{"id":4966,"date":"2023-02-02T21:45:02","date_gmt":"2023-02-02T20:45:02","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4966"},"modified":"2023-02-02T21:45:02","modified_gmt":"2023-02-02T20:45:02","slug":"atsuko-chiba-water-it-feels-like-its-growing-mothland-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/atsuko-chiba-water-it-feels-like-its-growing-mothland-2023\/","title":{"rendered":"Atsuko Chiba \u2013 Water, It Feels Like It\u2019s Growing \u2013 Mothland 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Atsuko-Chiba-Water-It-Feels-Like-Its-Growing.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Atsuko-Chiba-Water-It-Feels-Like-Its-Growing.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4967\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (02.02.2023)<br><br>Was f\u00fcr eine einnehmend sch\u00f6ne Musik! Atsuko Chiba ist ein Quintett aus Montreal, das auf \u201eWater, It Feels Like It\u2019s Growing\u201c, seinem erst dritten Album in zehn Jahren, einfach mal alles zusammenf\u00fcgt, was eine psychedelische Wirkung hat: Auf der Grundlage von epischem Postrock ufern die sechs Tracks aus in filigranen Progrock, Wave, Shoegaze, Ambient, hyperaktiven Grooverock, Avantgarde, Noiserock. Was dabei am meisten begeistert, ist die merkw\u00fcrdige Eing\u00e4ngigkeit, dass sich die Musik auf dem Zettel sperrig liest, dies aber mitnichten ist: Man darf der ohnehin unvollst\u00e4ndigen Genreliste gern auch den Pop hinzuf\u00fcgen. Was f\u00fcr ein st\u00e4hlerner Bass! Was f\u00fcr ein angenehm klarer Gesang! Was f\u00fcr \u00fcberraschend funky Bl\u00e4ser pl\u00f6tzlich! Und was f\u00fcr eine F\u00e4higkeit, das Atonale zu einem harmonisch funkelnden Kleinod zu schleifen!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die fl\u00e4chig flirrenden Gitarren sind das markante Merkmal des Postrock, das Atsuko Chiba hier unter die Songs legen. Erstellt die Band im Auftakt \u201eSunbath\u201c noch einen sich langsam erhebenden l\u00e4rmigen Soundbrocken, wirft es im zweiten Song \u201eSo Much For\u201c einen unerwarteten Blick in Richtung Madchester und l\u00e4sst die analog eingetrommelten Breakbeat-Grooves von der Leine. Dazu hebt zun\u00e4chst ein harmonischer Gesang an, der sich mit dem zusehends in Schr\u00e4glage geratenden St\u00fcck ins Gebell steigert \u2013 und trotzdem einen Refrain zul\u00e4sst, den man als Ohrwurm mit sich herumtragen mag. Und dann das Getr\u00f6te: Es \u00fcberrascht zun\u00e4chst, wenn pl\u00f6tzlich energetische Bl\u00e4ser den Noise-Funk in das zappelige \u201eSo Much For\u201c pr\u00fcgeln, doch l\u00e4sst man das erstmal wirken, stellt man fest, wie brillant dieser Move ist, wie geil es passt, wie sehr es mitrei\u00dft (und wie es leicht an \u201eThe National Anthem\u201c von Radiohead erinnert).<br><br>F\u00fcr alle Songs gilt, das Atsuko Chiba vom Intro bis zum Outro die Strukturen erweitern, Elemente austauschen, Intensit\u00e4ten variieren, ihren L\u00e4rm differenziert anordnen, sie also permanent im Wandel halten, die H\u00f6renden mithin mit Unerwartetem \u00fcberraschen, das sie \u2013 und das ist die gro\u00dfe Kunst \u2013 schl\u00fcssig ineinanderweben. Das gilt f\u00fcr die genannten Bl\u00e4ser wie f\u00fcr viele weitere Momente auf dem Album: Auch das erst quietschig anmutende Keyboard in \u201eLink\u201c etwa verwirrt im ersten Moment, doch macht es den Track zum repetetiv groovenden Monster. Und dann k\u00f6nnen Atsuko Chiba auch anders, chillig, relaxt, in \u201eSeed\u201c etwa so bet\u00e4ubt wie \u201eComfortably Numb\u201c von Pink Floyd.<br><br>Aus f\u00fcnf Leuten besteht Atsuko Chiba: Schlagzeuger Anthony Piazza, S\u00e4nger und Bassist David Palumbo, Gitarrist und Keyboarder Eric Schafhauser, S\u00e4nger und Gitarrist Karim Lakhdar sowie Gitarrist und Keyboarder Kevin McDonald. Ob das auch f\u00fcr die fr\u00fcheren Alben \u201eJinn\u201c (2013) und \u201eTrace\u201c (2019) sowie die EPs \u201eFigure And Ground\u201c und \u201eThe Memory Empire\u201c (beide 2016) und die zahlreichen weiteren digitalen Ver\u00f6ffentlichungen ab 2012 gilt, l\u00e4sst die Band offen. F\u00fcr \u201eWater, It Feels Like It\u2019s Growing\u201c erweiterten Atsuko Chiba ihr ohnehin meistens aufgestocktes Personal zus\u00e4tzlich erheblich, um Gesang sowie Streich- und Blasinstrumente, die einerseits das Fl\u00e4chige, andererseits das Wuchtige zu betonen helfen. Was es bei Atsuko Chiba indes nicht gibt, ist Metal, auch wenn es mal rockt, was auf \u00e4lteren Ver\u00f6ffentlichungen noch eher geschieht als auf der neuesten; auch die fr\u00fcher schon mal auftretenden Siebziger-Prog-Keyboardsounds fehlen hier endlich.<br><br>Den Bandnamen borgten sich die Leute aus Montreal \u00fcbrigens in Japan aus: Doktor Atsuko Chiba ist die Hauptfigur in Yasutaka Tsutsuis 1993er-Roman \u201ePaprika\u201c, gleichzeitig der Codename f\u00fcr die Wissenschaftlerin, die mittels einer Erfindung in Traumwelten eindringen kann. Satoshi Kon machte aus dem Stoff 2006 einen Anime. Und f\u00fcnf Kanadier 2012 eine Band.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (02.02.2023) Was f\u00fcr eine einnehmend sch\u00f6ne Musik! Atsuko Chiba ist ein Quintett aus Montreal, das auf \u201eWater, It Feels Like It\u2019s Growing\u201c, seinem erst dritten Album in zehn Jahren, einfach mal alles zusammenf\u00fcgt, was eine psychedelische Wirkung &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/atsuko-chiba-water-it-feels-like-its-growing-mothland-2023\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-4966","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4966","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4966"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4966\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4968,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4966\/revisions\/4968"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}