{"id":485,"date":"2013-04-26T14:43:17","date_gmt":"2013-04-26T12:43:17","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=485"},"modified":"2013-11-15T13:11:24","modified_gmt":"2013-11-15T12:11:24","slug":"searching-for-sugar-man-malik-bendjelloul-gbs-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/searching-for-sugar-man-malik-bendjelloul-gbs-2012\/","title":{"rendered":"Searching For Sugar Man \u2013 Malik Bendjelloul \u2013 GB\/S 2012"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-667\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Kino-Film1.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (26.04.2013)<\/p>\n<p>Ein netter Film, h\u00fcbsch anr\u00fchrend, positiv, gem\u00fctlich, gef\u00fchlsecht. Der erfolglose Songwriter Sixto Rodriguez aus Detroit erscheint hier als sympathischer Ruhm- und Kommerzverweigerer voller Demut, untypisch f\u00fcr unsere Zeit. Die Dokumentation zeigt auch die Suche einiger s\u00fcdafrikanischer Fans nach dem f\u00fcr tot gehaltenen S\u00e4nger. Daf\u00fcr gab&#8217;s zuletzt einen so genannten Oscar. Betrachtet man indes die erz\u00e4hlte wahre Geschichte, stellt man fest, dass die nicht allzu umfangreich ist \u2013 und einige Fragen aufwirft.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Hintergrund ist dieser: Der schwedische TV-Doku-Regisseur Malik Bendjelloul wurde irgendwie auf die Geschichte aufmerksam und hielt sie f\u00fcr verfilmensw\u00fcrdig. Seltsamer Fakt eins: Die Geschichte mit der Suche nach Rodriguez ereignete sich bereits 1998. Seltsamer Fakt zwei: Die Suche im Jahr 1998 bezog sich auf den Erfolg des Musikers in den 70er Jahren in S\u00fcdafrika. Seltsamer Fakt drei: Die Suchenden waren, obgleich in der Pr\u00e4-Internet-Zeit einiges an Recherche weniger einfach war, in ihren investigativen Mitteln arg beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Andersherum angefangen: Rodriguez nahm 1970 bis 1973 zwei LPs auf, die sich in den USA so gut wie gar nicht verkauften. Eine dritte LP verwirklichte er nie. Stattdessen verschwand er nach einigen d\u00fcnn besuchten Touren von der musikalischen Bildfl\u00e4che und arbeitete bei einer Abrissfirma. Das wiederum wusste niemand, in den USA nicht, weil ihn niemand vermisste, und in S\u00fcdafrika nicht, wo er ein unbekannter Megastar war.<\/p>\n<p>\u00dcber kaum nachvollziehbare Kan\u00e4le war eine seiner LPs ans Kap gelangt und dort zum Anti-Apartheids-Soundtrack avanciert. Sein Deb\u00fct wurde von drei Plattenfirmen nachgepresst, in jeder s\u00fcdafrikanischen LP-Sammlung taucht das Album auf, jeder verbindet etwas mit den Songs, Rodriguez ist gr\u00f6\u00dfer als Elvis, die Beatles und die Rolling Stones. Aber als Person unbekannt. Das fiel dann in den 90ern auch endlich mal jemandem auf. Ein s\u00fcdafrinakischer Fan und ein US-Journalist machen sich nur auf die Suche nach dem Verbleib des Musikers, der sich nach Ger\u00fcchten auf der B\u00fchne verbrannte, erschoss oder sonstwie umbrachte.<\/p>\n<p>Da begann die Recherche-Odyssee, das h\u00e4tte Bob Andrews besser hinbekommen: Zun\u00e4chst versuchten sie, den Geldfl\u00fcssen aus dem LP-Verkauf auf die Spur zu kommen. Damit endeten sie bei einem Labelboss, der von den f\u00e4lligen Tantiemen nichts wusste und dem sie auch egal waren. Okay. Kann man so machen. Es steht aber noch der Name des Produzenten auf der Platte, und der wusste immerhin etwas mehr, zum Beispiel, dass Rodriguez noch lebte. Mit Milcht\u00fctenfahndung und einem in den USA geleakten Zeitungsbericht wurde eine der T\u00f6chter von Rodriguez auf die Suchenden aufmerksam. Und man denkt sich: Warum nicht gleich und gro\u00df in der Zeitung im Heimatland des Gesuchten? Mit hunderttausenden verkaufter LPs als Argument lie\u00dfe sich da sicherlich ein interessiertes Medium f\u00fcr die Geschichte finden. Die Tochter nun stellt endg\u00fcltig den Kontakt zum ahnungslosen Rodriguez her, und alles ist gut, so gut, dass der bescheidene Mann hernach in S\u00fcdafrika ausverkaufte Konzerte in Megahallen spielt. Und trotzdem wieder an seinen Arbeitsplatz zur\u00fcckkehrt. 1998. Und nach den vier folgenden Touren. Reich wurde nicht er, sagt die Tochter, sondern die Bootlegger. Und weltweit in Musikerkreisen bekannt wurde die grandiose Geschichte vom wiedergefundenen ahnungslosen Megastar 1998 auch nicht. Sondern erst heute.<\/p>\n<p>Ja, Herzschmerz, alles gut, wohlig, kuschlig, anti. Ja, der Film ist toll. Die Figuren, die der Regisseur plappern l\u00e4sst, erz\u00e4hlen lustige bis launige Geschichten. Das Tempo stimmt. Und die Musik ist immerhin okay, mit der Story wird sie gar besser. Als Biopic h\u00e4tte der Film vermutlich nicht funktioniert, so wie die meisten Biopics irgendwie nicht so richtig funktionieren. Und bei allem ist die Geschichte so unglaubw\u00fcrdig, als w\u00e4re man Arnold Hau auf der Spur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (26.04.2013) Ein netter Film, h\u00fcbsch anr\u00fchrend, positiv, gem\u00fctlich, gef\u00fchlsecht. Der erfolglose Songwriter Sixto Rodriguez aus Detroit erscheint hier als sympathischer Ruhm- und Kommerzverweigerer voller Demut, untypisch f\u00fcr unsere Zeit. 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