{"id":4765,"date":"2022-11-30T21:08:09","date_gmt":"2022-11-30T20:08:09","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=4765"},"modified":"2022-11-30T21:08:09","modified_gmt":"2022-11-30T20:08:09","slug":"ayn-marlen-und-marlen-from-the-floor-below-toten-schwan-records-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ayn-marlen-und-marlen-from-the-floor-below-toten-schwan-records-2022\/","title":{"rendered":"Ayn &amp; Marlen Und Marlen \u2013 From The Floor Below \u2013 Toten Schwan Records 2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Ayn-Marlen-Und-Marlen-From-The-Floor-Below.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Ayn-Marlen-Und-Marlen-From-The-Floor-Below.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4766\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (30.11.2022)<br><br>Eine Zaubert\u00fcte an vielf\u00e4ltigen Stilen und Sounds auf nur einem Album! Grunds\u00e4tzlich gruftig, verbindet das nihilistische Duo mit dem Drei-Personen-Namen Ayn &amp; Marlen Und Marlen Industrial-Sounds, Wave-Gesang, Dark Ambient, Ritualmusik, Neofolk und sonstiges Experiment mit Gothic. Mit den Stilen wechseln auch die Stimmungen, wenngleich hier von guter Laune nicht gerade ausgegangen werden sollte. Simona Boglietti stellt dabei den Anteil Marlen Und Marlen, Christian Nicolao begn\u00fcgt sich mit dem Alias Ayn. Das Duo aus Biella im Piemont bezeichnet sich auch als Endegehen Collective, und so klingt die Musik auch: als w\u00fcrde alles zu Ende gehen. Dieser wundersch\u00f6n dunkle Schwanengesang ist einer, dem man sich gern hingibt, in lichtloser Kammer, zur\u00fcckgezogen und von der Welt verschreckt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>So d\u00fcster und dunkel die Musik auf \u201eFrom The Floor Below\u201c auch sein mag, so harmonisch ist sie gleichzeitig. Mit minimalistischen Mitteln generiert das Duo Hallr\u00e4ume, in denen die Instrumente und Atmosph\u00e4ren ausgedehnt atmen, sich frei bewegen, effektvoll wirken k\u00f6nnen. Das klassische Waverock-Instrumentarium setzen die beiden nur selten und dann heruntergebrochen ein, mal eine unverzerrte Gitarre, mal etwas punktuelle Percussion, aber nicht den Rock\u2019n\u2019Roll-Druck. Erst der siebte von neun Songs, das siebenmin\u00fctige \u201eThe Worm Is Born\u201c, entwickelt sich in Richtung Bandbesetzung, allerdings ebenso reduziert wie der Rest des Albums, eher folkloristisch, langsam, dr\u00fcckend, bis sich das Duo kurz vor Schluss ein, zwei gez\u00fcgelte L\u00e4rmausbr\u00fcche g\u00f6nnt, immer noch im Rahmen des Gesamtbildes.<br><br>Solche Bandmomente, ebenso die minimalistischen St\u00fccke mit Gesang zur zarten Gitarre, lassen den Gothrock aufleben, wie er sich vor 30 bis 40 Jahren anh\u00f6rte, als die Erfinder des Genres und deren zweite Generation noch mit den M\u00f6glichkeiten experimentierten und ihrer Seelenschw\u00e4rze akustisch Ausdruck verliehen, anstatt auf Verkaufszahlen zu gucken und sich ausschlie\u00dflich bei etablierten Elementen zu bedienen. Etwas Christian Death mag man hier wahrnehmen, etwas ganz fr\u00fche Dead Can Dance, etwas Xmal Deutschland, vielleicht Death In June et alii, nur gottlob ohne die nationalsatanistischen Anteile, indes alles zusammengef\u00fcgt zu einem origin\u00e4ren Sound.<br><br>Stimmlich kommen beide Beteiligten zum Einsatz, Simona mit einem ausdrucksvollen Klargesang, den man aus dem Postpunk kennt, hier nur ohne Postpunk, und Christian mit dunklem Timbre oder gar Fl\u00fcstern; auch darin liegt viel Spannung \u00fcbers Album verteilt. Zudem ist nicht jedes St\u00fcck mit Gesang ausgestattet, zum Geleit und zum Ausgang etwa bleibt es instrumental, da experimentiert das Duo mit dunklem Ambient. In der Kombination s\u00e4mtlicher Songs kommt beinahe der Eindruck einer Compilation auf, so abwechslungsreich ist \u201eFrom The Floor Below\u201c geraten \u2013 und gleichzeitig so homogen, dass es nicht verwirrt.<br><br>\u201eFrom The Floor Below\u201c ist das zweite Album des Duos, das 2017 mit \u201eExquisite Black\u201c auf den Plan trat. Zwei Jahre Arbeit stecken in den neuen 50 Minuten Musik, l\u00e4sst die Info wissen. Beide Musiker sind Multiinstrumentalisten: Simona spielt hier Synthesizer und die elektrifizierte Lyra, Christian noch die Rock\u2019n\u2019Roll-Grundausstattung Gitarre, Bass, Schlagzeug, au\u00dferdem tr\u00e4gt er Samples bei. Als Gast hatten sie Massimo Olla im Studio, der im siebten Song mit DBass kreditiert ist und ansonsten als Noisedelik unterwegs ist. Simona und Christian sind nicht nur Musiker, sondern darstellende K\u00fcnstler; die Nomes de Guerre Marlen Und Marlen sowie Ayn respektive Luxtian sind in ihren Kreisen etabliert. Auf diesem Album zitieren sie \u00fcberdies andere K\u00fcnstler: Texte des Dichters William Butler Yeats und des Gurus \u201eSri\u201c Nisargadatta Mahaaraj finden gewisperten Einlass in diese Musik. Die CD kommt im wunderh\u00fcbschen Digipak!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (30.11.2022) Eine Zaubert\u00fcte an vielf\u00e4ltigen Stilen und Sounds auf nur einem Album! 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