: fr\u00fche Monster Magnet, etwas Kyuss, viel Led Zeppelin, fr\u00f6hlichere Black Sabbath, ein Schatten von Hawkwind, leicht Soundgarden, um nur die bekannteren Beispiele zu nennen. Ein Grund f\u00fcr dieses weite Spektrum liegt sicherlich auch in den vorherigen und parallelen Aktivit\u00e4ten der Musiker Jessie S., Thorsten W. und Philipp D. begr\u00fcndet: Nekkromaniac machen Death und Black Metal, was wohl die gr\u00f6\u00dfte Distanz zu Zoahr darstellen d\u00fcrfte, der Postrock von Ampersphere findet hingegen sehr wohl Einzug in den Zoahr-Sound, mit Colaris probte S\u00e4nger und Gitarrist Jessie Schmidt bereits das psychedelische Spannungsfeld aus Sludge und Postrock, mit Enraged By Beauty hingegen einen progressiven Hardcore. Klingt danach, als sei die S\u00fcdpfalz rund um Pirmasens und Zweibr\u00fccken mit einer \u00fcberaus entdeckenswerten Musikszene beschenkt.<br><br>Was nun der Bandname Zoahr bedeuten mag, l\u00e4sst das Trio offen; bei dem Wort Zohar, also mit Buchstabendreher drin, handelt es sich um ein Buch der Kabbala, das im Hebr\u00e4ischen auch als geschlechtsneutraler Vorname Verwendung findet und \u201eGlanz\u201c bedeutet. Also hier Glnaz. Bei der Apraxie aus dem Albumtitel handelt es sich um eine St\u00f6rung im Gehirn, die zur Bewegungsunf\u00e4higkeit f\u00fchrt; diese meint das Trio hier jedoch nicht, sondern \u00fcbertr\u00e4gt sie auf eine Gesellschaft, die sich nicht r\u00fchrt, um gegebene negative Verh\u00e4ltnisse zu ver\u00e4ndern, und derer nennt die Band zahllose. Auff\u00e4llig ist dabei, dass es Zoahr im Stream \u2013 und gleichzeitig physisch \u2013 ausschlie\u00dflich bei Bandcamp gibt. Hier lohnt es sich, seine Apraxie zu \u00fcberwinden und sich \u201eApraxia\u201c zuzulegen \u2013 und sich dazu zu bewegen, das geht durchaus!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.02.2023) Mit beiden Beinen knietief irgendwo drinstecken, das erfordert zumeist einen gewaltigen Spagat, aber der f\u00e4llt dem Trio Zoahr aus Pirmasens leicht: Die Jungs stecken n\u00e4mlich mit einem Bein in den psychedelisch rockenden Siebzigern und mit dem &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/zoahr-apraxia-zoahr-2022\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-4974","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4974","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4974"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4974\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4976,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4974\/revisions\/4976"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4974"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4974"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4974"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}