{"id":4911,"date":"2023-01-17T21:19:46","date_gmt":"2023-01-17T20:19:46","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4911"},"modified":"2023-01-17T21:19:46","modified_gmt":"2023-01-17T20:19:46","slug":"billy-nomates-cacti-invada-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/billy-nomates-cacti-invada-2022\/","title":{"rendered":"Billy Nomates \u2013 Cacti \u2013 Invada 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Billy-Nomates-Cacti.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Billy-Nomates-Cacti.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4912\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (16.01.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Ja wow! Von der unbekannten Newcomerinnen-K\u00fcnstlerin zur Album-der-Woche-Artistin auf Spiegel minus Online Punkt de! Who would have thunk? Ich selber habe Billy Nomates tats\u00e4chlich erst durch Sleaford Mods kennen und sch\u00e4tzen gelernt gekriegt, als sie auf deren letzten Album im Jahr 2021 auf \u201eMork\u2018n\u2018Mindy\u201c einen ganz hervorragenden Gastgesang beigesteuert hat und auch im dazugeh\u00f6renden Video eine mit ihrer ebenso blonden wie bewusst aus der Zeit gefallenen Vokuhila-M\u00e4hne (die MitgliederInnen des P-Jahrgangs des Gymnasiums Hankensb\u00fcttel erinnern sich noch an Herrn M\u00e4hne, einen weiteren Protagonisten dieser in den 80er Jahren \u00fcberaus popul\u00e4ren Haarfrisur) nicht wegzudenkende Rolle spielte. Wenn man Billy Nomates in diesem Video beim Singen ins Gesicht sieht, wei\u00df man, das ist jetzt hier nicht nur irgendwie so trallala oder so, das ist jetzt hier eine richtig gro\u00dfe Sache und sie meint das ernst. Jason Williamson von Sleaford Mods revanchierte sich und lieferte bereits im Jahr zuvor auf \u201eSupermarket Sweep\u201c auf Billy Nomates\u2018 2020er Debutalbum \u201eBilly Nomates\u201c einige an Sleaford-Modsiger Motzigkeit nicht zu \u00fcberbietende Gastzeilen ab.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Name \u201eBilly No-Mates\u201c steht im Angels\u00e4chsischen f\u00fcr einen Menschen, der Single ist. Single nicht im Sinne von \u201ekeine Beziehung\u201c, sondern Single im Sinne von \u201ekeine Freunde\u201c. Also sozusagen ein MoF, ein Mensch ohne Freunde. In Wirklichkeit hei\u00dft Billy Nomates Tor Maries, und dass sie keine Freunde hat, kann ich mir nicht vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre ersten Ver\u00f6ffentlichungen \u201eNo\u201c aus 2019, das schon erw\u00e4hnte \u201eBilly Nomates\u201c aus dem Jahr 2020 und diverse EPs davor und danach bestachen durch einen DIY-Postpunk-Ansatz mit Schlagzeugmaschine, beeindruckender Gitarre und beil\u00e4ufig hingeworfenem Gesang mit einer \u00fcberaus wiedererkennbaren, tollen Stimme und direkten Texten. \u201eNo\u201c sagt da schon sehr viel, es handelt sich ja schlie\u00dflich dabei bereits um ein Wort, das allein f\u00fcr sich genommen schon ziemlich alles sagt.<br><br>Beim H\u00f6ren der ersten Takte von \u201eCacti\u201c (Englisch f\u00fcr \u201eKaktusse\u201c) musste ich mich erstmal hinsetzen und wusste nicht, ob ich \u201eWie Schei\u00dfe\u201c oder \u201eWie geil!\u201c schreien sollte. Ich entschied mich schlie\u00dflich (der Blitz soll mich treffen, derweil i am H\u00e4usl hock\u2018, wenn ich jemals \u201eschlussendlich\u201c schreiben sollte) f\u00fcr Zweiteres. \u201eCacti\u201c klingt deutlich glatter und deutlich produzierter als alles, was ich von Billy Nomates zuvor geh\u00f6rt hatte, und dazu noch Synthie-Gequietsche, und das verst\u00f6rte mich zun\u00e4chst. Zutiefst. \u201eCacti\u201c ist aber ehrlich sowas von ein Grower, es w\u00e4chst nicht nur von Mal zu Mal beim H\u00f6ren, es w\u00e4chst bereits w\u00e4hrend des ersten H\u00f6rens, also quasi von Anfang an. Ein Meta-Grower sotauseggen. Proto-Grower? Was wei\u00df ich. Also Zeit f\u00fcr eine Bestandsaufnahme dessen, was man kriegt, wenn man \u201eCacti\u201c an sich heranl\u00e4sst \u2013 was man unbedingt tun sollte: Billy Nomates\u2018 Gesang ist auf jedem der zw\u00f6lf St\u00fccke \u00fcber jeden Zweifel erhaben. Die Melodien nehmen die H\u00f6renden gefangen \u2013 und die Musik? Das \u201eich kenne niemanden, der Schlagzeug spielt, also verwende ich eine Schlagzeugmaschine\u201c-Moment ist Geschichte, egal wie synthetisch die Drums auf Billy Nomates\u2018 neuer Ver\u00f6ffentlichung klingen \u2013 sie sind da, weil sie eben genau so klingen sollen. Zus\u00e4tzlich sind da Gitarren und Keyboards, wie sie nur in den 80er Jahren, also den 1980ern, geklungen haben sollten und mit den Drums dadurch auf das Perfekteste harmonieren. Und dazu kommt Billy Nomates\u2018 Stimme, die das ganze Angsambel nochmal abrundet und dadurch rund macht. Waren die 80er rund? Wurscht. Also, Billy Nomates macht das Ganze nochmal plastem\u00e4\u00dfig und schulterpolsterig. So waren glaube ich die 80er. Mit aufgekrempelten Sakko\u00e4rmeln. Wahrscheinlich war es das, was mich zun\u00e4chst vor den Kopf haute, aber Schei\u00dfe \u2013 Billy Nomates ist es gelungen, einen Sound zu erschaffen, der apselut vintage und dennoch 1:1 zeitgen\u00f6ssisch ist, und das \u00fcber einen Zeitraum von ca. 40 Minuten. Das ist toll, das ist gro\u00df!<br><br>Also k\u00f6nnte Billy Nomates nun dar\u00fcber singen, wie gut es ihr geht und in welchem Ausma\u00df ihr die Sonne aus dem Arsch schiene. Tut sie das aber? Rhetorische Frage \u2013 Billy Nomates w\u00e4re nicht Billy Nomates, wenn sie das t\u00e4te. Schon im ersten St\u00fcck beklagt sich Billy Nomates, dass das Gleichgewicht abhanden gekommen sei, der innere Friede sei zerbrochen und alles passiere ohne sie Niemand wird uns lieben, wir k\u00f6nnen uns nicht gegenseitig lieben.<br><br>Sie fragen, ob es besser wird? Nein, wird es nicht. Schon beim dritten St\u00fcck (\u201eBlue Bones (Deathwish)\u201c) ist Billy Nomates so weit, dass sie ihrem imagin\u00e4ren Gegen\u00fcber mitteilt, dass dieser, wenn er denn sterben wolle, dies tun solle, schlie\u00dflich w\u00fcrde er daf\u00fcr nicht der Erlaubnis der Protagonistin bed\u00fcrfen. Und dazu klimpert die Musik soo 80er vor sich hin, als w\u00fcrden sich Antagonist und Protagonistin lediglich dar\u00fcber verst\u00e4ndigen wollen, ob man aufwachen d\u00fcrfe, bevor man ginge (jahaa \u2013 ich wei\u00df, dass das auch kein so ganz simpler Liebesliedtext ist, aber zumindest ging es bei Wham! eher um verletzten Stolz als um so hier alles hier wie bei Billy Nomates jetzt hier).<br><br>Aber es kann ja nur besser werden und die Texte von \u201eCacti\u201c werden bestimmt gegen Ende der Platte hin immer fr\u00f6hlicher. Wie \u2013 werden sie nicht? Das, liebe Lesenden von krautnick.de, lege ich Ihnen ans Herz, es selber herauszufinden. Lesend. Oder noch besser \u2013 zuh\u00f6rend, begleitet von der wundervollen Musik auf \u201eCacti.\u201c Sind wir bereit, Freundschaft zu schlie\u00dfen mit einer verehrungsw\u00fcrdigen Musikerin, deren K\u00fcnstlername vollkommen zu Unrecht nahelegt, dass Freundschaft hier weder m\u00f6glich noch erw\u00fcnscht sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (16.01.2023) Ja wow! Von der unbekannten Newcomerinnen-K\u00fcnstlerin zur Album-der-Woche-Artistin auf Spiegel minus Online Punkt de! Who would have thunk? 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