{"id":4777,"date":"2022-12-08T21:29:03","date_gmt":"2022-12-08T20:29:03","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4777"},"modified":"2022-12-08T21:29:03","modified_gmt":"2022-12-08T20:29:03","slug":"derharms-kosmische-kiffermusik-vol1-fuego-sireena-records-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/derharms-kosmische-kiffermusik-vol1-fuego-sireena-records-2022\/","title":{"rendered":"DerHarms \u2013 Kosmische Kiffermusik Vol1 \u2013 Fuego\/Sireena Records 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/DerHarms-Kosmische-Kiffermusik-Vol1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/DerHarms-Kosmische-Kiffermusik-Vol1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4778\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (08.12.2022)<br><br>Herrlich: Hauke Harms hat Humor. Das dritte Album seines Electro-Ambient-Projektes DerHarms nennt der Ex-Grufti von Girls Under Glass fr\u00f6hlich \u201eKosmische Kiffermusik\u201c und liegt damit vermutlich ganz richtig, wenngleich die wenigsten H\u00f6rer den Kosmos kennen d\u00fcrften (andere Aspekte k\u00f6nnten weiter verbreitet sein). Der K\u00fcnstler wei\u00df, warum er das Album so benennt, denn es entstand in nebul\u00f6sen Momenten mitten in der Coronazeit, als er sich mit seinen altert\u00fcmlichen Sequenzern und Synthesizern in freiwillige Isolation begab und sich musikalisch in das einf\u00fchlte, was zwischen Berliner Schule, Space-Electro, Synthie-Kraut, Pop und Ambient so m\u00f6glich ist. Erkenntnis: Es bedarf keiner Narkotika, um an dieser Musik Gefallen zu finden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Einige Sequenzen dieser Sequenzermusik tragen beinahe etwas Klischeehaftes in sich, wenn die Ger\u00e4tschaften eine Musik generieren, wie man sie aus den Siebzigern zu kennen meint, als es losging mit synthetischen Klangerzeugern und den damit generierten Traumreisen in den Weltraum, also eher einfach gehalten, kurze Melodiefragmente in Wiederholung mit wabernden Synthiefl\u00e4chen dahinter, aber das sind nur Momente, schlie\u00dflich hat DerHarms sicherlich erlebt, wie sich die \u201eKosmische Kiffermusik\u201c seitdem entwickelte, und er wendet an, was diesbez\u00fcglich m\u00f6glich ist. Manche Tracks also haben sanfte Beats im Niedrigtempo, andere lassen die Anfangszeit von Kraftwerk mit k\u00fcnstlichen Fl\u00f6tent\u00f6nen (und einem entsprechenden niedlichen Titel mit Deppenleerzeichen: \u201eEine Fl\u00f6ten Melodei\u201c) aufleben, die alsbald zun\u00e4chst ins Orientalische und dann in die ersten elektronischen Kraftwerk \u00fcbergehen, an mancher Stelle rei\u00dft DerHarms den Nebel auf und verleiht seinem Instrumentarium eine unerwartete moderne Sch\u00e4rfe, andernorts klingt seine Musik wunderbar wie Sythiepop aus den Achtzigern.<br><br>Nat\u00fcrlich ist das Album seine Stimmung betreffend weitr\u00e4umig dort verankert, wo es der Titel spoilert: im Kosmos und im Kiffen. Die musikalischen Ausfl\u00fcge ins All kennt man, seit es Krautrock und Ambient gibt, und mit all den spacigen Verzierungen, die die flirrenden, fl\u00e4chigen oder funkelnden Effekte so hergeben, hat man gleich Sternenbilder vor den Augen. Im All gibt es ja auch Nebel, wenn auch anderen, aber das mit der pflanzlichen Dreingabe als Einfluss kann man sich auch als Nichtkiffender genau so ausmalen. Die Dreiviertelstunde Musik ist auf jeden Fall nebenbei entspannend, aber auch detailliert genug, um konzentriert Freude daran zu haben, und au\u00dferdem tr\u00e4gt die Musik trotz k\u00fchler Synthiesounds eine herzw\u00e4rmende Sch\u00f6nheit.<br><br>F\u00fcr die Titel wilderte DerHarms, analog zu etwa Dominik Eulberg, vorrangig in der Natur. \u201eEin Baum\u201c, also nicht das Wasserfahrzeug, hei\u00dft er erste, ausnahmsweise eher ungest\u00fcme Track, mit dem Zusatz \u201eI See Trees\u201c in Klammern, dann gibt\u2019s ganz komma- und sinnfrei \u201eTanz Schmetterling Tanz\u201c, hernach ein \u201eLiebliches Summen im Walde\u201c, das man eher im spukigen Soundtrack von \u201e2001: A Space Odyssey\u201c erwarten w\u00fcrde, sowie den \u201eSchwanentanz\u201c, wo nicht der genredefinierende Zaunpfahl \u201eKosmische Weite\u201c winkt. Nur der \u201eAusklang\u201c kombiniert Zweck und Bezeichnungssystematik. Von Hans Cousto und seiner Kosmischen Oktave ist hier \u00fcberdies keine Rede, auch wenn das passen w\u00fcrde.<br><br>Zur Einordnung: Bei Hauke Harms handelt es sich um den fr\u00fcheren Keyboarder der Gothic-Rock-Band Girls Under Glass, der mit den Waverockern Calling Dead Red Roses und den Industrial-Projekten Trauma\/Traum-B diese Spur weiterverfolgte, bis er sich vor zehn Jahren als DerHarms mit dem Album \u201eMusic4Cars\u201c dem Ambient zuwandte. Mit seinem mehrfachen Ex-Bandkollegen Axel Ermes ist er in diesem Felde bis heute verbunden \u2013 und au\u00dferdem aktuell als Tourkeyboarder mit der Electric Family unterwegs, der sein Labelchef Tom Redecker vorsteht. Das \u201eVol1\u201c im Titel von \u201eKosmische Kiffermusik\u201c l\u00e4sst \u00fcberdies hoffnungsvoll erwarten, dass Herr Harms nicht damit aufzuh\u00f6ren gedenkt, seine Apparaturen des nachts von bewusstseinserweiterndem Rauchwerk befeuert anzuwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.12.2022) Herrlich: Hauke Harms hat Humor. 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